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Shitstorm

J.K. Rowling stirbt in Horror-Roman von trans Autorin

Eine Art Zombie-Roman löst unter transphoben Feminist*innen scharfe Kritik aus. Der Grund: Darin wird erwähnt, dass die "Harry Potter"-Autorin eine Apokalypse nicht überlebt.


"Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling ist wegen ihrer transphoben Tiraden umstritten (Bild: Daniel Ogren / flickr)

Ein auf Englisch veröffentlichter Horror-Roman namens "Manhunt" (auf Deutsch: Fahndung oder Verbrecherjagd) sorgt für Aufregung, weil die trans Autorin Gretchen Felker-Martin darin die transphobe "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling sterben lässt. In Amazon-Rezensionen forderten viele Nutzer*innen das Verbot des Buches und bezeichneten es als "frauenfeindlich".

Konkret geht es in dem bereits im Februar erschienen Roman darum, dass sich Menschen mit einer bestimmten Menge an Testosteron in unktrollierbare, kannibalistische Monster verwandeln. Laut dem Verlag Macmillan Publishers handelt es sich um einen "explosiven, postapokalyptischen Roman, der trans Frauen und trans Männer auf einer grotesken Überlebens-Reise" begleite. Demnach müssten sie sich gegen "möderische Terfs, eine soziopathische Milliardärin und komische Beziehungsdynamiken" wehren, während sie vor "wilden Männern" fliehen. Terf ist eine englische Abkürzung und steht für "Trans-Exclusionary Radical Feminist" – also für transphobe Feminist*innen.

Rowling als "verrückte Terf" beschrieben

Rowling ist in dem Buch keine Handlungsfigur, vielmehr wird über die "Harry-Potter-Lady" an einem Lagerfeuer gesprochen. Dabei wird sie als "verrückte Terf" bezeichnet. In einem Absatz wird erwähnt, dass Rowling bei einem Feuer in ihrem Schloss in Schottland ums Leben gekommen sei. Zudem wird in dem Buch beschrieben, wie die "Ritterinnen von J.K. Rowling" gegen die trans Überlebenden einen Krieg führen. Eine Terf-Ritterin sagt hierbei beispielsweise über eine trans Frau: "Das ist keine Frau. Das ist nur ein verkleideter Mann."

Im echten Leben machen Terf-Aktivist*innen seit letzter Woche vermehrt Stimmung gegen das Buch, nachdem Berichte in den ultrakonservativen Boulevardzeitungen "Daily Mail" aus Großbritannien und "New York Post" erschienen sind.

Die im US-Bundesstaat Massachusetts lebende Autorin freut sich über die kostenlose Werbung: In einem Twitter-Eintrag verlinkte Felker-Martin die Amazon-Seite und erklärte: "Ihr könnt meine verdorbene psychosexuelle Horrorshow, die gerade Terfs auf der ganzen Welt ein kollektives Aneurysma gibt, hier kaufen."

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Außerdem bedankte sie sich bei Fans, die sie unterstützen. Sie beklagte, dass sich Terfs und "Maga-Freaks" über "einen einzigen Absatz" aufregten. Maga steht für "Make America Great Again", den Leitspruch des amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump.

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Übrigens ist es keine Seltenheit, dass auch über den Tod von Promis in Zombie-Büchern oder -Filmen gesprochen wird. In der Horror-Komödie "Zombieland" mit Woody Harrelson und Jesse Eisenberg wird etwa Bill Murray getötet – der "Ghostbusters"-Schauspieler spielt sich in dem Film selbst.

