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Bundespräsident Horst Köhler hat erstmals Homo-Eltern gewürdigt. Dafür gab es Lob vom LSVD bis zur CSU.

Von Dennis Klein

(queer.de) - Horst Köhler hat bisher oft über den Begriff "Familie" geredet. Nun hat er auch erklärt, was er darunter versteht: "Familie ist, wo Kinder sind", so der Schwabe bei einer Ansprache unter dem Titel "Von der Freiheit, Kinder zu haben" im bayerischen Tutzing. Und in diese Definition schließt er ausdrücklich Homo-Familien ein. "Kinder auf das Leben vorzubereiten, das kann in ganz unterschiedliche Strukturen gelingen: in der Ehe, in nichtehelichen und auch gleichgeschlechtlichen Familien, in Patchwork- oder Einelternfamilien." Köhler forderte zwar ein neues Familienbild, stellte aber auch klar, dass das "Leitbild" nach wie vor "die Ehe mit Kindern" sei.

Für seine Rede erhielt der "Modernisierer mit Herz" ("taz") Lob von allen Seiten. "Es ist ein positives Signal, dass er einen offenen, realistischen Familienbegriff vertritt, der alle Lebensformen einschließt und niemanden ausgrenzt", freut sich der Münchener Stadtrat Thomas Niederbühl von der "Rosa Liste". Auch der Lesben- und Schwulenverband ist voll des Lobes: "Erstmalig hat ein Staatsoberhaupt die Leistungen gleichgeschlechtlicher Familien gewürdigt", so LSVD-Sprecherin Antje Ferchau. "Die Worte des Bundespräsidenten sind eine große Ermutigung für schwule und lesbische Eltern und ein klares Signal gegenüber Diskriminierung." Sie mahnte jedoch an, dass die Benachteiligung von Homo-Paaren mit Kindern im Familien- und Steuerrecht ein Ende haben müsse, denn "die Diskriminierung von Regenbogenfamilien geht zu Lasten der Kinder."

In seltener Eintracht lobten auch Teile der CSU die Rede Köhlers. Die bayerische Familienministerin Christa Stewens sagte dem Münchener "Merkur", der Bundespräsident habe ein "sehr differenziertes, an der Realität orientiertes Bild der Familie gezeichnet". Sie zeigte Genugtuung, dass Köhler sich trotz aller Modernität "nicht von meinem Ideal Familie verabschiedet" habe.

Die Rede ist Köhlers erste Stellungnahme zu Homo-Themen während seiner Amtszeit als Bundespräsident. Vor seiner Wahl hatte sich der CDU-Politiker noch gegen die Homo-Ehe ausgesprochen: So hat er 2004 gesagt, er halte "es nicht für richtig, die Ehe zwischen Mann und Frau und die gleichgeschlechtliche Partnerschaft praktisch auf die gleiche Stufe zu stellen" (queer.de berichtete). Ob er mit seiner neuen Äußerung von dieser Position abgerückt ist, bleibt unklar.

19. Januar 2006



18 Kommentare

#1 andyAnonym
  • 19.01.2006, 17:29h
  • hi , bravo köhler !
    das ist ein cooles und christliches zeichen . vielleicht kommen bald alle rechte für schwule ehen in deutschland- wer weisst es?! es kann sein, dass es sich eines tages die einstellung des papstes ändert ?! das wird aber noch jahre dauern! wer weisst es .
    es ist ein klares zeichen gegen die feindliche schwule politik von vatikan mit dem papst an der spitze!
    es ist ein richtiges zeichen gegen die fundamentalistischen kirchen , wie freie gemeidnen usw.
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#2 SAMAnonym
  • 19.01.2006, 18:44h
  • Familie ist wo Kinder sind!!!!! endlich mal einer , der es begreift, auch wenn Köhler nicht mein politisches Idela ist, so erfreut mich , daß natürlich umso mehr!
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#3 LinkerCacheAnonym
  • 19.01.2006, 18:54h
  • Alle Achtung Herr Köhler! Das hätte ich nicht von Ihnen erwartet!!

    Weiter so!!

