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Ist Kultsängerin eine Terf?

Irritationen über Madonnas Unterstützung für Trans-Hasser

Die Künstlerin, die als eine der wichtigsten Gay-Ikonen gilt, stellt sich hinter den queerfeindlichen Komiker Dave Chappelle – und sorgt damit für Debatten unter Fans.


Ist Madonna nicht nur im "Team Chappelle", sondern auch im "Team Terf" dabei? (Bild: Instagram / Madonna)

Kultsängerin Madonna hat vergangene Woche mit einem auf Instagram veröffentlichten Foto für Irritationen unter queeren Fans gesorgt. Darauf ist die 63-Jährige zu sehen, wie sie in ihrem Mund eine Karte hält, auf der "Team Chappelle" zu lesen ist. Viele Fans zeigen sich darüber irritiert, weil sich der Komiker Dave Chappelle vergangenes Jahr in einem Netflix-Special als Mitglied von "Team Terf" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). "Terf" ist eine Abkürzung für "Trans-Exclusionary Radical Feminism" und damit eine Bezeichnung für Feminist*innen, die trans Menschen ihre Geschlechtsidentität aberkennen wollen.

Anlass für die Veröffentlichung durch Madonna war offenbar, dass letzte Woche ein 23-jähriger Mann auf den während einer Netflix-Aufzeichnung auf der Bühne stehenden Chappelle zugerannt war und ihn umgerissen hatte. Auch Madonna war während der Aufzeichnung anwesend. Dem mutmaßlichen Täter droht nun nach einer Anklage wegen Körperverletzung in einem minder schweren Fall eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Bei der Attacke wurde Chappelle nicht verletzt. Der Komiker "scherzte" kurze Zeit später: "Es war ein trans Mann" (queer.de berichtete). Der Angreifer ist allerdings cisgender.

Kritik von Fans

Viele Nutzer*innen in sozialen Medien nahmen Madonna übel, dass sie sich auf diese Art hinter Chappelle stellte. Eine Frau fragte etwa: "Wie kannst du dich als Verbündete der queeren Community bezeichnen und so jemanden unterstützen?" Ein anderer fragte: "Warum stellst du dich hinter einen Typen, der extrem transphob ist?" Musikproduzent Kendoll King ergänzte: "Chappelle macht Witze auf Kosten der Trans-Community. Wie kann das mit deinen Werten übereinstimmen?" Ein anderer Fan fragte schlicht: "Was denkst du – als Verteidigerin der Unterrepräsentierten – darüber, dass die Trans-Community von Komikern niedergemacht wird?" Eine Antwort von Madonna steht auch mehrere Tage nach diesen Fragen noch immer aus.


Dave Chappelle macht gerne Witze auf Kosten von queeren Menschen – und machte so ein Millionenvermögen (Bild: Netflix)

Bereits vergangenes Jahr hatte Madonna in ihrem auf einem US-Streamingportal veröffentlichten Biografiefilm "Madame X" Chappelle als "nächsten James Baldwin" gefeiert – Baldwin ist ein 1987 verstorbener offen schwuler Schriftsteller, der gegen Homophobie und Rassismus gekämpft hatte (queer.de berichtete).

Die Madonna-Doku war zwar einige Tage vor der Veröffentlichung der "Team Terf"-Äußerungen veröffentlicht worden. Allerdings zeigten sich auch damals Fans verärgert, da sich Chappelle in den letzten beiden Jahrzehnten immer wieder abwertend über Homosexuelle oder trans Menschen geäußert hatte. Immer wieder wurde in den USA darüber berichtet: 2017 veröffentlichte das Politikmagazin "The New Republic" einen Artikel mit der Überschrift "Was ist Dave Chappelles Problem mit homosexuellen Menschen?". In dem Artikel wird auch die Transphobie von Chappelle behandelt, die seine Homophobie noch übersteige. So heißt es: "Er scheint so gut wie kein Interesse und keine Geduld mit jeglicher Vorstellung von Transgender-Identität zu haben."

