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Mord in Wien

Mann soll zwei Online-Dates mit Liquid Ecstasy getötet haben

Nach einem ähnlichen Fall in Spanien meldet auch die österreichische Hauptstadt, dass Nutzer einer schwulen Dating-Plattform getötet worden sind.


Der Verdächtige sitzt bereits seit über einem halben Jahr in U-Haft (Bild: Metropolico.org / flickr)

  • 11. Mai 2022, 15:37h, noch kein Kommentar

Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt laut einem Bericht von ORF Wien gegen einen 52-jährigen Mann wegen zweifachen Mordes und schweren Raubes. Der Verdächtige soll vergangenes Jahr zwei Männern, die er über eine Datingseite getroffen haben soll, beim Chemsex eine Überdosis Liquid Ecstasy injiziert haben, so dass diese Sexpartner starben. Die Fälle ereigneten sich Mitte Mai und Ende September.

Ein weiterer Mann überlebte demnach eine Injektion des Verdächtigen im Juni 2021. Der 52-Jährige soll dem Opfer aber Wertsachen entwendet haben, während der Sexpartner außer Gefecht gesetzt worden war.

Der Verdächtige sitzt bereits seit Oktober in Untersuchungshaft. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur APA, dass die Ermittlungen fast abgeschlossen seien und bald Anklage erhoben werden könne. Der Verdächtige habe den Tod der beiden Männer demnach billigend in Kauf genommen. Ein psychiatrischer Gutachter soll feststellen, ob der Verdächtige zurechnungsfähig ist.

Ein ähnlicher Fall hatte zuletzt in Spanien für Entsetzen gesorgt: Die Polizei jagte einen Verdächtigen, der vier Sexpartner zu Tode gespritzt hatte (queer.de berichtete). Der Täter soll danach die Bankkonten seiner Opfer geplündert haben. Ein 25-jähriger Verdächtiger stellte sich schließlich, bestreitet die Taten aber (queer.de berichtete).

Hatte Verdächtiger Sex mit Leiche?

Im österreichischen Fall sind weitere verstörende Einzelheiten bekannt geworden. So soll der Verdächtige wochenlang neben der Leiche beim zweiten getöteten Mann gelebt haben. Möglicherweise habe er an ihr sexuelle Handlungen vorgenommen. Bei der ersten Leiche habe die Polizei zudem gedacht, es habe sich um einen Drogentod ohne kriminellen Aspekt gehandelt.

Im Jahr 2012 hatte ein damals 37-jähriger Tatverdächtiger zugegeben, in Berlin drei Männer mit Liquid Ecstasy getötet zu haben (queer.de berichtete). Dirk P. wurde dann zu lebenslang verurteilt und beging 2014 hinter Gittern Suizid (queer.de berichtete). Später drehte Rosa von Praunheim einen Film, der an diesen Fall angelehnt war (queer.de berichtete).

Liquid Ecstasy (GHB/GBL) gilt als Partydroge, die besonders in der schwulen Szene populär ist. Sie erzeugt Rauschzustände, die besonders beim Sex genossen werden. Dies wird als Chemsex bezeichnet. Allerdings ist die Droge schwer zu dosieren und gilt daher als hochgefährlich. (cw)