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Wenige Monate vor Fußball-WM

Katar: Mehrere Hotels vermieten nicht an Schwule

Fifa-Präsident Gianni Infantino wird nicht müde zu betonen, dass auch queere Fans bei der Weltmeisterschaft in Katar willkommen sind. Allerdings sehen das einige Hotels des Emirats offenbar anders.


Die WM in Katar sollten schwule Schlachtenbummler wohl lieber aussitzen

Manche offizielle WM-Hotels in Katar verweigern offenbar gleichgeschlechtlichen Paaren Zimmer. Das geht aus einer Umfrage der öffentlich rechtlichen Sender NRK (Norwegen), SVT (Schweden) und DR (Dänemark) hervor.

Journalist*innen der Sender gaben sich als schwules Paar aus und fragten an, ob sie ihre Flitterwochen in Katar verbringen könnten. Von drei Hotels erhielten sie daraufhin Absagen. "Nein, wir akzeptieren keine schwulen Paare", schrieb etwa das Hotel "Magnum Hotel & Suites Westbay" zurück. Auch "The Torch Doha" und "Wyndham Grand Regency" lehnten die vermeintlichen Schwulen ab.

Ein Hotel fordert heterosexuelle Kleidung

Immerhin: 33 Hotels hatten kein Problem mit schwulen Kunden. 20 Hotels erklärten, sie würden Schwule zwar akzeptieren, allerdings dürften diese ihre Homosexualität nicht sichtbar machen. Eines schrieb etwa, dass man sich nicht "schwul kleiden" und kein "sexuelles Verhalten" öffentlich zeigen dürfe. 13 weitere Hotels reagierten nicht auf die Anfrage.

Twitter / WyndhamWestBay | "Magnum Hotel & Suites Westbay" will den Besuch für seine Gäste "special" machen – aber offenbar nur für heterosexuelle.
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Der dänische und der norwegische Fußballverband kritisierten die Ergebnisse: "Natürlich ist das nicht akzeptabel und nicht im Einklang mit dem, was das WM-Organisationskomitee versprochen hat, nämlich dass es während der Meisterschaft eine Garantie für Rechtssicherheit [für Homosexuelle] geben wird. Und um sich sicher zu fühlen, muss man im Voraus wissen, ob man sicher ist", erklärte die offen lesbische norwegische Verbandschefin Lise Klaveness. Sie hatte bereits im Vorfeld die Homophobie in Katar kritisiert (queer.de berichtete).

Jakob Jensen, der Vorstandschef des dänischen Fußballverbandes, bezeichnete die Ergebnisse der Recherchen als "enttäuschend". Die sexuelle Orientierung von Fans sei unerheblich. Er hoffe, dass die Situation bis zur WM im Herbst geklärt wird.

Katar: "Unsere kulturellen Normen respektieren"

Das katarische WM-Organisationskomitee erklärte auf Anfrage der skandinavischen Sender: "Wir bitten die Menschen, unsere kulturellen Normen zu respektieren." Gleichzeitig gebe es im Land auch "Respekt für die Privatsphäre". Die Fifa erklärte auf Anfrage, man habe Katar auf das "Problem" aufmerksam gemacht.

Gianni Infantino, der Chef des Weltfußballverbandes Fifa, hatte zuvor betont, dass sich auch queere Fans in Katar sicher fühlen könnten (queer.de berichtete). Erst diese Woche lobte er das Emirat bei einer Rede beim Kongress der Europäischen Fußball-Union Uefa für seine "Fortschritte".

