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Griechenland

Brutaler "Lynchmord" an queerem Aktivisten: Empörung nach Freispruch für vier Polizisten

Vor dreieinhalb Jahren wurde LGBTI-Aktivist Zacharias Kostopoulos von einer Gruppe – auch von vier Polizisten – zu Tode geprügelt. Doch die Beamten werden dafür nicht bestraft.


Der Tod von Zacharias Kostopoulos rüttelte viele Mitglieder der LGBTI-Community in Griechenland auf (Bild: Facebook / Justice For Zak/Zackie)

Ein Athener Gericht hat am Dienstag zwei Männer im Alter von 59 und 77 Jahren wegen der Tötung des queeren Aktivisten Zacharias Kostopoulos 2018 zu einer Haftstrafe von je zehn Jahren verurteilt. Der 77-jährige Verurteilte darf wegen seines hohen Alters seine Strafe zu Hause absitzen. Vier Polizisten, die ebenfalls wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt worden waren, wurden freigesprochen. Diese Milde führte zu scharfer Kritik von Aktivist*innen. Laut der linken Tageszeitung "I Avgi" demonstrierten nach der Urteilsverkündung mehr als 2.000 Menschen auf den Straßen von Athen gegen die Freisprüche.

Kostopoulos war ein in Griechenland bekannter Aktivist für queere Rechte und Aids-Prävention. Vor Ort war er als Dragqueen "Zak/Zackie Oh" bekannt. Der Fall hatte sich am 21. September 2018 am helllichten Tag zugetragen. Der 77-jährige Besitzer eines Juweliergeschäftes und der 59-Jährige hatten auf den Mann eingeschlagen und ihn beschuldigt, ein Dieb und ein Junkie zu sein, was aber später von Überwachungskameras und Blutuntersuchungen widerlegt wurde. Als die Polizei eintraf, prügelten auch die Beamten auf den am Boden liegenden und blutenden Mann ein. Kostopoulos starb wenig später in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen.

"Glasklares Hassverbrechen"

Bereits im Vorfeld des Prozesses gab es Empörung, weil die sechs beteiligten Männer nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge und nicht wegen Mordes angeklagt wurden. LGBTI-Aktivist*innen bezeichneten die Tat als "glasklares Hassverbrechen", Amnesty International sprach von einem "Lynchmord". Dabei habe es sich erneut um einen Vorfall gehandelt, bei dem die Polizei "unnötig Gewalt" angewendet habe, so die Menschenrechtsorganisation.

Anny Paparousou, die Anwältin der Kostopoulos-Familie, kritisierte die Milde gegenüber gewalttätigen Polizeibeamten. "Das folgt der Tradition, dass Polizeigewalt von unseren Gerichten nie geahndet wird." Sie wolle nun weitere Rechtsmittel prüfen. Der Vater des Getöteten bezeichnete das Verfahren laut Medienberichten als "Witz".

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Posted by Justice For Zak/Zackie on Wednesday, May 4, 2022
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Nach Angaben des "Guardian" hat der Vorsitzende Richter eine Verurteilung der Polizisten empfohlen. Die Schöffenmehrheit habe das aber abgelehnt – mit vier zu drei Stimmen. (dk)



#1 AtreusProfil
  • 04.05.2022, 17:49hSÜW
  • So sieht ein Urteil aus, wenn Schöffen homosexuelles Leben für wertlos erachten.

    Meine Gedanken gelten den Feund*innen, der Familie und den Hinterbliebenen von Zacharias. Bitte gebt nicht auf um Gerechtigkeit zu kämpfen.
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#2 PatriarschAnonym
#3 TimonAnonym
  • 04.05.2022, 18:43h
  • Ein Skandal. Nicht nur ein Justizskandal, sondern eine Schande für das ganze Land.
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#4 PrideProfil
  • 04.05.2022, 19:49h...
  • Antwort auf #2 von Patriarsch
  • "EU hin oder her."

    Es wurde hier stark Recht gebrochen. Das könnte wohlmöglich vom neuen Rechtstaatlichkeitsmechanismus erfasst werden. Möglicherweise könnte das Urteil auch von internationalen Gerichten aufgegriffen werden.
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#5 swimniAnonym
  • 04.05.2022, 20:01h
  • Bitte alle Instanzen ausreizen. Kann man finanziell helfen? Gibt es einen Spendentopf?
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#6 RobinAnonym
  • 05.05.2022, 10:04h
  • Ein Land, wo offensichtliche Hassmorde an LGBTI mit Freisprüchen gefördert werden, gehört meiner Meinung nach nicht in die EU.

    Wenn die EU nur eine Wirtschaftsunion ist, aber keine Werteunion, wird sie die Bürger nicht mitnehmen können und irgendwann daran scheitern.
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#7 PrideProfil
#8 Erzähl malAnonym
  • 05.05.2022, 10:47h
  • Antwort auf #7 von Pride
  • Dann erzähl doch mal, was deiner Meinung positiv daran sein soll, die Werte der EU mit Füßen treten zu lassen und Gefahr zu laufen, dass solche Länder (die von den fortschrittlicheren Ländern übrigens alimentiert werden) knapp davor sind, die Mehrheit der Mitglieder zu stellen.

    "Ausschliessritis" (ss statt ß, bist du Schweizer:in, also kein:e EU-Bürger:in?) klingt so wie meine ehemalige überalterte Grundschullehrerin, wenn sie keine Argumente mehr hatte und einfach nur mundtot machen wollte.
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#9 JHJHAnonym
  • 05.05.2022, 12:13h
  • Scholz ist für den Beitritt von Balkenländern. Bald will er dahin reisen.
    Hoffentlich vergisst man die Menschenrechte und insbesondere hier zu nennen die LGBTQI Rechte nicht !
    Sonst sind die rückständigen Traditionalisten-Länder in der EU in der Überzahl.
    EU muss verbindliche LGBTQI-Rechte garantieren mit automatischer Sanktion gegen jeden Mitgliedsstaat bei Missachtung.
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#10 EUEUAnonym