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Dustin Hice v. Don Lemon

Trump-Fan zieht Missbrauchs-Klage gegen schwulen CNN-Moderator zurück

Ein allzu übereifriger Konservativer wollte mit einer Klage zeigen, dass die linke Presse voller "Perverser" sei. Jetzt behauptet er, dass seine Erinnerung ausgesetzt habe.


David Hice wollte Don Lemon (kleines Bild) auf einen Millionenbetrag verklagen – jetzt muss er selbst zahlen (Bild: Screenshot / Youtube/Sirus XM / CNN)

  • 4. Mai 2022, 15:52h, noch kein Kommentar

Der Barkeeper und konservative Meinungsmacher Dustin Hice hat am Montag seine Klage gegen den linksliberalen CNN-Moderator Don Lemon zurückgezogen. Der 41-Jährige hatte den 56-jährigen Journalisten beschuldigt, ihn im Juli 2018 in einer Bar in Long Island bei New York City sexuell belästigt zu haben. "Er hat seine Hand in seine Shorts gesteckt und energisch an seinen Genitalien gerieben. Dann hat er seine Hand herausgezogen und seinen Zeige- und Mittelfinger in den Schnurrbart des Klägers und unter dessen Nase gerieben", hieß es in der Klageschrift (queer.de berichtete).

Jetzt kamen Hice eigenen Angaben zufolge Zweifel an seiner Version: "Nachdem ich in mich gegangen bin und tief in mein Gedächtnis eingedrungen bin, habe ich bemerkt, dass meine Erinnerungen der Vorkommnisse in der fraglichen Nacht, in der ich CNN-Moderator Don Lemon getroffen habe, nicht so waren, wie ich dachte, als ich die Klage eingereicht habe", heißt es in einer von Hices Anwalt an das queere Nachrichtenmagazin "The Advocate" verschickten Stellungnahme. "Deshalb verfolge ich den Fall nicht weiter."

Hice versuchte wohl, einen Zeugen zu kaufen

Offenbar hat die Entscheidung auch damit zu tun, dass Hice von einem Richter kürzlich zur Zahlung von 77.000 Dollar an Anwaltskosten für Lemon verdonnert wurde (queer.de berichtete). Grund waren erhebliche Zweifel an seiner Darstellung. So habe er etwa versucht, die Identität von Zeug*innen des Vorfalls oder Beweise zu verschleiern. Eine Zeugin, die Hice dem Gericht vorenthalten wollte, habe etwa erklärt, dass er sehr betrunken gewesen sei, sich Lemon regelrecht aufgedrängt und den Journalisten verfolgt haben soll. Einem anderen Mann soll Hice Geld für eine Aussage geboten haben, damit dieser seine Darstellung stützt. Zudem habe Hice zuvor versucht, ein fast wortgleiche Klage gegen eine anderen Mann einzureichen.

Zudem hat Hice seine Klage offenbar auch genutzt, um gegen "Liberale" Stimmung zu machen. Der erklärte Trump-Fan ging etwa zum erzkonservativen Sender Fox News Channel und erklärte in einem Interview, dass CNN ein Sender "voller Sexualstraftäter und Perverser" sei. Zudem deutete er an, dass er als Weißer benachteiligt werde, weil er einen Schwarzen beschuldige. In vielen anderen rechten Medien wurde gemutmaßt, dass CNN und die Demokratische Partei den Übergriff verschleiern wollten.

Lemon hatte immer wieder in Meinungsbeiträgen auf CNN konservative Politiker*innen und insbesondere den früheren Präsidenten Donald Trump kritisiert. Trump bezeichnete den Journalisten deshalb während seiner Präsidentschaft als "dümmsten Mann im Fernsehen" (queer.de berichtete).

Auch nach dem Rückzug von Hice gibt es weiter Verschwörungstheorien um Don Lemons Fall: Die rechtspopulistische Meinungsmacherin Megyn Kelly tweetete etwa auf eine Erklärung der Lemon-Anwältin, dass Hice mit Sicherheit einen "fetten Scheck" erhalten habe. Daraufhin erklärte der CNN-Pressesprecher Matt Dornic: "Falsch. Hast du denn die Mitteilung gelesen, Megyn?" (dk)

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