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Wegen Kriegstreiberei
EU setzt homophoben Chef der russisch-orthodoxen Kirche auf Sanktionsliste
Kyrill I. wird laut einem Medienbericht von der Europäischen Union sanktioniert. Der Kirchenchef hatte den Angriffskrieg Russlands mit dem Widerstand gegen CSDs gerechtfertigt.

Kyrill I. unterstützt seit Jahren Präsident Wladimir Putin in seiner Politik (Bild: Patriarchate of Moscow / wikipedia)
- 4. Mai 2022, 11:35h 2 Min.
Die EU-Kommission setzt nach AFP-Informationen in einer sechsten Sanktionswelle auch Patriarch Kyrill I. auf die Liste der sanktionierten Personen. Der 75-jährige Chef der russisch-orthodoxen Kirche ist damit einer von 58 Männern und Frauen auf der Liste, darunter auch die Familie von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
Kyrill gilt als glühender Anhänger von Präsident Wladimir Putin und verteidigte zuletzt auch wiederholt den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Anfang März rechtfertigte der wegen seiner homophoben Ausbrüche bekannte Christenführer das massenhafte Töten damit, dass der Westen angeblich seinem Land CSD-Paraden aufgezwungen habe und dagegen Widerstand geleistet werden müsse (queer.de berichtete).
Homophobie als Kyrills Markenkern
Bereits seit 2009 ist Kyrill Patriarch von Moskau und damit Anführer der russisch-orthodoxen Kirche. Der frühere KGB-Agent mit einem Milliardenvermögen hatte bereits die russische Intervention in Syrien begeistert begrüßt. Immer wieder machte er gegen queere Menschen Stimmung. 2013 erklärte er etwa, die Ehe für alle führe zum Weltuntergang (queer.de berichtete). Später verglich er sogar die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht mit Nazi-Gesetzen (queer.de berichtete). 2016 sagte er, dass CSDs schuld am Terrorismus seien (queer.de berichtete).
Mit seiner aggressiven Homophobie ist er auch oft mit dem Vatikan einer Meinung: 2016 bedauerten der Patriarch und Papst Franziskus etwa in einer gemeinsamen Erklärung, dass Schwule und Lesben in manchen Teilen der Welt heiraten dürfen (queer.de berichtete).
Selbst Papst geht auf Distanz zu Kyrill
Inzwischen hat sich Franziskus etwas von seinem kriegerischen "Bruder" distanziert. In einem aktuellen Interview mit der "Corriere della Sera" erklärte Franziskus: "Ich habe mit Kirill 40 Minuten lang via Zoom gesprochen. In den ersten 20 Minuten las er mir alle Rechtfertigungen für den Krieg vor. Ich hörte zu und sagte: Ich verstehe das alles nicht. Bruder, wir sind keine Staatskleriker, wir können nicht die Sprache der Politik verwenden, sondern die Sprache Jesu." Gemeinsam müssten er und Kyrill "nach Wegen des Friedens suchen und das Feuer der Waffen einstellen", so die Forderung. (dk)















