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Vorfreude und Verunsicherung
Kölner Musikfestival "c/o pop" wird dieses Jahr queer
In den vergangenen beiden Jahren konnte das Kölner Festival "c/o pop" nur digital präsentiert werden, nun findet es wieder live vor Ort statt – dieses Jahr erstmals mit "c/o queer".

KARMA SHE ist bei "c/o queer" dabei (Bild: c/o Pop)
- Von Mark Ludwig, dpa
19. April 2022, 15:12h - 3 Min.
Keine Maskenpflicht, keine Impfnachweis-Kontrollen – und Konzerte in vollen Clubs: Dass das Kölner Musikfestival "c/o pop" in diesem Jahr nahezu ohne Auflagen über die Bühnen gehen wird, können die Festivalmacher selbst noch nicht ganz glauben. "Es herrscht große Vorfreude, aber natürlich auch noch etwas Verunsicherung, dass jetzt wieder alles geht", sagt Norbert Oberhaus, Geschäftsführer der "c/o pop". Rund 150 Acts werden von Mittwoch bis Sonntag vor Publikum an verschiedenen Orten der Stadt aufspielen.
"Wir gehören zu den Ersten, die nach zwei Jahren Pandemie wieder ein Festival fast ohne Einschränkungen veranstalten können. Darüber freuen wir uns sehr", sagt Oberhaus. Er und sein Team spürten aber auch die Verantwortung und das leicht befremdliche Gefühl, in Zeiten des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie ein Festival zu feiern.
In den vergangenen beiden Jahren hatte die "c/o pop" nur in Form einer digitalen Ersatzveranstaltung stattgefunden – nun werden wie zuletzt 2019 rund 30.000 Besucher*innen erwartet. Den Höhepunkt des umfangreichen Programms stellt ein Konzert der österreichischen Popband Bilderbuch in der Kölner Philharmonie zum Festival-Auftakt am Mittwochabend dar. Hinzu kommen Auftritte angesagter Newcomer*innen wie Rapper Albi X sowie ein Straßenfestival im Kölner Stadtteil Ehrenfeld mit vielen kostenfreien Shows.
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Posted by c/o pop Festival on Monday, April 4, 2022
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Die ganz großen Namen werden in diesem Jahr jedoch fehlen. "Wir haben auf die Karte des Entdeckerfestivals gesetzt", sagt Oberhaus – auch weil es zu risikoreich gewesen sei, große und teure Acts zu verpflichten.
Diversität im Mittelpunkt
In den Mittelpunkt gerückt ist zudem das Thema Vielfalt. Mehr als die Hälfte der Acts des fünftägigen Popkultur-Events seien weiblich. "Es wird ein Festival werden, das bunter denn je ist", sagt Norbert Oberhaus. Unter dem Namen "c/o queer" wird es erstmals ein Programm von und für queere Menschen geben. Dabei sollen am Samstag Künstler*innen wie Finna und KARMA SHE auftreten, außerdem ist eine Drag-Queen-Performance sowie ein Podcast-Live-Spezial geplant, bei dem es um Themen rund um Sex und Dating geht.
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"Wir sehen es als unsere Verantwortung, dem Thema Gender Equality, aber auch LSBTIQ* und der Sichtbarkeit von People of Color inhaltlich gerecht zu werden, um unser Programm Jahr für Jahr diverser zu gestalten", erläutert Festival-Direktorin Elke Kuhlen. "Nicht um einer Quote Willen, sondern vielmehr, um möglichst alle Facetten der Popkultur abzubilden und verantwortungsvoll mit dem Thema umzugehen."
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Begleitend zum Festival diskutieren beim Branchentreff "c/o pop Convention" vom 21. bis 22. April rund 1000 Fachbesucher neue Entwicklungen der Musikindustrie. "Auch bei den Fachbesuchern ist ein großer Hunger da, sich wieder vor Ort zu treffen und auszutauschen", sagt Oberhaus. Themenschwerpunkte der Convention seien in diesem Jahr Fördermöglichkeiten für Künstler und die Vernetzung von Popmusikern, digitaler Wirtschaft, Film, TV und Werbung.
Schon im Blick sind auch Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der "c/o pop" im kommenden Jahr. "Zur Jubiläumsausgabe der c/o pop wird es wieder mehr größere Acts geben", verspricht Oberhaus. Zudem seien ungewöhnliche Kooperationen etwa mit dem WDR Sinfonieorchester in Planung.
Links zum Thema:
» Homepage c/o pop
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de















