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Katholische Kirche

Stetter-Karp will schnell offizielle Segnungen queerer Paare

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, fordert, das Segnungen von Lesben und Schwulen "so schnell wie möglich eine Selbstverständlichkeit werden".


Die Sozialwissenschaftlerin Irme Stetter-Karp ist seit November 2021 Chefin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Bild: Christian Pulfrich / wikipedia)

  • 10. Mai 2022, 06:41h, noch kein Kommentar

Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare sollen in der katholischen Kirche "so schnell wie möglich eine Selbstverständlichkeit werden". Das fordert die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp. Rund um diesen Dienstag (10. Mai) finden in katholischen Kirchen in Deutschland 80 Segnungsgottesdienste für queere Paare statt (queer.de berichtete). Stetter-Karp sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie hoffe, dass Segnungen bald der Normalfall würden – konzertierte Aktionen wie die bundesweiten Segnungsgottesdienste seien dann gar nicht mehr nötig.

"Eine Kirche, die glaubwürdig und menschenfreundlich sein möchte, sollte Gottes Segen nicht verweigern, sondern spenden", sagte Stetter-Karp. "Ich freue mich für jedes gesegnete Paar, das seinen Lebensweg gemeinsam und verantwortlich gehen möchte, das auf Vertrauen und Verbindlichkeit setzt. Ich hoffe, dass niemand mehr, der ehren- oder hauptamtlich in meiner Kirche engagiert ist, sich mit seiner Sexualität verstecken muss." Das ZdK habe deshalb im Januar auch die Initiative #OutInChurch unterstützt, die u.a. eine Reform des katholischen Arbeitsrechts fordert.

Bischöfe müssen noch abstimmen

Segnungen queerer Paare sollen durch den derzeit laufenden Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland, den Synodalen Weg, legitimiert werden. Dafür müsste allerdings am Ende eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe dafür stimmen. "Ich kann die Entscheidung nicht voraussehen, hoffe aber, dass Segnungsfeiern ein positives Votum der großen Mehrheit der deutschen Bischöfe erhalten werden", sagte Stetter-Karp. Der Synodale Weg wird von der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit dem ZdK, der Vertretung der katholischen Laien, organisiert.

Im Rahmen der Aktion #liebegewinnt besuchte Weihbischof Ludger Schepers in der vergangenen Woche ein schwules Paar (queer.de berichtete). Der schwule Münchner Priester Wolfgang Rothe will am Dienstag – anders als 2021 – keine homosexuellen Paare segnen. Er befürchtet, dass der Kampf gegen Homofeindlichkeit in der katholischen Kirche zum "Ritual" wird (queer.de berichtete). (cw/dpa)