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USA

Schwarz und lesbisch: Karine Jean-Pierre wird Bidens Sprecherin

Historische Premiere: Die 44 Jahre alte bisherige Vize-Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Karine Jean-Pierre, wird als erste Schwarze und erste offen lesbische Frau Chefsprecherin des Weißen Hauses.


Karine Jean-Pierre war bislang Vize-Sprecherin des Weißen Hauses (Bild: The White House / wikipedia)

Führungswechsel im Pressestab des Weißen Hauses – und eine historische Premiere: Die bisherige Vize-Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Karine Jean-Pierre, wird als erste Schwarze und erste offen lesbische Frau der Geschichte Chefsprecherin des Weißen Hauses. Die 44-Jährige löst die bisherige Chefsprecherin Jen Psaki ab, die Ende kommender Woche ihren Posten niederlegt, wie das Weiße Haus am Donnerstag mitteilte.

"Dies ist ein historischer Moment, und das ist mir nicht entgangen", sagte Jean-Pierre. Biden würdigte am Donnerstag "Erfahrung, Talent und Integrität" seiner künftigen Sprecherin. "Sie wird eine starke Stimme sein, die für mich und diese Regierung spricht." Biden hatte stets versprochen, dass seine Regierungsmannschaft bei Geschlecht, Hautfarbe und sexueller Orientierung die Vielfalt der US-Bevölkerung widerspiegeln soll.

"Sie wird vielen eine Stimme geben"

Auch Psaki würdigte ihre Nachfolgerin. "Sie wird die erste schwarze Frau und die erste Person, die offen der LGBTQ+-Gemeinschaft angehört, die als Pressesprecherin des Weißen Hauses dienen wird", schrieb Psaki im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Sie wird vielen eine Stimme geben, aber auch vielen große Träume über das ermöglichen, was wirklich möglich ist."

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Als Sprecherin des Präsidenten führte Psaki unter anderem die täglichen Presseunterrichtungen im Weißen Haus wieder ein, die unter Bidens Vorgänger Donald Trump abgeschafft worden waren. Deshalb gehört sie zu den prominenten Gesichtern der US-Regierung. Dass Psaki ihren Posten aufgibt, ist keine Überraschung: Die 43-Jährige plant nach Medienberichten einen Wechsel zum Fernsehsender MSNBC. Psaki bestätigte die Berichte in der Vergangenheit nicht, bestritt sie jedoch auch nicht. "Ich habe nichts über meine Pläne zu verkünden, außer, wie ich bereits sagte, zu schlafen und Bücher zu lesen", betonte Psaki nun erneut.

Jean-Pierre wurde in Martinique geboren

Jean-Pierre arbeitete bereits für die Regierung des früheren Präsidenten Barack Obama und ist eine langjährige Beraterin von Joe Biden. Sie bringe nun die Erfahrung, das Talent und die Integrität mit, die für diese schwierige Aufgabe erforderlich sei, erklärte Biden. Sie wurde im französischen Überseegebiet Martinique geboren und wuchs in New York auf. Dort studierte sie an der Elite-Universität Columbia. Sie sprang bei Pressekonferenzen bereits immer mal wieder für Psaki ein und begleitete Biden regelmäßig auf Reisen.

In den vergangenen Wochen war immer wieder spekuliert worden, wer Psaki auf dem Posten der Sprecherin folgen könnte. Neben Jean-Pierre kursierte zum Beispiel auch der Name des Pentagon-Sprechers John Kirby. Psaki holte Jean-Pierre am Donnerstag bei der täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus auf die Bühne und beglückwünschte sie. "Sie bringt jahrzehntelange Erfahrung in diese Aufgabe ein", sagte Psaki. Jean-Pierre werde Vielen eine Stimme geben und zeigen, was möglich sei, wenn man große Träume habe. Beide umarmten sich.

"Ich verstehe, wie wichtig es für so viele Menschen da draußen ist", antwortete Jean-Pierre auf die Frage eines Reporters nach der historischen Bedeutung. Sie sagte außerdem, dass sie keinen Zweifel in ihrem Leben daran gehabt habe, eine solche Position jemals zu bekommen. "Ich habe einfach hart darauf hingearbeitet." (cw/AFP/dpa)



#1 AtreusProfil
  • 06.05.2022, 10:39hSÜW
  • Ein Triumpf für den offenen, modernen und geistig gesunden Bevölkerungsteil der USA und ein präsidiales Signal an die queeren und nichtweissen Menschen im Land. Für DeSantis und Konsorten wird diese Personalie wie eine Kriegserklärung und eine Bestätigung ihres Weltbildes sein, das sie fortan noch härter gegen Würde und Menschenrechte kämpfen lässt, bis sie den Pluralismus zum Einsturz gebracht und das atwoodsche Gesellschaftssystem installiert haben.
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#2 MarkKerzmanProfil
  • 06.05.2022, 19:48hPrinceton, New Jersey
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Danke für Deinen Kommentar, Atreus.
    Diese Ernennung durch Präsident Biden ist für uns in der Tat eine Quelle der Hoffnung, inmitten der von den Republikanern beflügelten Dusternis, wobei ich dazufügen möchte, daß der von Dir erwähnte >offene, moderne und geistig gesunde Bevölkerungsteil < immer eine beschämend kleine Minderheit hier in U.S.A. gewesen ist und, wegen der horrend schlechten (und von wissenschaftsfeindlichen MAGA-Betonköpfen offensichtlich so befürworteten [>dumm läßt sich leichter manipulieren<]) Schul-Ausbildung bedauerlicherweise bleiben wird. Nicht teile ich jedoch Deine Annahme, daß es der reaktionär-christlichen Rechten gelingen wird, das gesellschaftliche Gefüge derartig zu destabilisieren, bis, wie Du konstatierst, >sie den Pluralismus zum Einsturz gebracht und das atwoodsche Gesellschaftssystem installiert haben.<. Deinen Pessimismus empfinde ich auch bei diesem Thema nicht, denn es handelt sich hier mitnichten um einen zielerfolkreichen gesellschaftlichen Automatismus in Richtung totalitarianism, wie Du wohl befürchtest, denn das Pendel der sozialen Entwicklung ist in U.S.A. immer irrlichternd gewesen, und wird es vermutlich auch in Zukunft sein.
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