Menschenrechtsorganisationen werfen Katar schon seit Jahren Diskriminierung sexueller Minderheiten vor. Homosexualität steht in Katar weiter unter Strafe, laut islamischem Recht könnte homosexuellen Muslim*innen sogar die Todesstrafe drohen. Andere müssen mit bis zu sieben Jahren Haft rechnen. (dk)



#1 LothiAnonym
  • 12.05.2022, 15:12h
  • Noch deutlicher kann es doch nicht sein.
    Für mich gilt nach wie vor, boykott aller Spiele. Auch vom Fernsehsessel aus.
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#2 AtreusProfil
  • 12.05.2022, 15:35hSÜW
  • Lesen sie hier die (Gegen)Maßnahmen der Fußballverbände, Fans, TV-Anstalten, Sponsoren, Sportartikelhersteller und der Politik:

    > ...
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#3 LorenProfil
  • 12.05.2022, 15:35hGreifswald
  • Nichts Neues aus Herrn Infantinos Wahlheimat. Dass die "kulturellen Normen" dort auch ständige Menschenrechtsverletzungen einschließen, ist bekannt, schert ihn und die Fifa-Vreantwortlichen aber nicht, wenn es darum geht, Kohle zu scheffeln.
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#4 LorenProfil
  • 12.05.2022, 15:39hGreifswald
  • Antwort auf #1 von Lothi
  • Die Stadien werden wohl sehr gut gefüllt sein und die hiesigen Einschaltquoten hoch (wenn die deutsche Mannschaft nicht früh ausscheidet), da es viel zu viele gibt, die es überhaupt nicht juckt, was in Katar abgeht. Traurig, aber wohl wahr.
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#5 Cho002Anonym
  • 12.05.2022, 15:40h
  • Schwule Belange stehen an dieser Stelle noch nicht einmal an erster Stelle. Allein der tödliche Umgang mit den Gastsklaven, äh -arbeitern natürlich und die "Scheiss-Drauf-Da-Geht's-Um -Richtig-Viel Kohle"-Mentalität der FIFA verbieteten moralisch einen Besuch dort und das Betätigen der Fernbedienung! Kompletter Boykott ist die einzig richtige Antwort.
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#6 LothiAnonym
  • 12.05.2022, 15:49h
  • Antwort auf #4 von Loren
  • Na klar werden die Stadien voll sein. Überwiegen mit der einheimischen Bevölkerung. Deshalb ja auch der Hinweis, bitte keine Regenbogenflaggen im Station zu zeigen. Es könnte die Einheimischen Fußballfans verärgern. Verlogener und korrupter kann die WM 2022 nicht sein. Sie hätte niemals dort stattfinden dürfen. Persönlich finde ich es deshalb auch äußerst schade, da ich als nicht Fußballfan immer gerne die WM angeschaut hatte. Nicht nur wegen Deutschland.
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#7 Na dannAnonym
  • 12.05.2022, 16:07h
  • Naja. Diese wm ist ja auch unter den Heten sehr umstritten.
    Ich habe einen Kollegen der tatsächlich in den letzten 20 Jahren immer zu den Spielen geflogen ist. Dieses Jahr aber nicht, das ist ihm auch zu kommerziell und menschenfeindlich.
    Diese wm wird zu Recht wenig Aufmerksamkeit bekommen.
    Die Recherche ist traurig aber wenig verwunderlich. Man muss nicht überall gewesen sein...
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#8 LorenProfil
#9 ReisekaufmenschAnonym
  • 12.05.2022, 17:04h
  • Antwort auf #8 von Loren
  • Das wundert mich nicht. Es gibt ja sogar Schwule, die in solchen Ländern freiwillig Urlaub machen!

    Dass den vermutlich gut geschmierten Fußballbonzen das Ganze egal ist, war doch klar. Deren Hardcore-Fußballfans sind meinungstechnisch ja gar nicht so weit von den Gesetzen in Katar entfernt.
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#10 LothiAnonym
  • 12.05.2022, 17:26h
  • Antwort auf #8 von Loren
  • Danke für die Info. Aber Du hast auch gelesen, die größte Nachfrage nach Karten kommt auch aus Katar selbst und den vereinigten Emiraten.
    Grundsätzlich sind keine Regenbogenflaggen erwünscht und werden bei Einlass konfisziert.
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