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- 18. Januar 2006 2 Min.
Toronto (queer.de) - Vor den kanadischen Parlamentswahlen am kommenden Montag warnen Homo-Gruppen und Politiker davor, dass bei einem konservativen Wahlsieg die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben wieder rückgängig gemacht werden könnte. "Manche sagen, der Ausgang der Wahlen ist egal", schreibt etwa die Homo-Gruppe "Queer BC" in einer Mitteilung. "Lasst Euch nicht verarschen. Wenn Herr Harper Premierminister wird, ist die Homo-Ehe in ernster Gefahr." Stephen Harper ist der Spitzenkandidat der Konservativen Partei, die nach neuesten Umfragen um die 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen kann. Die regierende Liberale Partei unter Premierminister Paul Martin liegt bei knapp 30 Prozent. Die Liberalen hatten im Juni 2005 einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe erfolgreich durch das Parlament gebracht (queer.de berichtete). Wegen des komplizierten Mehrheitswahlrechts und starken Regionalparteien ist es Meinungsforschern zufolge noch unsicher, ob die Konservativen die absolute Mehrheit der Sitze erreichen. Stephen Harper selbst kündigte an, er werde das Parlament fragen, ob die Homo-Ehe Bestand haben sollte oder nicht. Er wolle sich in seiner Politik mehr an den USA orientieren und beispielsweise aus der Klimaschutz-Protokoll von Kyoto aussteigen. Die beiden kleinen Parteien - die linksgerichtete NDP und der separatistische Bloc Québécois - kündigten bereits an, sie würden der Abschaffung der Homo-Ehe unter keinen Umständen zustimmen. "Wir werden nicht zulassen, dass eine Partei die positiven Errungenschaften und das gute Image Kanadas in der Welt kaputt macht", so NDP-Chef Jack Layton in einer Wahlkampfrede. Vorgezogene Neuwahlen wurden im November ausgerufen, nachdem die liberale Minderheitsregierung über eine Korruptionsaffäre gestolpert war. (dk)
Links zum Thema:
» Positionen der Parteien zur Homo-Ehe (auf Englisch)















orientieren und womöglich auch nicht mehr sicher fühlen.