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Statistisches Landesamt

BaWü: 0,6 Prozent der Ehescheidungen gleichgeschlechtlich

Bei Scheidungen hinken schwule und lesbische Paare den Heteros immer noch hinterher.


Mit der Ehe für alle gibt es auch die Scheidung für alle: Mehr als 100 baden-württembergische Homo-Paare sind letztes Jahr wieder auseinander gegangen (Bild: freepik.com)

  • 9. Mai 2022, 11:53h, noch kein Kommentar

Für 103 der 18.374 Ehescheidungen waren in in Baden-Württemberg vergangenes Jahr gleichgeschlechtliche Paare verantwortlich. Das teilte das Statistische Landesamt Stuttgart am Montag mit. Damit blieb der Anteil schwul-lesbischer Scheidungen konstant bei 0,6 Prozent. 2020 waren die Scheidungszahlen im Südwesten fast identisch gewesen. Damals hatten sich 102 gleichgeschlechtliche Paare scheiden lassen, insgesamt waren es 18.081.

Der Anteil der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen liegt rund vier Mal so hoch wie die Zahl der Scheidungen, allerdings dürfen Homo-Paare erst seit 2001 Lebenspartnerschaften schließen, die seit 2017 auch (rückwirkend) in Ehen umgewandelt werden können. Seit 2017 dürfen ebenso Ledige gleichgeschlechtliche Ehen schließen.

Durchschnittliche Ehedauer der Geschiedenen bei 16 Jahren

Die durchschnittliche Ehedauer aller im Jahr 2021 geschiedenen Ehen lag laut dem Statistikamt ähnlich wie in den Vorjahren bei knapp 16 Jahren, wobei auch Ehescheidungen nach einer verhältnismäßig langen Zeit des Zusammenlebens keine Einzelfälle waren: So hatten Paare bei jeder sechsten der im vergangenen Jahr geschiedenen Ehen das Jubiläum der Silberhochzeit bereits hinter sich. Bei 391 Ehepaaren erfolgte die Scheidung im Jahr des 25-jährigen Ehejubiläums, bei immerhin neun Paaren im Jahr der Goldenen Hochzeit.

Bei älteren Jahrgängen – etwa 1960 geschlossenen Ehen – liegen die Scheidungsraten viel niedriger als bei Menschen, die sich kurz vor der Jahrtausendwende das Ja-Wort gegeben haben. Es scheint sich aber eine Trendwende anzudeuten: So wurden von den im Jahr 2005 geschlossenen Ehen bislang "nur" knapp 26 Prozent geschieden – für die Heiratsjahrgänge 1995 und 2000 lag der entsprechende Anteil nach den ersten 16 Ehejahren dagegen bei jeweils 28 Prozent.

Berlin hatte zuletzt eine schwul-lesbische Scheidungsrate von 1,1 Prozent gemeldet, allerdings heiraten in der Bundeshauptstadt verhältnismäßig viele gleichgeschlechtliche Paare (queer.de berichtete). (dk)