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"Wir haben uns verändert, die Welt hat sich verändert"

Neues Buch: Ältere Lesben und Schwule nach zwei Jahren Corona-Krise

Die Fortsetzung von "Das ist alles unsere Lebenszeit" ist erschienen – und steht kostenlos zum Download bereit.


Das Buch kann kostenlos runtergeladen werden (Bild: rubicon e.V.)

Im April 2021 brachte das Kölner Beratungszentrum rubicon e.V. das Buch "Das ist alles unsere Lebenszeit" heraus (queer.de berichtete). Darin erzählten neun ältere offen schwul oder lesbisch lebende Menschen von ihren Erfahrungen mit der Corona-Pandemie. Jetzt ist das Nachfolgewerk "Wir haben uns verändert, die Welt hat sich verändert" erschienen und steht kostenlos zum Download zur Verfügung (PDF).

In dem Buch berichten vier der Interviewpartner*innen aus dem Vorgängerwerk, wie sich die Lage seither entwickelt hat. Die Teilnehmenden – der 70-jährige Wolfgang, die 67-jährige Karin, die 71-jährige Betty und der 57-jährige Karsten – erklären darin erneut in Form von Interviews, wie sie die wachsende Polarisierung der Öffentlichkeit wahrnehmen, gerade auch im Zusammenhang mit der Impfgegnerschaft. Außerdem beschreiben sie, wie sie die Gefahr des Rechtsrucks fürchten. Je häufiger eine Welle der Pandemie mit Lockdown und Teillockdown der anderen folgte, umso mehr waren auch ihre Widerstandskräfte gefordert.

Erneut hat Autorin Vera Ruhrus die Interviews geführt. Darin wird die Lage im Jahr 2021 bis Februar 2022 beleuchtet. (cw)



#1 queergayProfil
  • 20.04.2022, 04:58hNürnberg
  • Ältere LGBTIQ-Menschen sollten grundsätzlich viel mehr aktiv werden und ihre Interessen gezielt durchsetzen.
    Die 'Grauen Panther' gibt es ja so nicht mehr. Wie wäre es denn mit 'Queere Graue Panther'?
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#2 nichtbinärePersonAnonym
  • 20.04.2022, 05:43h
  • Antwort auf #1 von queergay
  • "Ältere [...] sollten grundsätzlich viel mehr aktiv werden"

    Nur ist das gerade für Ältere oft schwierig - sei es aus gesundheitlichen Gründen oder z.B. auch wegen Altersarmut. Auch hat man vielleicht schon über die Jahrzehnte nicht allerbeste Erfahrungen mit der Community gemacht und ist ohnehin besonders vorsichtig geworden.

    Weiterhin spielt, gerade bei eingeschränkter Mobilität, die Entfernung eine gestiegene Rolle. So kann ich mir z.B. in Nürnberg, wo Du laut Profil offenbar wohnst, ganz gut vorstellen, dass da was zusammengehen könnte, weil die Stadt groß genug ist. Wenn Du aber 100km von der nächsten Großstadt entfernt lebst, Dir Reisen zunehmend schwerer fällt und Du auch nicht mehr das Geld für hohe Fahrtkosten hast, hast Du schon fast verloren.

    Zumal für Menschen wie mich als "männlich gelesene" nichtbinäre Person die zusätzliche Hürde dazukommt, dass man irgendwie nirgends richtig aufgehoben zu sein scheint. Nicht bei den Schwulen, schon gar nicht bei den Lesben, und auch nicht in FLINTA-Räumen, da dort männlich gelesene Personen nicht wirklich gern gesehen sind. Außerdem, je kleiner der Bevölkerungsanteil, desto größer muss die Stadt sein, damit da überhaupt irgendeine Gruppe zusammengeht.

    Also für mobilitäts- und/oder finanziell eingeschränkte Menschen, die nicht dem Community-Mainstream (Schwule/Lesben) entsprechen, letztlich fast ein Ding der Unmöglichkeit.

    P.S. Noch ein Aspekt fällt mir ein: es gibt hier in meiner kleinen Stadt ein neues "queeres Zentrum". Von deren Veranstaltungen erfährt man, wenn man Glück hat, kurzfristig über Instagram-Stories. Manchmal nur 1 Stunde vor Beginn, noch dazu mit Pflicht zum Corona-Test aus einem öffentlichen Testzentrum. Nicht jede ältere Person ist dazu in der Lage, so schnell erst noch zu einem Testzentrum und dann zum queeren Zentrum zu gelangen. Ich erwähne das, weil ich denke, dass das Ganze auch ein Aspekt der Kommunikationskultur ist. Ältere Menschen brauchen manchmal für ihre Planung eine etwas längere Vorlaufzeit und auch Verlässlichkeit. Eine Stunde vorher per Zufall, weil man gerade Instagram checkt, zu erfahren, dass quasi sofort im Anschluss dort eine Veranstaltung ist, ist da meist nicht sonderlich zielführend. Bevor man dann anfängt, loszuhetzen und da dann, wenn überhaupt noch, völlig abgehetzt und fertig ankommt, lässt man es dann doch lieber gleich. Für Ältere bräuchte es da also m.E. auch andere, zumindest mittelfristige, verlässliche Kommunikationsstrukturen, sodass man diese Dinge für sich planen und organisieren kann.
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#3 LothiAnonym
  • 20.04.2022, 09:38h
  • Antwort auf #2 von nichtbinärePerson
  • Danke für Deine Worte. Ich lebe zwar in Berlin und Angebote für ältere queere Personen gibt es. Doch nachdem zu Beginn meines Rentnerdaseins sich mein Gesundheitszustand derartig verschlechtert hat, war an Hobbys wie Wandern durch Deutschland mit anderen Schwulen nicht mehr zu denken. Und dann löste sich auch noch die Gruppe schlagartig auf. Und auf regelmäßige Cafekränzchen im Schwulenzentrum mit Gleichaltrigen habe ich null Bock. Ich ziehe es nun vor Spaziergänge alleine zu unternehmen. Lese leidenschaftlich gerne Kriminalromane und male wenn ich Lust dazu habe. Seit Corona habe ich mich noch mehr zurückgezogen. Bin sowieso der klassische Einzelgänger. Wäre ich gesundheitlich nicht so angeschlagen, würde ich mich auch mehr engagieren.
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#4 queergayProfil
  • 20.04.2022, 21:50hNürnberg
  • Ab 1.6. gibt es ja in ganz Deutschland für drei Monate das Billigst-DB-Fahren in ganz Deutschland. Da wären ja zunächst mal Queere-Graue-Panther-Treffen ziemlich leicht zu arrangieren.
    Und Kontakthalten über Telegram o.ä. wäre auch einfach.
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#5 queeres LatexviechAnonym
  • 21.04.2022, 07:06h
  • Antwort auf #2 von nichtbinärePerson
  • absolut ja (und ich schreibe als jemand der neben Nürnberg wohnt)

    Wobei die Altersgrenze ab der man aus der "Community" raus fällt ja schon recht niedrig liegt. Wenn ich nach Treffen und Events suche die nicht Joyclub-Heteronormativ sind, dann finde ich praktisch nur noch U35 Alterslimit

    Was ich begrüßen würde wäre wenn es im Internet noch Veranstaltungskalender geben würde auf denen Events mit ein paar Wochen Vorlauf gelistet sind. Je nach Wohnort braucht man ja auch erst mal ein Hotelzimmer zum übernachten.
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