    Adoptionsrechte erweitern, dann wirds noch besser!!
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#4 Roter HalbmondAnonym
  • 19.01.2006, 19:39h
  • .....das kann in ganz unterschiedliche Strukturen gelingen: in der Ehe, in nichtehelichen und auch gleichgeschlechtlichen Familien, in Patchwork- oder Einelternfamilien.....

    1+1=2, wasser= nass, feuer=heiss,
    schwarz=schwarz , rot=rot, gold=gold...

    .....stellte aber auch klar, dass das "Leitbild" nach wie vor "die Ehe mit Kindern" sei........
    *****bundesadler*****

    schwarz-rot-gold
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#5 fürstinAnonym
  • 19.01.2006, 20:22h
  • ob die meinung köhlers eine art beisshemmung bei der rechten erzeugt bleibt abzuwarten. das ist die hoffnung. das könnte eigentlich die einzige funktion, die " das an der realität orientierte bild der familie" durch ein staatsoberhaupt haben kann. normales beklatschen ? Na ja, die zeiten sind so.
    wahrscheinlich wird es aber von rechten so verstanden,
    dass schwulsein, brokebackmoutnig bis hin zur die stillen akzeptanz schwuler eltern, ab jetzt akzeptiert werden muss.
    gradmesser wird sein wie sich köhler verhält, wenn aggresive konservative kreise
    mit dem vehikel homophobie in deutschland beginnen werden ihre geschäfte zu machen.
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#6 MHKAnonym
#8 wolfAnonym
  • 20.01.2006, 07:55h
  • na nu sind wir alle glücklich !!!
    sollte der ehemalige sparkassenangestellte was gemerkt oder gelernt haben ????
    wäre nett, ich habe meinen sohn (jetzt 37), ohne jedwede unterstützung grossziehen müssen und weiss wovon ich rede.
    dieses halbherzige gelaber ist unerträglich !
    dieser mensch sollte sich lieber für partnerschaften, auch mit kindern, einsetzen, die bereit sind vor dem gesetz verantwortung zu übernehmen, nicht nur was die pflichten angeht, dann geht es sogar den darin befindlichen kindern gut.
    das alltägliche leben ist keine charity-veanstaltung.
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#9 MartinAnonym
  • 20.01.2006, 11:55h
  • Liebe Queer-Redaktion,

    das die CSU die Rede gelobt hat ist falsch. Die Landtagsfraktion hat wenn, nur das Benennen des "Leitbild" Ehe+ Kinder (m+w+Kinder)), als positiv gewertet.
    Das ist aber nichts Neues und zeigt nicht das die CSU nur ein Stückchen von ihrer bisherigen Position abgerückt ist.

    Etwas abweichend davon war die Reaktion der CSU-Familienministerin Christa Stewens, die sich positiv zur Rede geäußert hat.

    Quelle:
    Landtagspräsident Alois Glück
    siehe z.B.
    www.n-tv.de/625026.html

    Christa Stewens

    www.merkur-online.de/nachrichten/politik/aktuell/art297,4729
    27.html
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#10 SaschaAnonym
  • 20.01.2006, 12:21h
  • Tut mir leid, aber ich kann an einer Aussage, die weiterhin zwischen "Ehe" und "gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften" unterscheidet ÜBERHAUPT nichts Fortschrittliches erkennen. Herr Köhler hält in bekannter kleinbürgerlicher Manier an der kirchlichen Definition der Ehe fest - und das ist gerade der falsche Weg, wenn wir uns in dieser Gesellschaft endlich auf demokratische Werte und gleiche Rechte für Alle besinnen wollen. Was wir brauchen, ist eine völlige Öffnung und damit eine neue Definition der "Ehe" - und da darf weder inhaltlich noch begrifflich ein Unterschied zwischen verschieden- und gleichgeschlechtlichen Paaren gemacht werden!

    Insofern bin ich ja durchaus nicht völlig unzufrieden damit, dass Herr Köhler endlich einmal die gesellschaftliche Realität zur Kenntnis nimmt. Er bleibt aber weiterhin in den altbekannten, von den Kirchen diktierten Denkstrukturen verhaftet. Deshalb sollte man sich mit übertriebenem "Lob" meines Erachtens sehr zurückhalten!
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