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Esso-Mutterkonzern

ExxonMobil verbietet Regenbogen­fahne

Die LGBTI-feindliche Atmosphäre in der amerikanischen Politik hat Konsequenzen: Jetzt untersagte eine der größten Firmen des Landes das Hissen einer Regenbogenflagge zur CSD-Saison.


Allein in Deutschland betreibt ExxonMobil fast 1.000 Esso-Tankstellen (Bild: DennisM2 / flickr)

  • 26. April 2022, 12:29h 8 3 Min.

Der Mineralölkonzern Exxon Mobil, das nach Umsatz drittgrößte Unternehmen der USA, hat das Hissen der Regenbogen­fahne während des Pride-Monats Juni vor der Firmenzentrale im texanischen Irving verboten. Wie "Bloomberg" berichtete, untersagte der Konzern jegliche "externe" Fahnen, darunter auch eine gegen Rassismus.

Die queere Mitarbeitervereinigung "Pride" in Houston bestätigte das Verbot. "Die Unternehmensführung hat sich daran gestört, dass die Regenbogen­fahne an unseren Einrichtungen gehisst wird", erklärte die Vereinigung. "Gegenüber uns wurde als Begründung für diesen Schritt angegeben, dass die Firma 'neutral' sein müsse."

Unternehmenssprecherin Tracey Gunnlaugsson behauptete, das Verbot solle nicht "unser Engagement für Vielfalt und unsere Unterstützung für spezielle Arbeitnehmergruppen" einschränken. Man wolle weiter einen "offenen, ehrlichen und inklusiven Arbeitsplatz" anbieten. "Wir sind traurig, dass manch ein Mitarbeiter das anders sieht", so Gunnlaugsson. Zudem betonte die Firma, dass die Pride-Fahne in anderen Bereichen des Unternehmens weiter erlaubt sei – etwa in Online-Auftritten oder auf Rasenflächen des Unternehmens.

Queere ExonMobil-Angestellte ziehen sich vom CSD zurück

"Pride Houston" hat jedoch als Reaktion auf das Verbot beschlossen, sich nicht im Namen der Firma am CSD der bevölkerungsreichsten Stadt von Texas zu beteiligen. Beim Houston Pride sind in der Regel rund 800.000 Menschen dabei.

Die Human Rights Campaign, die größte LGBTI-Organisation des Landes, kritisierte ExxonMobil für das Verbot. Man hoffe, der Unternehmensführung deutlich machen zu können, "dass es keine 'Neutralität' gibt, wenn es um unsere Rechte geht".

/ HRC
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Ex-Mitarbeiter J. Chris Martin, ein ehemaliger Anführer der queeren ExxonMobil-Mitarbeitergruppe, erklärte gegenüber der "New York Times", dass "Pride" bei der Entscheidung nicht direkt eingebunden wurde. Die Firma habe wohl Angst, in der augenblicklichen politischen Lage für Minderheiten einzutreten.

Reaktion auf "Don't Say Gay"-Gesetzentwürfe

Hintergrund ist eine teils aggressive queerfeindliche Politik der Republikaner, die in vielen Bundesstaaten gegen die Gleichbehandlung vorgehen. In Florida wurde etwa das sogenannte "Don't Say Gay"-Gesetz beschlossen, das Debatte über queere Themen oder Menschen an Schulen weitgehend verbietet (queer.de berichtete). Diese Version eines "Homo-Propaganda"-Gesetzes wird auch in mehreren anderen Bundessstaaten debattiert, auch in Texas.

Unternehmen, die diese Politik kritisieren, können dabei auch sanktioniert werden: So entzog Florida dem Disney-Konzern die Selbstverwaltung, nachdem der CEO die Abschaffung des "Don't Say Gay"-Gesetzes gefordert hatte (queer.de berichtete).

ExxonMobil galt in der Vergangenheit als extrem queerfeindliche Firma. 2012 lehnte sie etwa noch den Schutz schwuler Mitarbeiter und lesbischer Mitarbeiterinnen ab (queer.de berichtete). Inzwischen schützt der Mineralölkonzern aber queere Angestellte und bietet etwa gleichgeschlechtlichen Partner*innen die selben Leistungen wie verschiedengeschlechtlichen. In der Analyse der Human Rights Campaign erhält ExxonMobil beim Thema LGBTI-Akzeptanz 85 von 100 Punkten. (dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 26.04.2022, 15:34h
  • "Reaktion auf "Don't Say Gay"-Gesetzentwürfe"

    Skandalös.

    Diese Gesetze gehören US-weit verboten, denn sie schaffen de facto das in der Verfassung festgelegte Recht auf Meinungsfreiheit ab.

    Im übrigen legt ExxonMobil das meiner Meinung nach aber auch zu streng aus. Es geht bei dem Gesetz meines Wissens nach um Schulen und Unterricht. Das ist schon schlimm genug, trifft aber eine Konzernzentrale meines Wissens nicht.

    Wenn ich da richtig liege, legen die das zu streng aus oder sie wollen das eh nicht und nutzen das jetzt nur als Vorwand.
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#2 AlexAnonym
  • 26.04.2022, 15:51h
  • "Die Firma habe wohl Angst, in der augenblicklichen politischen Lage für Minderheiten einzutreten."

    Und genau das ist dann das Gegenteil von Neutralität. Wo Menschen entrechtet werden, ist Schweigen Zustimmung zur Entrechtung.

    Exxon dürfte nicht die einzige Firma sein, die sich schon langsam auf eine Republikanische Regierung in Washington einstellt und entsprechende Weichen stellt.

    Abtreibungen werden bereits mancherorts verboten, trans Menschen immer weiter drangsaliert und entrechtet. Für alle Marginalisierten werden noch sehr harte Zeiten anbrechen.
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#3 AtreusEhemaliges Profil
  • 26.04.2022, 16:48h
  • Dass us-amerikanische Firmen "Angst haben, für >Menschenrechte< einzutreten", sagt doch in einem Satz mehr über den Zustand der Demokratie aus, als alle Kolumnen, Leitartikel, Sachbücher und TV-Sendungen zusammen. Der Satz und seine Erkenntnis steht für sich.

    Ich bin mir sicher, dass Frau Atwood keine Anleitung schreiben wollte.
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