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TV-Tipp

Der Lebensort Vielfalt wird im Ersten präsentiert

Die Pflege-WG der Schwulenberatung Berlin wird von der Deutschen Fernsehlotterie mit 300.000 Euro gefördert. Am Sonntag präsentiert das Projekt seine Arbeit bei der Gewinnzahlenpräsentation.


In der Pflege-WG vom Lebensort Vielfalt geht es darum, man selbst zu sein (Bild: Einspieler Deutsche Fernsehlotterie)

Am kommenden Sonntag, den 1. Mai, um 19.09 Uhr macht die Deutsche Fernsehlotterie in ihrer Gewinnzahlenbekanntgabe im Ersten auf das von ihr geförderte Projekt Lebensort Vielfalt der Schwulenberatung Berlin aufmerksam. Im Lebensort Vielfalt leben Menschen aller Generationen in Vielfalt zusammen. Insgesamt gibt es vier Wohngemeinschaften für schwule, trans oder inter Menschen, mit und ohne Fluchterfahrung. Der Lebensort Vielfalt beherbergt die europaweit erste betreute Wohngemeinschaft für schwule Männer mit Pflegebedarf und Demenz.

"Unsere Pflege-WG ist ein Ort, wo schwule Männer sie selbst sein können, ohne sich zu verstecken, ohne Angst vor Diskriminierung oder Ausgrenzung", so der Geschäftsführer der Schwulenberatung Marcel de Groot. Die barrierefreie Pflege-WG verfügt über einen 24-Stunden-Pflegedienst und bietet den Bewohnern neben einem eigenen Zimmer auch einen Gemeinschaftsraum und rollstuhlgerechte Badezimmer. Die Bewohner können sich einen professionellen Pflegedienst aussuchen und bekommen eine ganzheitliche diversitätssensible Pflege und Betreuung.

Nicht mehr verstecken müssen

"In dieser WG leben zu können, bedeutet sich nicht mehr verstecken zu müssen mit dem, was ihnen wichtig ist, was ihr Leben ausmacht: dem Schwulsein", erklärt Pflegeleitung Heide Trautzburg.

"Es gibt eine ganze Menge älterer, schwuler Männer, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung gezwungen waren, sich von ihrer Ursprungsfamilie zu verabschieden und denen es nicht gelungen ist, eine eigene Familie aufzubauen", berichtet der Aktivist und Mitbewohner Bernd Gaiser. "Deswegen sind sie im Alter auf soziale Kontakte angewiesen, um sich ihre Lebensqualität und Gesundheit zu bewahren. Darum ist eine Pflege-Einrichtung wie diese so wichtig."


Der Lebensort Vielfalt in Berlin-Charlottenburg beherbergt die europaweit erste betreute Wohngemeinschaft für schwule Männer mit Pflegebedarf und Demenz (Bild: Einspieler Deutsche Fernsehlotterie)

Für eine kultursensible Pflege von LGBTI hat die Schwulenberatung Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das gleichnamige Qualitätssiegel "Lebensort Vielfalt" entwickelt, das bundesweit erworben werden kann.

Einmaliges Projekt in Europa

Der Lebensort Vielfalt ist in seiner Größe und seiner Vielfältigkeit einmalig in Europa. Möglich gemacht wird der Lebensort Vielfalt auch durch die Förderung der Deutschen Fernsehlotterie von 300.000 Euro. Am Sonntag präsentieren Marcel de Groot, Heide Trautzburg, Bernd Gaiser und die Bewohner die Arbeit und das Leben im Lebensort Vielfalt in den Gewinnzahlen der Deutschen Fernsehlotterie im Ersten.

"Engagement braucht Sichtbarkeit. Wir geben daher in der Präsentation unserer Gewinnzahlen den Menschen aus unseren geförderten Maßnahmen eine Plattform und zeigen funktionierende Lösungen für die Ursachen gesellschaftlicher Herausforderungen", so Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie.

