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Heimkino

"Coming-out" statt Abschiebung

In der Komödie "Toubab" heiratet ein Hetero seinen Kumpel, um der drohenden Abschiebung in den Senegal zu entgehen. Jetzt ist der preisgekrönte Film von Florian Dietrich auf DVD und digital erschienen.


Dennis (Julius Nitschkoff) küsst seinen Kumpel Babtou (Farba Dieng) auf dem Standesamt noch etwas zögerlich (Bild: Camino Filmverleih)

Babtou (Farba Dieng) freut sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis auf einen Neuanfang: mit seinem Kumpel Dennis (Julius Nitschkoff) die Freiheit genießen, die Welt umarmen – und nichts mehr mit den Behörden zu tun haben. Doch ausgerechnet seine spontane Willkommensparty läuft dermaßen schief, dass Babtou noch am gleichen Abend die Hände wieder in Handschellen hat.


"Toubab" ist seit Anfang April 2022 fürs Heimkino erhältlich

Mit dramatischen Konsequenzen: Aufgrund wiederholter Straffälligkeit soll er in sein "Heimatland" Senegal ausgewiesen werden. Aber Babtou kennt den Senegal nur aus Geschichten seines Vaters. Er ist in Deutschland geboren, seine Heimat ist Frankfurt. Um die drohende Abschiebung in letzter Sekunde zu verhindern, geben sich Babtou und Dennis auf dem Standesamt das Ja-Wort…

Die Buddy-Komödie "Toubab" (Amazon-Affiliate-Link ) von Florian Dietrich konnte zahlreiche Preise einheimsen. Die beiden Hauptdarsteller erhielten etwa beim Bayerischen Filmpreis eine Auszeichnung in der Kategorie Nachwuchsdarsteller. Außerdem wurde "Toubab" als "Bester Debütfilm" bei den New Faces Awards 2021 geehrt. Beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern erhielt die Komödie gleich drei Preise – den NDR-Regiepreis, den Darstellerpreis für die beiden Hauptdarsteller und den Publikumspreis.

Die Hochzeitsszene aus "Toubab"
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Queere Zuschauer*innen müssten bei "Toubab" ziemlich viel aushalten, heißt es in unserer Filmkritik zum Kinostart im September 2021. "Erst gegen Ende zeigt sich der Film mit Farba Dieng und Julius Nitschkoff überraschend aufrichtig und schafft es zu berühren." (cw/pm)

Direktlink | Offizieller Trailer zum Film
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Infos zum Film

Toubab. Komödie. Deutschland, Senegal 2021. Regie: Florian Dietrich. Darsteller*innen: Farba Dieng, Julius Nitschkoff, Valerie Koch, Michael Maertens, Seyneb Saleh, Nina Gummich, Paul Wollin, Burak Yigit, Gerdy Zint, Mehmed Atesci. Laufzeit: 96 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. FSK 12. Studio: EuroVideo Medien

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#1 AtreusProfil
  • 18.04.2022, 11:08hSÜW
  • Ein Film über zwei asoziale, kriminelle Prolls, die mit Leidenschaft kriminell, asozial und prollig sind. Der eine, Karriere auf dem gesellschaftlichen Rinnstein gemacht, überlegt eine volle Sekunde, bis er, frisch aus dem Gefängnis entlassen, auf die für ihn völlig normale Lösung kommt, eine Frau zu kaufen. Da er das Geld nicht hat, kommt er auf die für ihn ebenso normale Idee, Drogen an die anwohnenden Jugendlichen zu verticken. Glanzlichter ihres Geisteszustandes finden in Szenen wie dieser Niederkunft: Proll A schlägt sich die Nase an einer Tür blutig, woraufhin Proll B sagt: "Lass mich mal kucken". Reaktion: "Was ist das denn für ein schwuler Satz? Ob du schwul bist, hab ich gefragt?!" Da der Plan, die Jugendlichen für den eigenen Gewinn in die Drogenabhängigkeit zu führen oder dort zu halten misslingt, wohlgemerkt nicht, weil er sich eines Besseren besonnen hätte, sondern den Stoff nicht bekommt, zwingt er seinen homophoben Freund, für den er in den Knast ging, zu einer Scheinehe und lernt im weiteren Verlauf eine Lesbe kennen, die der deutsche Filmemacher, genial wie er ist, nicht mit Kurzhaarfrisur zeigt, sondern mit Bomberjacke und Baseballschläger, per Kopfnuss Nasen blutig schlagend und brechend. Den wundersamen Gesinnungswandel im letzten Akt spare ich mir.

    Das Frühlingsfest des modernen, queeren, deutschen Films im Jahre 2022.
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#2 dellbronx51069Anonym
#3 relativAnonym
  • 18.04.2022, 19:28h
  • Relativierung zu #1

    Ganz so schlimm wie das erste Kommentar fand ich den Film nicht. Die Erwartungen waren vermutlich einfach falsch. Es handelt sich NICHT um einen speziell queeren Film, es geht auch NICHT um ein Coming-Out oder ähnliches. Der Film ist primär ein Jugendfilm, der eben zwei spezielle Jugendliche zeigt, deren Freundschaft viel erlebt und der Eine geht eben soweit, dass er mit dem Anderen eine Beziehung vorgaukelt, um die Abschiebung zu verhindern.

    Wer nun ein queeres Film-Festival erwartet, wird enttäuscht sein. Es kommt auch nicht zum Sex zwischen zwei hübschen Jungs unterschiedlicher Hautfarbe.

    Wer aber erwartet, einen Jugendfilm zu sehen, in dem es eben um Straffälligkeit und eine Lebensgeschichte geht, kommt auf seine Kosten. Mir haben die Schauspieler gefallen und das "für einander einstehen" über Hautfarbe, Herkunft oder sexuelle Orientierung hinweg. Chaotisch, wild und ein schönes Ende - kann man sich durchaus anschauen.
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#4 LothiAnonym