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Jetzt in der ARD-Mediathek

"All you need": Echter Quantensprung in Staffel zwei

Fielen in der ersten Season der schwulen ARD-Dramedy die Figuren noch ein bisschen holprig aus, haben sie nun das Laufen gelernt. Die neuen Folgen überzeugen mit Selbstironie und mehr Vielfalt.


Ständer am Strand: Vince (Benito Bause) wird von seinem neuen Mitbewohner Simon (Ludwig Brix) massiert (Bild: ARD Degeto / Andrea Hansen)

Gong frei zur zweiten Staffel: Nach dem großen Erfolg der ersten queeren Serie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ist nun der nächste Streich von "All you need" in der ARD-Mediathek zu sehen – und am 27. April ab 22.50 Uhr sogar im Ersten.

Das schwule Männerquartett leckt diesmal vor allem seine frischen und alten Wunden aus Liebeskummer und Fremdgehen. Neue Flirts gehen freilich immer. "Bin ich ein Psycho?", fragt sich der sensible Medizinstudent Vince Sommer (Benito Bause) gleich zum Auftakt. Und jammert schuldbewusst dem Ende seiner sechswöchigen Beziehung mit Fitnesscoach Robbie (Frédéric Brossier) nach. Seine Großeltern hätten es schließlich auf 60 Jahre mit ihrer Beziehung gebracht.

Zwischen Vince und Levo herrscht Funkstille

Wir erinnern uns: Am Schluss der letzten Folge ging Vince dramatisch baden. Sein bester Freund Levo (Arash Marandi) stieß ihn bei seiner Einweihungsparty wütend in den Pool, nachdem er ihn knutschend mit seinem geplanten Ehemann Tom (Mads Hjulmand) erwischte. Seitdem herrscht bedrohliche Funkstille zwischen den einstigen besten Freuden und schwer enttäuschten Liebhabern.

Sündenbock Vince findet nur noch Trost bei seiner Nachbarin Sarina Prediger (Christin Nichols). Alsbald allerdings auch bei ihrem ziemlich unkompliziertem Bruder Simon (Ludwig Brix), der spontan bei dem verzweifelten Studenten einzieht. Später am See verwöhnt der Yoga-Freak seinen neuen Vermieter mit einer gekonnten Massage. Während sich beim einen die Schulter entspannt, spannt sich beim anderen sichtlich die Badehose. Erwischt mit dem Ständer am Strand, scheint selbst dem sonst so übercoolen Simon die Situation ein bisschen peinlich.


Liebeskummer verbindet: Levo (Arash Marandi, r.) unterstützt Robbie (Frédéric Brossier) (Bild: ARD Degeto / Andrea Hansen)

Levo will seinen Liebeskummer derweil bei einer spontanen Sex-Party vergessen. Lust statt Frust funktioniert nicht immer. Dem verunglückten Blowjob des Gastgebers folgen wenigstens ein paar tröstende Worte und Beziehungstipps beim Küchengespräch mit Andreas (Tom Keune), dem Trainer einer schwulen Rugby-Mannschaft. Ihm wird später noch eine ziemlich entscheidende Rolle zukommen…

"Die Story ist ja besser als jede Soap"

Fielen im ersten Streich die Figuren naturgemäß noch ein bisschen holprig aus, haben die queeren Vier nun das Laufen gelernt. Die schwarzweißen Skizzen sind in der zweiten Runde hübsch bunt drapiert und mit Leben gefüllt. Head-Autor und Regisseur Benjamin Gutsche agiert spürbar entspannter nach der bestandenen Bewährungsprobe und dem überraschenden Erfolg seines Seriendebüts samt Grimme-Preis-Nominierung.

Die neuen Folgen überzeugen zum einen mit mehr Vielfalt. Verstärkt kommen Figuren jenseits von Tunten-Klischee und Model-Schönlingen ins Bild. Bestes Beispiel ist der sympathische Rugby-Trainer Andreas, der ganz selbstverständlich stolz auf seinen Bären-Status ist. Zum anderen setzt Staffel zwei auf Selbstironie und greift neue Entwicklungen in der queeren Community mit unterhaltsamer Lässigkeit auf. "Wie sind deine Pronomen?", wird etwa der neue Rugby-Spieler gefragt – der ist mit der Frage sichtlich überfordert.

Das Autoren-Trio (neben Benjamin Gutsche schreiben Ceylan Yildrim und River Matzke) gibt sich gleichfalls augenzwinkernd: "Die Story ist ja besser als jede Soap", schwärmt Simon, als Vince ihm seine amourösen Abenteuer ausbreitet. Der wiederum stellt seiner Mutter jene Frage, die wohl auch dem Zuschauer gilt: "Wie findest du eigentlich meinen Afro?".

