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Gassenhauer ohne Grand-Prix-Krone

Auch ohne Sieg: Diese ESC-Songs wurden zu absoluten Hits

Am 14. Mai findet das große Finale des diesjährigen Eurovision Song Contests in Turin statt. Um einen Charterfolg zu landen, braucht es nicht unbedingt einen Sieg – wie diese unvergesslichen Songs beweisen.


Auftritt des schwedischen Sängers Frans im Jahr 2016

Wer den Eurovision Song Contest gewinnt, kann meist auf einen internationalen Charterfolg hoffen. Doch auch für die Verlierer*innen kann der Wettbewerb ein Sprungbrett sein. Diese Lieder wurden zu großen Hits, obwohl sie nicht auf dem ersten Platz gelandet sind.

Domenico Modugno und "Nel blu dipinto di blu (Volare)"
Der italienische Sänger Domenico Modugno (1928-1994) trat 1958 beim Eurovision Song Contest an. Zwar erreichte er mit "Nel blu dipinto di blu (Volare)" nur den dritten Platz, der Song wurde dennoch ein internationaler Verkaufsschlager. Später adaptierten Künstler wie Dean Martin (1917-1995) oder Peter Alexander (1926-2011) den Titel. 1959 erhielt Modugno sogar einen Grammy dafür. 1959 versuchte der Interpret beim ESC erneut sein Glück – doch auch "Piove (Ciao ciao bambina)" landete nicht auf dem Siegertreppchen, sondern musste sich mit dem sechsten Platz zufriedengeben.

Vicky Leandros und "L'amour est bleu"
Für Luxemburg stieg Vicky Leandros (69) 1967 beim Grand Prix de la Chanson, wie der ESC damals noch hieß, in den Ring. Nachdem sie damit den vierten Platz erreicht hatte, ging der Titel "L'amour est bleu" durch die Decke. Leandros nahm den Song danach in mehreren Sprachen auf. Es war der erste große Erfolg für die Sängerin. Auch andere Künstler wie Bing Crosby (1903-1977) nahmen sich dem Song später an.

Katja Ebstein und "Wunder gibt es immer wieder"
Dreimal (1970, 1971 und 1980) hat Katja Ebstein (77) im Laufe ihrer Karriere Deutschland beim ESC vertreten. Für den Sieg reichte es zwar nie, dennoch konnte die Sängerin Hits verbuchen. Mit dem Titel "Wunder gibt es immer wieder" trat sie 1970 an und sicherte sich damit den dritten Platz. Wochenlang hielt sich der Song in den deutschen Top 20 und gehört heute zu den Klassikern des Schlagers.

Cliff Richard und "Congratulations"
Eigentlich wurde Cliff Richard (81) mit "Congratulations" im Jahr 1968 als Favorit gehandelt. Doch am Ende siegte die spanische Sängerin Massiel (74) mit dem Song "La, La, La" – Richard musste sich in London mit dem zweiten Platz begnügen. Nichtsdestotrotz wurde der Titel ein Hit in Europa. Mit "Power To All Our Friends" trat er 1973 erneut beim ESC an – was Richard, der bis heute nur ein halbes Coming-out hingebracht hat, den dritten Platz und einen weiteren erfolgreichen Song einbrachte. Der Titel hielt sich 19 Wochen lang in den deutschen Charts.

Marianne Rosenberg und "Er gehört zu mir"
Gut, genau genommen schaffte es unsere Marianne (67) gar nicht zum Eurovision Song Contest: 1975 erreichte ihr bis heute erfolgreichster Song "Er gehört zu mir" im deutschen ESC-Vorentscheid nur den 10. Platz unter 15 Acts. Das Lied schaffte es aber nicht nur die Top Ten der deutschen Charts und wurde inzwischen etliche Male gecovert, etwa von Cora, Dirk Bach, Jeanette Biedermann oder Ross Antony – es avancierte auch zum Hit der queeren Community. Es gibt wohl kaum einen schwulen Mann, der "Er gehört zu mir" nicht auf den Lippen hat.

Dschinghis Khan und "Dschinghis Khan"
Geringe Siegeschancen wurden 1979 der deutschen Gruppe Dschinghis Khan eingeräumt. Mit ihrem gleichnamigen Titel wollte die von Ralph Siegel (76) zusammengestellte Gruppe gute Laune nach Jerusalem bringen – mit bunten Kostümen und einem irrwitzigen Text. Trotz Kritik schaffte es die Band auf einen soliden vierten Platz. Aber nicht nur das: "Dschinghis Khan" hielt sich vier Wochen an der Spitze der deutschen Singlecharts.

Texas Lightning und "No No Never"
In Athen reichte es für die deutsche Band Texas Lightning im Jahr 2006 nur für den 14. Platz. Doch in der Heimat fanden die Menschen gefallen am fetzigen Countrysong "No No Never". Die Radiosender spielten den Titel rauf und runter, in den Charts hielt er sich insgesamt 38 Wochen. Eine Platin-Schallplatte war am Ende das Ergebnis.

The Common Linnets und "Calm After The Storm"
Conchita Wurst alias Thomas Neuwirth (33) nahm im Jahr 2014 die ESC-Trophäe mit nach Österreich. Doch das zweitplatzierte niederländische Duo The Common Linnets brannte sich in das Gedächtnis vieler Europäer*innen ein. Der Song "Calm After The Storm" schaffte es in Deutschland auf Platz drei der Charts, in Österreich und den Niederlanden auf Platz zwei.

Frans und "If I Were Sorry"
2016 brachte der damals erst 17-jährige ehemalige schwedische Kinderstar Frans den Ohrwurm "If I Were Sorry" zum Songcontest nach Stockholm. Gewinnerin wurde aber Jamala mit "1944" – obgleich dieses Lied wegen des Ukrainekrieges heute neue Aktualität erhalten hat, war Frans der eigentliche Sieger des Wettbewerbes: Sein Lied schaffte in Deutschland Gold und ist bis heute in diversen Radiosendern zu hören. (spot/dk)



#1 PetterAnonym
  • 11.05.2022, 13:25h
  • Der zweite ESC-Beitrag von Cliff Richard (Power to all our friends) hat auch nicht gewonnen, wurde aber dennoch ein riesiger Hit.
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#2 SvenAnonym
  • 11.05.2022, 19:50h
  • Auch wenn der ESC nur zu den schönen Nebensachen gehört: Aber wie kann man in diesem Zusammenhang "Ein Lied kann eine Brücke sein" von Joy Fleming - may she rest in peace - NICHT erwähnen?
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#3 LorenProfil