J.K. Rowling sorgt seit über einem Jahr mit mehreren transphoben Äußerungen für Schlagzeilen: Sie hatte Ende 2019 einen Shitstorm ausgelöst, weil sie sich in sozialen Netzwerken hinter eine Wirtschaftswissenschaftlerin stellte, die trans Frauen abgesprochen hatte, "echte" Frauen zu sein (queer.de berichtete). Danach radikalisierte sich die "Harry Potter"-Autorin immer mehr und macht auf ihrem Twitter-Konto regelmäßig Stimmung gegen trans Menschen. Im Dezember schrieb Rowling etwa einen sarkastischen Twitter-Eintrag über eine "penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat" (queer.de berichtete). (dk)

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#1 PrideProfil
  • 25.04.2022, 17:04h...
  • Die Geschichte ist gut gemacht, weil sie Rowling in ihr eben wohl gerade nicht als Handlungsfigur, sondern in einer Erzählung darin hat sterben lassen. So kann das Buch als eine Handlungsanleitung wohl rechtlich auch nicht angegriffen werden. Die verzweifelten Aufregungen der TERFs können da doch so richtig Freude bereiten.
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#2 TransMannAnonym
  • 25.04.2022, 17:34h
  • Naja. Dass Testosteron einen aggressiv und monströs werden lässt, wird uns trans Männern tatsächlich gerne auch mal vorgehalten, oder als Argument gegen HRT angebracht. Trans Frauen werden davon auch nicht verschont. Finde ich jetzt nicht so toll, dass in einem angeblich trans-freundlichen Roman anzutreffen. Trans Frauen vor Östrogentherapie und trans Männer, die nicht wieder auf Östrogen gehen können oder wollen, sind dann wohl auch kannibalistische Monster?

    Da muss ich glaube ich keinen Kommentar mehr zu machen.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 25.04.2022, 17:57h
  • Antwort auf #2 von TransMann
  • Finde ich auch ziemlich scheiße, so als mit einem Transmann verheiratete Cisse.

    Was nun JKR anbetrifft, so hat sie es nicht anders gewollt. Wer so Dinge vom Stapel lässt, muss halt auch damit rechnen, entsprechend zurückzubekommen.
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#4 PrideProfil
  • 25.04.2022, 18:01h...
  • Antwort auf #2 von TransMann
  • Das lag mir auch auf der Zunge. Leider bin ich in meinem #1 nicht soweit gekommen, im ersten Satz z.B. u.a. das Wort "insofern" einzufügen. Ansonsten kann aber wohl doch über dem Buch Klamauk und die zuvorderst erzielte Aufregung der TERFs stehen.
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#5 HexeAnonym
#6 Ith_Anonym
  • 25.04.2022, 18:10h
  • Antwort auf #2 von TransMann
  • Hmja, trans Frauen erzählen dir auch gern mal, Schwule wären doch die nettesten Leute der Welt. Also SIE hat von denen noch nie Transfeindlichkeit erlebt und wurde auch nie wegen ihrer angeborenen Geschlechtsorgane angegriffen, keine Ahnung was du da redest. Hast du dir vermutlich eingebildet, wie das hyster-ische Menschen eben so machen.
    Wird auch erst so richtig geil, wenn dir das die trans Frau erzählt, die danach einen Workshop über trans*-Empowerment hält. Als Beispielfotos prominenter Trans-Personen gibt es in ihrem Vortrag dann natürlich auch >5 Einzelfotos von trans Frauen und ein Gruppenbild, auf dem irgendjemand von den 10+ Leuten trans*-männlich ist.

    Trans* ist nicht gleich trans*, das raffen die Leute immer nicht, und viele, glaube ich, wollen es auch lieber nicht wissen. Ist einfach unkomplizierter, als Sprecherin eine trans Frau einzuladen und sich guten Gewissens mit der Gewissheit zurückzulehnen, das Thema trans*-Repräsentation abgedeckt zu haben. Dass die trans*-männliche Perspektive anders aussehen könnte, kommt schließlich gar nicht in Frage.