Madonna hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für Homosexuellenrechte engagiert. Vor zehn Jahren sorgte sie etwa in Russland für Irritationen, als sich auf Konzerten gegen das "Homo-Propaganda"-Gesetz protestierte (queer.de berichtete). (dk)



#1 LothiAnonym
  • 09.05.2022, 13:14h
  • Madonna ist doch längst vollkommen Ga ga. Diese Frau kann ich nicht einmal ansatzweise ernst nehmen. Wer immer noch daran festhält sie sei eine Ikone unserer Community, irrt sich aber gewaltig. Sie war und ist für mich schon immer ein Geldgeiles Luder gewesen. Nicht mehr u.nicht weniger.
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#2 YingelYangelAnonym
  • 09.05.2022, 14:59h
  • Das ist vermtluch am besten damit zu erklären, dass Madonna seit Langem bereits in esoterischem Gedöns versumpft ist und das klare Denken aufgegeben hat. Manche Leute kommen mit ihrem Alterungsprozess halt nicht zurecht.
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#3 PetterAnonym
  • 09.05.2022, 16:10h
  • Naja, Madonna fällt ja schon seit längerem damit auf, dass sie musikalisch nichts mehr landen kann und dann versucht, sich anders ins Gespräch zu bringen.

    Die kommt offenbar nicht damit klar, dass ihre große Zeit vorbei ist...

    Schade, dass sie jetzt ihr künstlerisches und soziales Erbe so kaputt macht.
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#4 Joe*Anonym
  • 09.05.2022, 16:33h
  • Ich versteh eh nicht, warum Madonna als "queere Ikone" gefeiert wird. Es waren von Anfang an schwule Cis Jungs die sie feierten, alle anderen Teile der community hatten eigentlich nie irgendwas mit ihr zu tun. Das ist ja an sich überhaupt kein Problem, macht eine jetzt aber eben auch nicht zum ally oder sonstewas. Können wir sie jetzt endlich canceln bitte? Geht mir schon seit 15 Jahren nur noch auf den Senkel
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#5 AlexAnonym
  • 09.05.2022, 16:44h
  • Vor seeeeehr vielen Jahren, als Madonna noch richtig berühmt war, gab sie der MTV-Moderatorin (sagte ich schon, dass es seeeeehr lange her ist?) Charlotte Roche ein Interview. Roche berichtete hinterher davon, wie Madonna Angestellte im Feldwebelton herumscheuchte, als die Kamera noch nicht lief, und mit welcher Arroganz sie Roche während des Interviews als inkompetentes Provinzhuhn abkanzelte. Letzteres konnte man sich selbst anschauen.

    Legendär auch das Interview mit Roger Willemsen, in dem Madonna Argentinien nach Europe verlegte (oder umgekehrt).

    Vielleicht war Madonna einfach noch nie ein besonders netter oder kluger Mensch.
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#6 LothiAnonym
#7 ditoAnonym
  • 09.05.2022, 17:40h
  • Antwort auf #4 von Joe*
  • stimme Dir zu, sie war eher eine schwulen Ikone. Hat sich aber schon in der Doku "Truth or Dare" eher der Schwulen und HIV-Positiven als Mittel bedient und hat sie dort quasi geoutet, um Quote zu erzielen.
    Man bleibt nicht so lange im Business, wenn man nicht knallhart ist. Seitdem sich Community von gay zu queer weiterentwickelt hat, ist Madonna ja eh nicht mehr so angesagt.
    Hat ja eher Retro Charme, mit all seinen Nachteile (weisse, alte, frau).
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#8 KenshiroProfil
  • 09.05.2022, 17:47hBerlin
  • Madonna ist doch er von den Mainstream Medien zu einer schwulen Ikone gemacht worden, so jedenfalls immer mein Eindruck. Für mich persönlich war sie immer ein mäßig talentierter David Bowie-Abklatsch.
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#9 BowieAnonym
#10 LothiAnonym