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Kalifornien

Multimillionär Ed Buck zu 30 Jahren Haft verurteilt

Im Anwesen des prominenten schwulen Parteispenders waren zwei Callboys an einer Überdosis gestorben. Nun muss er wohl den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.


Ed Buck war jahrelang ein angesehener Millionär, der sich politisch für die Demokratische Partei engagierte

US-Bundesrichterin Christina A. Snyder hat am vergangenen Donnerstag in Los Angeles den offen schwulen Multimillionär Ed Buck zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt. Der 67-Jährige war bereits im vergangenen Jahr von einer Geschworenenjury schuldig gesprochen worden, für den Drogentod von zwei Callboys in seinem Anwesen in der queeren Hochburg West Hollywood verantwortlich zu sein (queer.de berichtete). Die beiden Todesfälle hatten sich im Juli 2017 und Januar 2019 ereignet.

Dem Aktivisten für die Demokratische Partei war vorgeworfen worden, den beiden afroamerikanischen Opfern im Alter von 26 und 55 Jahren die Droge Methamphetamin (Crystal Meth) injiziert zu haben, was zu ihrem Tod geführt habe. Insgesamt soll Buck mindestens zehn aus ärmlichen Verhältnissen stammenden afroamerikanischen Sexarbeitern die Droge ohne deren Einwilligung gespritzt haben, während diese schliefen. Als eines der Opfer später aufgewacht sei, habe Buck den Sexarbeiter mit einer Motorsäge bedroht, um ihn zum Verlassen des Anwesens zu bewegen.

Buck war auch wegen weiterer Straftaten wie Prostitution und Drogenbesitz schuldig befunden worden. Die Staatsanwaltschaft hatte im Verfahren lebenslänglich gefordert. Buck bat demgegenüber um Milde; die Richterin solle sein ganzes Leben betrachten und nicht der Argumentation der Staatsanwaltschaft folgen, die im Verfahren eine "schreckliche Karikatur" von ihm als "Crystal-Meth-besessenen Axtkiller" gezeichnet habe.

Rassismusvorwürfe gegen Behörden

Forderung nach seiner Verhaftung waren insbesondere aus der afroamerikanischen Community, die der Justiz wegen ihres langen Zögerns Rassismus vorwarfen. Erst als die Bundespolizei die Ermittlungen übernahm, wurde Buck im September 2019 ein Dreivierteljahr nach dem zweiten Todesfall festgenommen.

Direktlink | Bericht in einem lokalen TV-Sender aus Los Angeles – dort werden auch Verwandte der Opfer gezeigt, die das Urteil begrüßen
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Buck, ein ehemaliges Model, war in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts zum Millionär geworden, nachdem er einen Tageszeitungsverlag günstig kaufte und später zu einem weit höheren Preis abstieß. Er soll laut Medienberichten über eine halbe Million Dollar an demokratische Kandidat*innen und Organisationen gespendet haben, darunter auch an Barack Obama und Hillary Clinton. Er war zudem ein führendes Mitglied im Stonewall Democratic Club, der LGBTI-Organisation der Demokratischen Partei. (dk)