    Was das Buch betrifft: Konkrete Namensnennungen würde ich bleiben lassen, für sowas kann man gerade bei bestehenden Feindseligkeiten auch schnell mal verklagt werden. Rechtsabsichernde Sätze wie "Ähnlichkeiten [bla] rein zufällig" haben ihre Gründe. Ich drücke mal die Daumen, dass das der Autorin nicht auf die Füße fällt und/oder die Kosten für den Rechtsstreit durch das Buch zumindest wieder reinkommen.
    Wobei es rein vom Marketing her schon nicht dumm ist, sich in das Thema reinzuhängen. Man hätte das aber wunderbar so aufziehen können, dass jede*r hinreichend gut versteht, um wen es geht, um drüber zu reden, aber mit etwas besseren Chancen, den mit hoher Sicherheit folgenden Verleumdungsprozess zu gewinnen.
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#7 TransMannAnonym
  • 25.04.2022, 18:45h
  • Antwort auf #2 von TransMann
  • Mit "Trans Frauen werden davon auch nicht verschont" meinte ich, dass trans Frauen auch aufgrund von Testosteron als aggressiv und gewalttätig verunglimpft werden, und da ist es dann auch ziemlich egal, wie viel T sie noch im System haben. Nur dass das klar ist, mir fiel gerade auf, dass ich es nicht komplett ausgeführt habe.
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#8 Ith_Anonym
  • 25.04.2022, 19:22h
  • Antwort auf #7 von TransMann
  • Ach, naja, um den Weltenbau abschließend beurteilen zu können, und sich anzuschauen, ob und wie das gelöst wird, müsste man's halt lesen. Aber so auf den ersten Blick sieht es schon danach aus, dass trans*-Männer mit und trans Frauen ohne HRT die A-Karte bekommen.
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#9 qwertzuiopüAnonym
  • 25.04.2022, 22:35h
  • Antwort auf #2 von TransMann
  • Ich hab das als Witz aufgefasst, und finde ihn ehrlich gesagt auch ganz gelungen.

    Schließlich behaupten Terfs ja, dass Männer durch Testosteron zu unkontrollierten Bestien werden.

    Soetwas aufzugreifen, zu übertreiben und dadurch zu zeigen, wie lächerlich die Aussage ist, ist die übliche Vorgehensweise von Satire.
    Und das ist meiner Meinung auch der beste Umgang mit Terfs.
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#10 FragezeichenAnonym
  • 25.04.2022, 22:44h
  • Antwort auf #7 von TransMann
  • Ich habe es nun so verstanden:
    ab einem "gewissen" Level an Hormon...und der scheint ja nicht genauer definiert zu sein. Eventuell Absicht der Autorin.

    und das absolut nicht in Bezug auf (T)Männer gesehen. Ich dachte da eher an die Exemplare die kaum noch noch gehen können vor lauter "Männlichkeit". Oder in Bezug auf andere "konvertierte" interpretierte; s.a. Religionen. Wobei ich den Begriff Trans-Mann/Frau furchtbar finde, deshalb die Klammer.
    Nebenbei fiel mir auf: ich kenne keinen einzigen Mann aber drei Frauen. Die Männer gehen wirklich etwas sehr unter. Die Diskussion dreht sich (fast) nur um die Gegenrichtung. Wobei ich nicht gebildet genug bin um das wirklich einschätzen zu können.

    Ich gelobe Besserung und werde mich mehr mit meinen Brüdern beschäftigen. Im Moment kenne ich eher allgemeine Probleme aber habe nie realisiert das es um eine marginalisierte, quasi unsichtbare Variante geht. Insbesondere da sich ein aktiver Forist die Seele aus dem Leib schreibt um die Probleme sichtbar zu machen. Was ich wahrgenommen aber wohl deutlich unterschätzt habe. Ich bitte darob um Nachsicht und Entschuldigung. Die eigenen Probleme hatten mir die Sicht vernebelt.

    P.S.: mir gefällt die Idee. Mad Max-Like zu überleben und nebenbei zu erfahren: der/die Depp hat es nicht geschafft. Und dann schwinge ich meinen (lederummantelten) Hintern auf den Bock und gebe Feuer...(Medikamentensuche gewinnt da noch eine besondere Note.)
    P.P.S.: ich liebe (Zombie) Apokalypsen. Herrlicher Trash. Wobei "Walking Dead" enttäuschend war.
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