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ESC-Ableger
American Song Contest wird zum Quoten-Flop
Während der Vorrunden verlor die US-Version des europäischen TV-Klassikers gut die Hälfte der Zuschauer*innen.

Snoop Dogg und Kelly Clarkson moderieren die US-Shows (Bild: NBC)
- 21. April 2022, 10:03h - 2 Min.
Der US-Ableger des Eurovision Song Contest (ESC) leidet unter schlechten Quoten. Nachdem zum Start noch knapp drei Millionen Menschen zugesehen hatten, waren es am Montag beim großen Sender NBC in der letzten von fünf Vorrunden nur noch rund 1,5 Millionen. Zur gleichen Zeit sahen bei der Konkurrenz von ABC mit etwa 5,6 Millionen Zuschauer*innen fast viermal so viele Menschen die Castingshow "American Idol", also die US-Ausgabe von "Deutschland sucht den Superstar".
Der nach langem Vorlauf erstmals ausgetragene, rein nationale American Song Contest (ASC) hat laut auf der Branchenseite "TV Series Finale" veröffentlichten Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen über die Wochen immer mehr Zuschauer*innen verloren: Nach 2,9 Millionen zum Start sahen demnach in der Folgewoche noch 1,9 Millionen und in Woche drei nur noch 1,6 Millionen Leute zu. Bei der vierten Vorrunde schalteten 1,4 Millionen Menschen ein.
Nach den fünf Vorrunden folgen bei dem Ableger des seit 1956 in Europa ausgestrahlten Spektakels zwei Halbfinals und ein Finale. Moderiert wird die Show vom Rapper Snoop Dogg und Sängerin Kelly Clarkson. Zu den prominenteren Teilnehmenden zählten unter anderem Balladensänger Michael Bolton, der sich bereits für das Semifinale qualifizierte, sowie Macy Gray und Jewel. Die beiden konnten bisher auf Basis eines ersten Jury-Votings und einer Fan-Abstimmung keinen Platz im Halbfinale ergattern und hoffen nun auf eine zweite Chance mit einem letzten Joker-Slot durch die Jury.
Die insgesamt 56 vorgestellten Wettbewerbssongs stammen aus den 50 US-Bundesstaaten, dem District of Columbia mit der Hauptstadt Washington und den fünf Territorien Amerikanisch-Samoa, Guam, Nördliche Marianen, Puerto Rico und Amerikanische Jungferninseln. Die Bandbreite der oft sehr radiotauglichen Songs war mit großem Pop- und Country-Schwerpunkt insgesamt deutlich weniger von regionalen Eigenheiten geprägt als beim ESC in Europa.
Der Show fehlen größtenteils weitere Eigenheiten des großen Vorbilds, etwa die Mehrstaatlichkeit, die jahrzehntelange Tradition, die Fans, politische Fragen und Mehrsprachigkeit. Dafür rückt der ASC in den Vordergrund, dass hier Künstler*innen mit eigenen Songs live auftreten, was einen von den üblichen Casting-Shows unterscheide. Auch bekämen etwa die Überseegebiete mehr Sichtbarkeit.
Ein mögliches Highlight steht noch aus: die Punktevergabe. Wie auch beim Original vergibt jedes Gebiet unabhängig von seiner Größe die gleiche Punktzahl, mit Einpersonenjurys, deren Punkte neben dem Televote gelten. Im deutschsprachigen Raum ist die Show immer eine Woche später dienstagabends auf Servus TV zu sehen. Das Finale in den USA ist für den 9. Mai geplant – bereits einen Tag später startet in Turin der diesjährige Eurovision Song Contest mit dem ersten Halbfinale. (dpa/cw)