Dank ihrer Mitspieler*innen erzielte die Deutsche Fernsehlotterie von 1956 bis heute einen karitativen Zweckertrag von über zwei Milliarden Euro. Damit konnte die Soziallotterie über die ihr zugehörige Stiftung Deutsches Hilfswerk insgesamt rund 9.900 Projekte fördern. Im Jahr 2021 wurden rund 35 Millionen Euro an 282 soziale Projekte vergeben. Mindestens 30 Prozent der Loseinnahmen fließen jedes Jahr über die Stiftung Deutsches Hilfswerk in den guten Zweck. (cw/ots)



#1 AtreusEhemaliges Profil
  • 27.04.2022, 10:58h
  • Ein tolles, wichtiges Projekt, bravo. Für mich ganz persönlich hoffe ich, dass ich meine Restlaufzeit weitestgehend autark verleben kann. Mit sollbrüchigen Vermoosungen des Körpers käme ich zurecht, auch gehe ich davon aus, dass ich meinen Körper weitestgehend aufgeben werde, mit fortschreitendem Alter, aber ein dauerhafter Pflegebedarf entspricht so gar nicht meinem persönlichen Lebensentwurf. Ein schöne Vorstellung wäre, möglichst weit in der Spätnacht meines Lebens, einen geistigen und materiellen Zustand zu erreichen, indem ich von der Zukunft nicht mehr erwarte, als die Fortsetzung der Gegenwart und beim finalen Stuhl durch einen Blitzschlag von der feuervergoldeten Sanitärkeramik gefegt zu werden.
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#2 LothiAnonym
  • 27.04.2022, 11:34h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Eine sehr zutreffende Vorstellung von Dir und den Lebensabend.
    Diese Entscheidung habe ich längst für mich entschieden. Sollte es je dazu kommen ohne Hilfe von außen weiter selbstständig leben zu können, wars das. Wozu habe ich extra eine Badewanne in meiner Wohnung? Mich kriegen keine 10 Pferde in ein Pflegeheim. Auch wenns noch so schwul ist. Im übrigen habe ich mal vor Jahren schon im Schwulen Zentrum nach einer Alten WG angefragt. Das hätte mich schon eher interessiert. Sogar auf dem Land. Aber da ist wohl nichts zu machen. Also steht mein Entschluss fest. Wenn alle Stricke reißen, dann bleibt nur noch der Freitod.
    Und bei meiner Immuntrombozytopenie kurz ITP genannt, kann es auch so passieren, dass ich abends ins Bett gehe und morgens nicht mehr aufwache. Gehirnblutung. Wenn ich es mir so durch den Kopf gehen lasse, ein doch guter Schlußstrich.
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#3 Indigo73Anonym
  • 27.04.2022, 13:21h
  • Es ist sehr schön, dass es dieses Projekt gibt. Aber was mich erschreckt, ist, dass es das einzige seiner Art sein soll. Es wird sehr viel mehr Pflegebedürftige aus dem LGBTIQ*-Bereich geben, als dort leben können.
    Zwar möchte ich selbst nie in einer Pflegeeinrichtung leben müssen, aber käme es dazu, hätte ich keine Lust dazu, mich auf meine alten Tagen noch verbiegen zu müssen, weil das so ein klassisches Heim ist.
    Einer von vielen Beiträgen, die zeigen, wie viel noch zu tun ist.
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#4 LothiAnonym
#5 Ith_Anonym
  • 27.04.2022, 15:24h
  • Ich werd nicht schlau aus dem Artikel. Im Intro heißt es auch inter und trans, im Interview geht es ausschließlich um Schwule, mit der starken Betonung, dass das Schwulsein das sei, was die Leute ausmache, die da sind.
    Was denn jetzt? Inter und trans nur, solange/wenn sie außerdem schwul sind? Oder im realen Leben vielleicht auch gar nicht, sondern nur auf dem Papier?
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