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"Keine wissenschaftliche Grundlage"

Griechenland verbietet "Homo-Heilung" für Jugendliche

Auch das südöstliche EU-Land geht gegen "Konversionstherapien" vor.


Die griechische Regierung holt bei queeren Rechten auf (Bild: Trine Juel / flickr)

Das griechische Parlament in Athen hat am Mittwoch laut Reuters beschlossen, sogenannte Konversionstherapien zur vermeintlichen Korrektur von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität bei Jugendlichen zu verbieten. Bei Erwachsenen sind sie weiter erlaubt, allerdings nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Betroffenen. Bei einem Verstoß gegen das Gesetz drohen Geld- und Haftstrafen.

"Es gab falsche Behandlungen, nach denen Eltern eine junge Person mit anderer sexueller Orientierung 'behandeln' lassen konnten, um zur vermeintlichen Normalität zurückzukehren", erklärte der konservative Gesundheitsminister Athanasios Plevris im Parlament. "Offensichtlich sind die Behandlungen nicht nur keine Therapie, es gibt außerdem keine wissenschaftliche Grundlage."

Griechenland hatte zuletzt vermehrt queerfreundliche Initiativen gestartet: Anfang des Jahres kündigte das Land etwa an, das Blutspendeverbot für Schwule aufzuheben (queer.de berichtete). In der kürzlich aktualisierten Rainbow-Europe-Liste, in der die rechtliche Situation queerer Menschen bewertet wird, liegt Griechenland auf Rang 17 von 49 Ländern – und damit beispielsweise vor Staaten wie Österreich, der Schweiz und Italien. Derzeit gibt es auch eine Kampagne zur Öffnung der Ehe.

Widerstand gegen die Gleichbehandlung queerer Menschen kommt hingegen insbesondere aus der griechisch-orthodoxen Kirche. Zudem sorgte Anfang des Monats der Freispruch von vier Polizisten für Empörung in der Community; die vier Männer sollen dabei geholfen haben, einen queeren Aktivisten zu Tode zu prügeln (queer.de berichtete).

In Deutschland gibt es seit 2020 ein Verbot von "Konversionstherapien" an queeren Jugendlichen (queer.de berichtete). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung startet nächste Woche eine Telefon-Hotline, die persönliche Beratung bei Problemen um "Homo-Heilung" anbietet (queer.de berichtete).

Der Weltärztebund betont bereits seit Jahren, dass "Homo-Heilung" Menschen in Depressionen, den Drogenkonsum oder sogar in den Suizid treiben kann. Deshalb stelle diese Praxis immer eine Menschenrechtsverletzung dar (queer.de berichtete). (dk)



#1 AtreusProfil
  • 13.05.2022, 15:40hSÜW
  • Ein guter, wichtiger, längst überfälliger Schritt für die griechischen Kinder und Jugendlichen der sog. LGBT*IQ Community. Das kann aber nicht alles gewesen sein.

    Es sei denn, jemand mag mir sinnstiftend erklären, weshalb ab dem 18. Lebensjahr lebensfeindliche, christlich-extremistische Umpolungs-Menschenversuche auf einmal grundiert und wissenschaftlich sind und Heilung für nicht existente Krankheiten versprechen? Jemand? Bedürfen erwachsene Menschen keinen Schutz?