Ob mit oder ohne: Nach dem Quantensprung der zweiten Staffel kann man sich auf den dritten Streich bereits freuen. Die Entwicklung einer dritten Season wurde bereits von der ARD in Auftrag gegeben.



#1 friendlyUnicornAnonym
#2 Co002Anonym
  • 22.04.2022, 13:21h
  • Ehe wieder alle nur rumnölen. Ja, das Script wäre nach wie vor ausbaufähig. Und ja, 20:15 im TV wäre längstens überfällig. ABER: Einfach super sympathische Schauspieler und Charaktere !! Ich mag's.
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#3 LothiAnonym
#4 AndyAnonym
  • 22.04.2022, 15:24h
  • Schaue gerade die erste Staffel. Gut gemacht. Gefällt mir. Tolles Licht, tolle Atmosphäre, gutes Drehbuch, lediglich die schauspielerische Leistung überzeugt nicht immer bei allen, wobei Hjulmand und Nichols meiner Meinung nach durchweg überzeugen. Bei den anderen ist das Potenzial sicherlich da, manche Szenen müssten meiner Meinung nach einfach nur ein weiteres Mal gedreht werden, damit die Dialoge etwas authentischer klingen. Wie gesagt, ist nur meine Meinung. Insgesamt eine tolle Serie, die (wie viele ja angedeutet haben) für die ARD durchaus lange überfällig war. Wollen wir hoffen, dass es davon demnächst mehr gibt.
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#5 DreddAnonym
  • 22.04.2022, 16:23h
  • Antwort auf #2 von Co002
  • Zumindest sollten sie endlich mal eine App für PS und Xbox entwickeln um auf die Mediathek zuzugreifen, jeder verdammten Streaming-Dienst bekommt das auf die Kette....

    Oder zumindest wie live-tv in die prime App eingliedern....
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#6 stephan
  • 23.04.2022, 11:33h
  • Nebenbei bemerkt und als kostenlose Fördereinheit von jemandem, der Mathematik und Physik durch Fleiß und etwas Begabung ausgiebig studiert hat: Ein Quantensprung ist die kleinstmögliche Änderungseinheit (oder ein kleines ganzzahliges Vielfaches davon) bei einem quantenmechanischen System Die Bezeichnung Quantensprung oder die Formulierung macht Sinn offenbaren lediglich den absoluten Mangel an naturwissenschaftlicher resp. sprachlicher Bildung
    Ich bitte um Verzeihung für diese arrogante Besserwisserei, aber ich gehöre noch eine Generation an, dessen schwuler Freundeskreis - vielleicht nur zur Kompensation eines teils unbewussten Minderwertigkeitskomplexes - promoviert ist. Indes - auch das ist Bildung!
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#7 nichtbinärePersonAnonym
  • 23.04.2022, 12:29h
  • Antwort auf #6 von stephan
  • Wenn Du Anderen mangelnde sprachliche Bildung vorwirfst, sieh Dir doch bitte mal Deinen eigenen Kommentar an. Da ist nämlich sprachlich durchaus noch Luft nach oben.

    Grundsätzlich empfehle ich, stets zunächst vor der eigenen Tür zu kehren. Dann bleibt auch alles schön sauber.
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#8 DreddAnonym
  • 23.04.2022, 12:31h
  • Antwort auf #6 von stephan
  • Jupp, unpassend arrogant und recht unsympathisch, ist Umgangssprache eben lebendig und Kontextbezogen und jeder hinz und kunz versteht die Aussage.... vllt wäre das eine Buch weniger und die eine Party mehr für basic social skills doch nicht so schlecht gewesen.... oO

    "Promoviert" ey....
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#9 stephan
  • 23.04.2022, 15:41h
  • Antwort auf #8 von Dredd
  • Es nervt mich seit Jahrzehnten, dass ein Quantenspung stets als Bezeichnung für eine große Änderung gehalten wird spricht sich aber halt so rum bei den Leuten, die es nicht besser wissen und es nervt ebenso wie der fürchterliche Anglizismus macht Sinn
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#10 AtreusProfil
  • 23.04.2022, 16:03hSÜW
  • Eine unterhaltsame, mitreißende Serie, die mich mit einer sehr hochwertigen Optik begeistern konnte. Leider klangen manche Dialoge unecht und hölzern, aber die Protagonisten gehen ans Herz, wobei mir vor allem Herr Bause gefiel, den ich manchesmal gerne in Geschenkpapier gewickelt nach Hause verbracht hätte. Vll. werden auch zu viele Themen eröffnet, aber mit Fortlaufen der Serie bleibt auch hier genügend Raum und Zeit, diese zu verhandeln. Ich hoffe, dass das aktuell etwas schwächere Drehbuch den Anschluss zum visuellen Hochglanz findet und uns die ARD mit weit mehr, als den bisher bekannten drei Staffeln beglückt.
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