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"Das muss zwingend korrigiert werden"

GEW Berlin kritisiert Rot-Grün-Rot wegen Kürzungen bei queerer Bildung

Die größte Bildungsgewerkschaft ruft die erst vor wenigen Monaten ins Amt gekommene Regierung von Franziska Giffey zu einem Kurswechsel auf.


GEW-Berlin-Chef Tom Erdmann fürchtet um die Vorreiterrolle der Hauptstadt bei der queeren Bildung (Bild: GEW Berlin / Fotostudio Charlottenburg)

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin hat geplante Kürzungen von Geldern für queere Bildungsprojekte durch den Berliner Senat scharf kritisiert. Rot-Grün-Rot solle sich mehr an ihrem Koalitionvertrag vom November 2021 orientieren, der vorsieht, die Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt auszubauen. Nach Angaben der Gewerkschaft seien im Haushaltsentwurf der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in dem Bereich eine Kürzung um 410.000 Euro vorgesehen.

"Berlin hat seit langem eine Vorreiterrolle bei der queeren Bildung", betonte Tom Erdmann, Co-Vorsitzender der GEW Berlin. "Ausgerechnet in einem Bereich, wo Berlin glänzt, soll nun gekürzt werden. Und das bei gut arbeitenden Bildungsprojekten. Das muss zwingend korrigiert werden". Die Verstärkung der Fachstelle queerer Bildung um 40.000 Euro könne keineswegs ein Ausgleich für die Kürzungen bei den außerschulischen Bildungsprojekten sein.

Den Projekten Youthwork (Berliner Aids-Hilfe), selbst.bestimmt (BiKo Berlin), i-PÄD (Migrationsrat Berlin), queer@school (lambda Berlin-Brandenburg), Queer History Month (FU Berlin) und der inter-trans-Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche (Queer Leben der Schwulenberatung GmbH) drohten massive Kürzungen, sollte der Haushaltsentwurf wie vorgeschlagen beschlossen werden. Diese Projekte bieten Beratung für Schüler*innen, schulisches Personal und Eltern in wichtigen Lebensphasen wie Coming-out oder Transition an. Zudem ergänzen sie den Unterricht durch ihre außerschulische Fachexpertise. Einige Projekte bieten ihre Angebote teils seit Jahren an, dank der Förderung des Senates.

"Diese Kürzungen sind eindeutig der falsche Weg"

Martina Regulin, Co-Chefin der GEW Berlin, beklagte, dass bereits jetzt pädagogisches Personal in der Bundeshauptstadt nicht ausreichend "diskriminierungskritisch" ausgebildet werde und die Sexualerziehungs-Ausbildung ebenfalls nicht systematisch durchgeführt werde. "Die Regierung gibt sich das Ziel, dass Berliner Schulen diskriminierungsfrei gestaltet werden sollen. Diese Kürzungen sind eindeutig der falsche Weg. Die außerschulischen Projekte bleiben weiterhin dringend notwendig", so Regulin.

Die Förderung queerer Bildungsprojekte läuft über die Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt" (IGSV). Die IGSV fördert Antidiskriminierungsprojekte innerhalb aller Senatsverwaltungen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist die größte deutsche Bildungsgewerkschaft mit bundesweit 280.000 Mitgliedern. (pm/cw)



#1 PetterAnonym
  • 29.04.2022, 14:32h
  • Da kann ich mich nur anschließen

    Aber man darf halt auch nicht vergessen, dass das Land Berlin laufend pleite ist. Man muss vor allem mal die wirtschaftlichen Grundlagen ändern, damit dann Geld für solche wichtigen Projekte da ist.

    Und wo neben der Bildung auch noch viel mehr Geld reinfließen muss ist die Gewaltbekämpfung. Berlin als ehemalige Hochburg der Freiheit und des Individualismus, wo LGBTI sich mal angstfrei bewegen konnten, ist in den letzten 20 Jahren sukzessive immer mehr zum Angstort geworden, wo man sich genau überlegen muss, in welchem Viertel man sich gerade befindet.
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