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Berlin

Dritter Preis für lesbische* Sichtbarkeit verliehen

Bei einer Preisverleihung im Roten Rathaus wurde Saideh Saadat-Lendle, die Gründerin von LesMigraS, ausgezeichnet.


Die jetzige Preisträgerin auf einer Veranstaltung 2017 (Bild: Javid Nabiyev / Queer Refugees for Pride)

  • 26. April 2022, 18:47h - 3 Min.

Am Tag der lesbischen Sichtbarkeit, dem 26. April, wurde in Berlin am Dienstag der nach diesem Ziel benannte Preis der Stadt verliehen, diesmal an Saideh Saadat-Lendle, die als Gründerin der Organisation LesMigraS bekannt wurde. Die Ehrung wird seit 2018 alle zwei Jahre von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Bei der Preisverleihung im Roten Rathaus wurden die Nominierten bekannt gegeben. Insgesamt waren 57 Vorschläge zu 33 unterschiedliche Personen eingegangen, wovon 26 Nominierungen zulässig waren. Die ehrenamtliche unabhängige Jury entschied laut einer Mitteilung der Stadt, sieben Nominierungen nicht zuzulassen, weil diese die Kriterien wie einen Berlinbezug nicht erfüllten. Aus den Vorschlägen wählte die Jury drei Nominierte aus und kürte daraus die Preisträgerin.

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Die neben ihr "für besondere Würdigung ausgewählten Nominierten" sind Anastasia Klevets und Katja Koblitz. Klevets wurde in der Sowjetunion geboren und engagierte sich vor allem bei Quarteera, dem Verein russischsprachiger LGBT in Deutschland – aktuell besonders in der Hilfe und Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine. Koblitz leitet den Spinnboden (Lesbenarchiv & Bibliothek), ist seit Mitte der 1990er Jahre aktiv in der Vermittlung feministisch-lesbischer* Geschichte durch Formate wie Publikationen, Ausstellungen, Workshops und Führungen und bietet seit 2006 Ausstellungsführungen, Stadtrundgänge und Friedhofsbegehungen zu lesbisch-feministischer Kultur an.

Ein Leben für Empowerment und gegen Diskriminierung

Saideh Saadat-Lendle hatte es bereits vor zwei Jahren auf die Shortlist des Preises geschafft. Sie wurde 1958 im Iran geboren und studierte Mathematik für Informatik sowie Chemie. Kurz vor dem Abschluss wurde sie aufgrund politischer Aktivitäten aus der Universität entlassen und zweimal inhaftiert. Nach fünf Jahren eines Lebens im Untergrund floh Saideh 1985 nach Deutschland, wo sie in Berlin kritische Psychologie studierte. Seitdem engagiert sie sich politisch in der iranischen Frauenbewegung im Exil und seit 1999 für Empowerment und gegen intersektionale Gewalt und Diskriminierung insbesondere von Frauen*, Lesben* und Queers mit Rassismuserfahrung.

1990 hatte sie sich als Lesbe* geoutet, stieß damit in der iranischen Community auf viele Widerstände und setze sich seitdem in Deutschland und international gegen mehrdimensionale Gewalt und Diskriminierung von Lesben* und ihren Verbündeten ein, so eine Würdigung auf der Webseite des Preises. "Sie hat aus persönlichem Engagement und als Leiterin von LesMigraS unzählige Redebeiträge zum Thema Empowerment und intersektionale Diskriminierung von Lesben* und Queers gehalten, Gruppen, Workshops und Fortbildungen geleitet, Texte geschrieben bzw. Broschüren und Bücher zum Thema herausgegeben. Seit sie im Jahre 1999 LesMigraS gründete bis zum Ende ihrer Arbeit bei der Lesbenberatung Berlin Ende 2021 hat Saideh einer neuen Generation von Lesben* und Queers Raum gegeben, sich zu stärken, zu verbinden und damit für sich, füreinander, für ihre Communities und die Gesellschaft aktiv Verantwortung zu tragen."

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Überreicht wurde der Preis von der Senatorin für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung, Lena Kreck. 2020 wurde die Schriftstellerin, Historikerin, Aktivistin und Dichterin Katharina Oguntoye ausgezeichnet (queer.de berichtete), bei der Premiere 2018 die Pädagogin, Autorin und LGBTI-Aktivistin Dr. Ilse Kokula (queer.de berichtete). Oguntoye saß in diesem Jahr in der Jury, neben der Seitenwechsel-Boxerin Alice Backwell, der Autorin und Missy-Magazine-Kolumnistin Debora Antmann, die*der Inter-Menschenrechtler*in Ev Blaine Matthigack und Katja Fischer, Aktivistin für die Belange von Gehörlosen und die Gebärdensprache. (nb/pm)

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