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Lola

Deutscher Filmpreis: Acht Nominierungen für "Große Freiheit"

Das Paragraf-175-Drama "Große Freiheit" kann sich Hoffnungen machen, zum besten deutschen Film gekrönt zu werden.


"Große Freiheit" gilt als einer der besten Filme des Jahres (Bild: FreibeuterFilm)

Die deutsch-österreichische Koproduktion "Große Freiheit" ist am Donnerstag acht Mal für die Lola, den Deutschen Filmpreis, nominiert worden, darunter auch in der Kategorie "bester Spielfilm". Außerdem gab es Nominierungen für die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Kamera, den besten Schnitt, das beste Kostümbild und das beste Maskenbild. Auch Hauptdarsteller Franz Rogowsi kann sich Hoffnungen auf den Preis als beste männliche Hauptrolle machen.

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Der Film von Regisseur Sebastian Meise hat bereits mehrere Filmpreise gewonnen, etwa den Jury-Preis in der Kategorie "Un Certain Regard" bei den Filmfestspielen in Cannes (queer.de berichtete). Hauptdarsteller Rogowski wurde außerdem für den Europäischen Filmpreis nominiert, musste sich aber Superstar Anthony Hopkins geschlagen geben (queer.de berichtete). Erst vor wenigen Tagen wurde "Große Freiheit" bereits für zehn Österreichische Filmpreise nominiert (queer.de berichtete).

Twitter / filmedienrw | Die Nominierungen wurden unter anderem von Kulturstaatsministerin Claudia Roth bekanntgegeben
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Rogowski spielt in dem Film den schwulen Hans, der wegen seiner Homosexualität im Nachkriegsdeutschland durch den Paragraf 175 kriminalisiert und immer wieder zu Gefängnisstrafen verurteilt wird. Die einzige feste Beziehung in seinem Leben wird sein langjähriger Zellengenosse Viktor, ein verurteilter Mörder, der von Berlinale-Gewinner Georg Friedrich ("Helle Nächte") dargestellt wird. Eine weitere Hauptrolle spielt Nachwuchsstar Thomas Prenn – der 27-jährige Südtiroler schlüpft in die Rolle von Oskar, der seine erste große Liebe mit Hans erlebt und dafür im Gefängnis sitzt.

Zwölf Nominierungen – und damit die meisten – heimste das Filmdrama "Lieber Thomas" über den Schriftsteller und Filmemacher Thomas Brasch ein. Am zweiter Stelle folgte die deutsch-französische Coproduktion "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush", die von der rechtswidrigen Inhaftierung des Deutschtürken Murat Kurnaz in Guantanamo und den Rechtsstreit seiner Mutter um dessen Freilassung handelt. "Große Freiheit" kam auf Rang drei.

Weitere Nominierungen

Auch weitere queere Filme wurden nominiert: So kann sich Sara Fazilat für ihre Darstellung als Altenpflegerin "Nico" Hoffnungen auf eine Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin machen. Der Film hatte bereits den QueerScope-Debütfilmpreis 2021 erhalten (queer.de berichtete).

Farba Dieng ist zudem als bester Hauptdarsteller nominiert. Er spielte in der Komödie "Toubab" mit, in der ein heterosexueller Deutscher seinen besten Kumpel (Dieng) heiratete, um dessen drohende Abschiebung in den Senegal zu verhindern. Der Film konnte bereits den Publikumspreis beim Warschauer Filmfestival gewinnen (queer.de berichtete).

Die 72. Verleihung der Lola soll am 24. Juni im Palais am Funkturm in Berlin stattfinden. Insgesamt warten dort Preisgelder von knapp drei Millionen Euro auf die Filmemacher*innen. Dabei werden Preise in 19 Kategorien verliehen. Die 2.200 Mitglieder der Filmakademie müssen nun darüber abstimmen, an wen die Auszeichnungen gehen. (dk)



#1 AtreusProfil
  • 12.05.2022, 20:43hSÜW
  • Der Film hat jeden Preis verdient, für den er nominiert ist. Er bringt nicht nur eines der größten Nachkriegsverbrechen der jungen Bundesrepublik auf die Leinwand (175er), sondern ist auch visuell, narrativ und schauspielerisch herausragend, wobei man wirklich nicht von Vergnügen sprechen kann. Es tut weh. Wer der sog. Community angehört und emotional nicht völlig verwüstet ist, wird sich selbst verletzen und Kino oder Couch nur stark vernarbt verlassen. Ich war froh, nicht allein gewesen zu sein.
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#2 FeloniAnonym
  • 13.05.2022, 09:22h
  • Ich fand das Ende vollkommen verhunzt und den film naja, ein weiterer Film darüber, wie schlimm ist es den homos geht. Ich war eher enttäuscht, fand den so 3/5, wenn überhaupt.
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#3 LothiAnonym
  • 13.05.2022, 09:23h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Auch hier meinen Dank für den guten, wichtigen Kommentar. Ich bin darauf vorbereitet und innerlich gefasst auf diesen besonderen Film.
    Habe erst kürzlich den Filmbeitrag: Picco von Philip Koch gesehen und der hat mich schier 139 Minuten vollkommen sprachlos gemacht.
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#4 LothiAnonym
  • 13.05.2022, 09:37h
  • Antwort auf #2 von Feloni
  • Stelle niemals die Erwartungen zu weit nach oben, wenn es um Alltag im Knast geht. Es handelt sich mit Sicherheit nicht um ein Blockbuster aus den USA, mit Tom Hanks i.d.Hauptrolle. Besonders dann nicht wenn es um ein so heikles Thema geht. Ich habe diesen Film noch nicht gesehen und bin trotzdem mehr als nur neugierig.
    Apropos USA. Meine besondere Empfehlung ist die sehr gut gemachte Serie: OZ Hölle hinter Gittern.
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