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Zensus

Kanada: 0,33 Prozent der Bevölkerung trans oder nichtbinär

In einer Volkszählung fragte Kanada erstmals nach der Geschlechtsidentität der Bewohner*innen. Das Ergebnis: Jede 300. Person im Land gehört einer geschlechtlichen Minderheit an.


Sabi (Bilal Baig) ist die nichtbinäre Hauptfigur der kanadischen Sitcom "Sort of" (Bild: Sky Deutschland)

0,33 Prozent der kanadischen Bevölkerung hat in einer Volkszählung 2021 angegeben, trans oder nichtbinär zu sein. Das gab die kanadische Statistikbehörde am Mittwoch in der Hauptstadt Ottawa bekannt. Demnach sind unter den knapp 30,5 Millionen Menschen über 15 Jahren, die in Kanada leben, 41.355 nichtbinäre Personen, 31.555 trans Frauen und 27.905 trans Männer – insgesamt handelt es sich also um knapp 101.000 Menschen.


(Bild: Statistics Canada)

Laut dem Statistikamt gibt es beim Anteil trans bzw. nichtbinärer Menschen große Unterschiede zwischen den Generationen. Während sich etwa in der Gruppe der nach 1997 geborenen Menschen 0,8 Prozent einer geschlechtlichen Minderheit zuordnen, sind es unter den vor 1945 geborenen Personen nur 0,1 Prozent.


(Bild: Statistics Canada)

Kanada ist das weltweit erste Land, das im Rahmen einer umfassenden Volkszählung die geschlechtliche Identität der Einwohner*innen abfragte. Einige Länder haben zumindest den Anteil ihrer trans Bevölkerung in Studien einschätzen lassen. In Belgien und Neuseeland kamen etwa repräsentative Befragungen zu dem Ergebnis, dass der Trans-Anteil bei jeweils 0,5 Prozent liege. Andere Studien aus dem vergangenen Jahr mit verschiedenen Modi kamen zu ähnlichen Ergebnissen: Irland bezifferte seinen Trans-Anteil etwa auf 0,6 Prozent, die Vereinigten Staaten kamen auf 0,8 Prozent.

Weltweit zählt Kanada zu den queerfreundlichsten Ländern. Vergangenes Jahr beschloss das Land etwa ein umfassendes Verbot von Trans- und Homo-"Heilung" (queer.de berichtete).

Auch im kanadischen Fernsehen gibt es viele queerfreundliche Programme: Jahrelang strahlte der öffentlich-rechtliche Sender CBC etwa "Schitt's Creek" aus, einer der erfolgreichen kanadischen Sitcoms aller Zeiten. Der pansexuelle David (Dan Levy) war eine der Hauptfiguren. Zuletzt sorgte die Comedy-Serie "Sort of" für Schlagzeilen, in der die nichtbinäre Figur Sabi (Bilal Baig) die Hauptrolle spielt. "Sort of" wurde Mitte April bei den kanadischen Fernsehpreisen als beste Comedyserie ausgezeichnet (queer.de berichtete). (dk)



#1 DamerowAnonym
#2 HoneyAnonym
#3 Petra Weitzel dgtiAnonym
  • 28.04.2022, 13:09h
  • Wie "schön", dass die Zahlen so stark schwanken, wenn man eine gesetzliche, national bedingte Altersgrenze zieht. Unter 24 sind es 0,79% in Kanada, aber man zählt erst ab 15. In den USA hat man ab 13 gezählt, und es kamen beim Williams Institute und Gallup jeweils 0,6% heraus. Das Deutsche Jugendinstitut hat in "Coming-Out und dann?" ermittelt, dass mit 14 mehr als die Hälfte der trans* Personen über sich Bescheid wissen. Da ist 15 als Untergrenze für die Befragung zu tief angesetzt. Man kann an der Auswertung der Behörde sehen, dass das die Befragung verzerrt.
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#4 hilfreichAnonym
  • 28.04.2022, 14:13h
  • Da die Datengrundlage ja mehr als schwammig ist, bringen solche Aussagen nichts. Ob nun 0,3 % , 3 % oder 30 % .... es weht ein Wind des Wandels. Mir ist es egal, wieviele es betrifft.
    Leider ist diese Erhebung nicht wirklich fundiert.
    Also weitermachen und sichtbar sein und Schutzräume schaffen!
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#5 Indigo73Anonym
  • 29.04.2022, 13:16h
  • Und was ist mit inter*?
    Wir haben da jetzt cis-Männer, cis-Frauen, Transgender und - erfreulich, dass mal an sie gedacht wurde - Nichtbinäre. Aber was ist mit inter*? Ich habe da neulich wild recherchiert und kann keine vernünftigen Zahlen dazu finden. Und es ist ja keineswegs so, dass inter* Personen sich ausschließlich als männlich, weiblich oder nichtbinär identifizieren. Wo haben sie die einsortiert? Oder wurde danach etwa gar nicht gefragt? Sehr schade!
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#6 AlexAnonym
  • 29.04.2022, 16:26h
  • Antwort auf #5 von Indigo73
  • "Und es ist ja keineswegs so, dass inter* Personen sich ausschließlich als männlich, weiblich oder nichtbinär identifizieren."