    Mir drängt sich der Verdacht auf, dass Griechenland, bzw. deren zuständiger Minister in selbem Umfang bescheuerungsaffin und kirchenhörig ist, wie unser Herr Spahn und mit der orthodoxen Kirchen eine Handel geschlossen hat, wie wir ihn selbst erst "kürzlich" miterlebt haben.
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#2 ja leiderAnonym
#3 NevermindAnonym
  • 14.05.2022, 08:53h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Auch Alkohol und Nikotin werden am 16. Geburtstag nicht plötzlich gesundheitsfördernd, sondern bleiben schädlich. Man geht davon aus, dass die Jugendlichen dann alt genug sind, selbst zu entscheiden, ob sie sich schaden wollen oder nicht. Und ein erwachsener Mensch kann auch selbst entscheiden, ob er eine Konversionstherapie machen will oder nicht. Es gibt noch viel mehr Nonsens, den man verbieten könnte, ohne jemandem zu schaden, z. B. Homöopathie u.v.m. Aber jedes Verbot beschneidet auch unsere Freiheit. Da sollte man schon abwägen. Darum halte ich auch das Konversionsverbot bis 18 für einen vernünftigen Kompromiss. Ok, eine sinnstiftende Erklärung war das jetzt wohl nicht, nur meine Meinung.
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#4 KopfschüttelAnonym
  • 14.05.2022, 10:10h
  • Antwort auf #3 von Nevermind
  • "Und ein erwachsener Mensch kann auch selbst entscheiden, ob er eine Konversionstherapie machen will oder nicht."

    Aha. Und hinter einer solchen "Entscheidung" steckt etwa kein Druck aus dem (a)sozialen Umfeld?!? Einem homophoben Umfeld wird suggeriert, das Homosexualität "heilbar" und somit eine Krankheit sei. Sowas stärkt homophobe Vorurteile, setzt betroffene Homosexuelle in einem solchen Umfeld unter Druck und macht sie zu Opfern, fördert Selbsthass, schadet der eigenen Akzeptanz und der Akzeptanz von außen!

    "Es gibt noch viel mehr Nonsens, den man verbieten könnte, ohne jemandem zu schaden, z. B. Homöopathie u.v.m. Aber jedes Verbot beschneidet auch unsere Freiheit. Da sollte man schon abwägen. Darum halte ich auch das Konversionsverbot bis 18 für einen vernünftigen Kompromiss. Ok, eine sinnstiftende Erklärung war das jetzt wohl nicht, nur meine Meinung."

    Ein Kompromiss?!? Es ist schockierend, in einem queeren Forum zu lesen, wie solche Angebote verharmlost werden! Es handelt sich nicht um Placebo-Effekte, sondern um schweren psychischen Terror gepaart mit religiöser Gehirnwäsche, die einem zuerst pathologisiert, einredet krank zu sein und erst zu diesem Leidensdruck führt, was bis hin zum Suizid gehen kann und Leben zerstört! Wo ist denn die Freiheit davon?!? Wie kann man da ernsthaft von einem "Kompromiss" reden? UNFASSBAR!!! Wieviele geraubte und zerstörte Lebensjahre sind denn ein "Kompromiss" wert, damit unsere "Freiheit" denn beschnitten wird?!
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#5 NevermindAnonym
  • 15.05.2022, 07:04h
  • Antwort auf #4 von Kopfschüttel
  • Es bleibt dabei, dass es die freie Entscheidung jedes Erwachsenen ist, wenn er sich tatsächlich einer Konversionstherapie unterzieht. Bei Jugendlichen können die Eltern mit entscheiden und daher sind diese davor zu schützen.
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#6 nichtbinärePersonAnonym
#7 KopfschüttelAnonym
  • 15.05.2022, 10:07h
  • Antwort auf #5 von Nevermind
  • "Es bleibt dabei, dass es die freie Entscheidung jedes Erwachsenen ist, wenn er sich tatsächlich einer Konversionstherapie unterzieht. Bei Jugendlichen können die Eltern mit entscheiden und daher sind diese davor zu schützen."

    Aja. Und mit 18 entscheiden die Eltern nicht mit? Und setzen ihr Kind vorher nicht unter Druck?
    Und die Opfer, halt, die "freiwilligen Erwachsenen" haben sich früher auch auch einer freien Entscheidung Elektroschocks unterzogen? Klar doch!

    PS.
    Du hast die Anführungszeichen vergessen:

    "Es bleibt dabei, dass es die " FREIE " Entscheidung jedes Erwachsenen ist, wenn er sich tatsächlich einer "KONVERSIONSTHERAPIE" "U N T E R Z I E H T" . "
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#8 KopfschüttelAnonym