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- 19. Januar 2006 2 Min.
Bundespräsident Horst Köhler hat erstmals Homo-Eltern gewürdigt. Dafür gab es Lob vom LSVD bis zur CSU.
Von Dennis Klein
(queer.de) - Horst Köhler hat bisher oft über den Begriff "Familie" geredet. Nun hat er auch erklärt, was er darunter versteht: "Familie ist, wo Kinder sind", so der Schwabe bei einer Ansprache unter dem Titel "Von der Freiheit, Kinder zu haben" im bayerischen Tutzing. Und in diese Definition schließt er ausdrücklich Homo-Familien ein. "Kinder auf das Leben vorzubereiten, das kann in ganz unterschiedliche Strukturen gelingen: in der Ehe, in nichtehelichen und auch gleichgeschlechtlichen Familien, in Patchwork- oder Einelternfamilien." Köhler forderte zwar ein neues Familienbild, stellte aber auch klar, dass das "Leitbild" nach wie vor "die Ehe mit Kindern" sei.
Für seine Rede erhielt der "Modernisierer mit Herz" ("taz") Lob von allen Seiten. "Es ist ein positives Signal, dass er einen offenen, realistischen Familienbegriff vertritt, der alle Lebensformen einschließt und niemanden ausgrenzt", freut sich der Münchener Stadtrat Thomas Niederbühl von der "Rosa Liste". Auch der Lesben- und Schwulenverband ist voll des Lobes: "Erstmalig hat ein Staatsoberhaupt die Leistungen gleichgeschlechtlicher Familien gewürdigt", so LSVD-Sprecherin Antje Ferchau. "Die Worte des Bundespräsidenten sind eine große Ermutigung für schwule und lesbische Eltern und ein klares Signal gegenüber Diskriminierung." Sie mahnte jedoch an, dass die Benachteiligung von Homo-Paaren mit Kindern im Familien- und Steuerrecht ein Ende haben müsse, denn "die Diskriminierung von Regenbogenfamilien geht zu Lasten der Kinder."
In seltener Eintracht lobten auch Teile der CSU die Rede Köhlers. Die bayerische Familienministerin Christa Stewens sagte dem Münchener "Merkur", der Bundespräsident habe ein "sehr differenziertes, an der Realität orientiertes Bild der Familie gezeichnet". Sie zeigte Genugtuung, dass Köhler sich trotz aller Modernität "nicht von meinem Ideal Familie verabschiedet" habe.
Die Rede ist Köhlers erste Stellungnahme zu Homo-Themen während seiner Amtszeit als Bundespräsident. Vor seiner Wahl hatte sich der CDU-Politiker noch gegen die Homo-Ehe ausgesprochen: So hat er 2004 gesagt, er halte "es nicht für richtig, die Ehe zwischen Mann und Frau und die gleichgeschlechtliche Partnerschaft praktisch auf die gleiche Stufe zu stellen" (queer.de berichtete). Ob er mit seiner neuen Äußerung von dieser Position abgerückt ist, bleibt unklar.
19. Januar 2006














das ist ein cooles und christliches zeichen . vielleicht kommen bald alle rechte für schwule ehen in deutschland- wer weisst es?! es kann sein, dass es sich eines tages die einstellung des papstes ändert ?! das wird aber noch jahre dauern! wer weisst es .
es ist ein klares zeichen gegen die feindliche schwule politik von vatikan mit dem papst an der spitze!
es ist ein richtiges zeichen gegen die fundamentalistischen kirchen , wie freie gemeidnen usw.