    Welche anderen Begriffe wählen inter Menschen denn zum Beispiel?
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#7 Indigo73Anonym
  • 30.04.2022, 00:04h
  • Antwort auf #6 von Alex
  • Manche bezeichnen sich zum Beispiel als beides. Sie sind sowohl weiblich als auch männlich. Oder als "divers" oder ein drittes Geschlecht, weil sie sich nicht festlegen wollen. Oder können. Das ist nicht zwangsläufig nichtbinär. Somit müsste eine ernsthafte Studie das gesondert erfassen. Hier hätten sie nur die Wahl zwischen männlich, weiblich und nichtbinär gehabt.
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#8 AlexAnonym
  • 30.04.2022, 15:25h
  • Antwort auf #7 von Indigo73
  • Danke für deine Erklärung. Ich hätte zwar selbst auf diese Möglichkeiten kommen können, aber ich war neugierig, welche Optionen auch tatsächlich von "Betroffenen" gewählt bzw. gewünscht werden.

    Ich werde wohl nicht mehr erleben, dass Geschlechtsidentitäten jenseits der Binarität mit gleicher Selbstverständlichkeit mitgedacht und akzeptiert werden. Trotzdem lohnt es sich, daran zu arbeiten.
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#9 Indigo73Anonym
  • 01.05.2022, 00:03h
  • Antwort auf #8 von Alex
  • "Ich werde wohl nicht mehr erleben, dass Geschlechtsidentitäten jenseits der Binarität mit gleicher Selbstverständlichkeit mitgedacht und akzeptiert werden. "

    Ich vermutlich auch nicht.
    Meine Recherchen haben auf erschreckende Weise gezeigt, wie sehr inter* Personen am Rand stehen, wie oft sie vergessen werden.
    Dabei wurden und werden an ihnen echte Verbrechen verübt. Bis etwa in die 1920er wurden sie als "Hermaphroditen" oder "Zwitter" bezeichnet und kamen in manchen Gesetzenteten als solche vor. Das hat sie wenigstens existent gemacht. Danach fing man an, sie zu operieren und aus ihnen männlich oder weiblich zu machen. (Schon als Kinder, sodass sie nicht gefragt werden mussten.) Ab da nannte man sie "intersexuell" und sie verschwanden aus der Gesellschaft, denn da man sie "anpasste", brauchte man sie nicht mehr wirklich berücksichtigen,. Erst in jüngster Zeit gibt es ein paar Urteile und Gesetze, die sie ins Bewusstsein der Gesellschaft zurückgebracht haben, aber in Gesprächen merke ich, dass die wenigsten Leute wissen, was "intersexuell" ist - was u. a. auch an diesem Begriff liegt, das ist wie "pansexuell" oder so was, dabei hat es damit nicht mal ansatzweise etwas zu tun, "drittes Geschlecht" oder "Mann/Frau" oder "XY Frau" etc. wäre treffender - oder was es bedeutet. Und ich konnte bisher tatsächlich nur eine einzige inter* Person finden, an der nicht rumgepfuscht wurde.
    Das ist ein sehr trauriges Kapitel in der langen Liste an Verbrechen an LGBTIQ*.
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#10 canSarahAnonym
  • 01.05.2022, 11:25h
  • Ich halte dies Zahl unglaubwürdig. Kanada ist solange transfreundlich für Ausländer solange man nicht über 30 ist. Bis dato gibt es einen Thershold für eine permanente Aufenthaltsgenehmigung, die man oft nur durch Arbeitgeberunterstützung bekommt, wenn man nicht durch nen Panel Physician als zu krank gesehen wird. Ansonsten ist Kanada overrated. Vergesst es. Transsein dadrüben bedeutet über 300$! für Medikamente alle 3 monate ausgeben zu müssen. Transsein bedeutet, in Montreal ohne Klinik zur Blutentnahme dazustehen, weil andere Kliniken alle Leute über 26 wegschickt. Durch die Vergangenheit mit Ureinwohnern erübrigt sich alles Weitere.
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