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"Doctor Strange 2"
Saudi-Arabien: Disney besteht auf lesbische Filmszene
Wegen einer Szene von zwölf Sekunden wird der Superheld*innen-Film "Doctor Strange in the Multiverse of Madness" in Saudi-Arabien nicht gezeigt. Die Filmaufsicht forderte die Streichung, Disney lehnte ab.

Mit America Chavez (Xochitl Gomez) gibt es in "Doctor Strange 2" eine offen lesbische Superheldin (Bild: Disney)
- 26. April 2022, 04:11h 2 Min.
Saudi-Arabien hat von dem Unterhaltungskonzern Disney verlangt, "Hinweise auf LGBTQ"-Themen aus dem jüngsten Marvel-Superheld*innen-Film "Doctor Strange in the Multiverse of Madness" zu entfernen. Disney habe die für eine Vorführung in Saudi-Arabien notwendigen Änderungen bislang nicht vorgenommen, sagte Nawaf Alsabahn von der saudiarabischen Filmaufsicht am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Es gehe lediglich um eine Szene von "zwölf Sekunden", in denen eine lesbische Figur auftritt. Gemeint ist offenbar die von Xochitl Gomez gepielte Superheldin America Chavez.
Das Problem an der Szene sei, dass die Figur über "zwei Mütter" spreche, sagte Alasbhan. In der Golfregion sei es "sehr schwierig", eine solche Szene zuzulassen. Seine Behörde habe Disney schriftlich aufgefordert, die Szene herauszuschneiden. Das Unternehmen habe jedoch nicht eingewilligt. Berichte, wonach der Film, der Anfang Mai erscheinen soll, vollständig verboten worden sei, wies Alasbhan zurück. "Er wurde nie verboten. Er wird nie verboten werden", behauptete er.
Auf Homosexualität steht die Todesstrafe
In Saudi-Arabien war es lange Zeit nicht möglich gewesen, Filme in Kinos anzuschauen. Erst 2017 hob Riad dann im Rahmen mehrerer Reformen ein jahrzehntelang geltendes Kino-Verbot auf. Das Land hatte im letzten Jahr bereits den Film "Eternals" wegen eines schwules Kusses verboten (queer.de berichtete).
Saudi-Arabien gilt als einer der wenigen Staaten der Erde, der Homosexualität nicht nur im (Scharia-)Gesetz mit der Todesstrafe bedroht, sondern diese auch zumindest in einigen Fällen tatsächlich durchführt. Das Regime behauptet, dass dies nur in Kombination mit schweren Straftaten wie Mord oder Kindesmissbrauch geschehe. In anderen Fällen kam es zu Auspeitschungen oder Gefängnisstrafen für Personen, die der Homosexualität beschuldigt wurden. Mehrfach war es in den letzten Jahren zu anti-homosexuellen Razzien gekommen. (cw/AFP)
















Richtig so. Wenn sich die Filmemacher darauf, im großen Rahmen, einlassen dann können die für jedes Land auf der Erde nen neuen Film drehen. Oder für das Land die eine Szene und für das nächste Land ne andere Szene raus schneiden. Wenn die Länder nicht wollen haben sie eben Pech. Wenn die Bevölkerung es sehen möchte, trotz dessen, und es wird ihnen Verboten, dann werden sie eines Tages vielleicht sagen: "Es reicht, wir lassen uns nichts mehr vorschreiben." Und rücken ihrer Regierung erst mal den Kopf gerade. Dann geht hoffentlich ein Ruck um die ganze Welt und das Thema Homo oder Hetero oder Trans oder oder oder ist Geschichte...
Schönen Tag noch