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Kommentare zu:
Ukraine gewinnt den ESC und will ihn 2023 ausrichten


#1 PrideProfil
#2 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 11:16h
  • Es ist leider genauso gekommen, wie ich befürchtet hatte und hier schon nach dem deutschen Vorentscheid auf queer.de gepostet hatte:
    Deutschland ist wieder mal auf dem letzten Platz gelandet.

    Die Inszenierung hatte ein großes Problem. Wie bereits damals geschrieben, ist es ein Fehler auf der Bühne mit der Loop-Station zu arbeiten und dann von Instrument zu Instrument zu gehen. Viele Menschen kennen das nicht und denken dann nur "Wieso geht der von Instrument zu Instrument und spielt überall nur ein paar Takte und geht dann weiter?"

    Dazu kommt noch, dass jedem klar ist, dass beim ESC Halbplayback gemacht wird und nur der Gesang live ist. Und spätestens dann wird diese Inszenierung komplett unsinnig.

    Ich kaufe Malik durchaus ab, dass er auch all diese Instrumente beherrscht und auch live mit der Loopstation umgehen kann. Und das ist sicher auch künstlerisch sehr anspruchsvoll. Aber es ist halt keine Inszenierung für den ESC.

    Hätte er sich einfach nur mit seiner Gitarre da hin gestellt und seinen Song performt, wären die Chancen sicher besser gewesen.

    So wie damals z.B. Michael Schulte, einer der wenigen deutschen Acts der letzten 10 Jahre, der mal nicht auf dem letzten Platz gelandet ist. Der stand einfach nur da und hat ohne Choreographie oder anderes Chichi seinen Song gesungen. Und ist damit auf dem 4. Platz gelandet.

    Ich hatte schon letztes Jahr bei Jendrik gesagt, dass Titel und Interpret eigentlich mehr als den letzten Platz verdient haben. Da hat man es sich mit dieser tanzenden Hand, die am Ende den Zuschauern den Mittelfinger gezeigt hat, versaut. Und dieses Jahr hätten der Titel und der Interpret eigentlich auch was besseres verdient gehabt, aber da war dann auch wieder die Inszenierung unpassend.

    Würden die doch nur mal auf die Fans hören... Denn Fans sind es, die am Ende auch entscheidend mitbestimmen...

    Und natürlich immer und immer wieder die deutsche Selbstbeweihräucherung, womit wir uns in ganz Europa unbeliebt machen. Auch dieses Jahr wurde wieder im Vorfeld von zig Leuten gesagt, wie toll doch dieses Jahr unser Beitrag sei und dass wir jetzt wirklich gute Chancen hätten. Dieses mal ganz bestimmt.

    Und auch am Abend selbst hat Barbara Schöneberger wieder in diese Kerbe geschlagen (wenn auch nicht so extrem wie die Jahre davor) und Herr Urban hat auch wieder nach dem Beitrag gesagt "Also ich bleibe dabei, dass wir dieses Jahr tolle Chancen haben" oder so ähnlich.

    Im Zeitalter von Twitter & Co geht so viel Selbstbeweihräucherung durch alle Fanforen, etc. Und ein bisschen mehr Bescheidenheit täte Deutschland da gut. Auch dies habe ich hier schon oft genug moniert, aber auch das wird immer wieder gemacht.
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#3 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 11:21h
  • Antwort auf #1 von Pride
  • Das finde ich gar nicht.

    Mal ganz ehrlich:
    glaubt irgendwer, dass dieser Beitrag ohne die politische Lage gewonnen hätte? Das war eine rein politische Entscheidung der Zuschauer und einiger Jurys insb. aus Nachbarländern.

    Das ist ja auch für einen Sieger-Act nicht schön, wenn man ständig weiß, dass man eigentlich nur wegen der politischen Lage gewonnen hat. Und jemand anderem wurde dadurch der Sieg gestohlen.

    Ich finde, ein Song-Wettbewerb darf zwar durchaus auch politische Botschaften haben, aber bzgl. Sieg oder Niederlage sollte nicht die politische Lage entscheidend sein, sondern nur der Act, also Komposition, Text, Arrangement, Gesang, Inszenierung, etc. Und da glaubt doch wohl niemand, dass dieser Beitrag in anderen Zeiten auch auf Platz 1 gelandet wäre.

    Natürlich freue ich mich auch über dieses Zeichen, das wir damit diesem Land und seinen Menschen senden. Aber Solidarität kann man auch anders zeigen. Aber den ESC-Sieg finde ich falsch.
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#4 LothiAnonym
#5 Vic von der ElbeAnonym
#6 nichtbinärePersonAnonym
  • 15.05.2022, 11:37h
  • Antwort auf #3 von ESC-Fan
  • Und was willst Du nun machen? Die riesige Mehrheit des europäischen Publikums hat nun mal für die Ukraine gestimmt. Künftig keine Publikumsabstimmungen mehr erlauben? Den Leuten vorschreiben, für wen sie unter welchen Umständen und Voraussetzungen stimmen dürfen und für wen nicht?

    Nein, jemand anderem wurde nicht der Sieg gestohlen. So eine Aussage hat ja schon fast Trump-Qualitäten. Es hat das Land gesiegt, das die meisten Votes erhalten hat - Punkt, Ende, aus.

    Im übrigen ist Solidarität nun wirklich nicht die schlechteste menschlicher Regungen. Und wer sie SO zeigen will, soll das doch bitte tun dürfen.

    P.S. Was mir auch ziemlich auf den Senkel geht, ist diese ständige Nachbarländer-Schelte. Wenn ich für ein Nachbarland stimmen will, weil die vielleicht ein Lied ins Rennen geschickt haben, das meinem Musikgeschmack eher entspricht als andere, wer soll mir das verbieten wollen?

    Übrigens, ich selbst habe für Azerbaijan gestimmt, wohl wissend, dass die politische Lage dort - gelinde gesagt - sehr schwierig ist. Jedoch gefiel mir dieser Beitrag schlicht am besten, er hat mein Herz berührt. Dennoch habe ich mich über den Sieg der Ukraine sehr mitgefreut und sehe das als starkes Zeichen europäischer Solidarität in extrem harten Zeiten.
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#7 PrideProfil
#8 nichtbinärePersonAnonym
#9 KopfschüttelAnonym
  • 15.05.2022, 12:00h
  • Antwort auf #3 von ESC-Fan
  • "Das ist ja auch für einen Sieger-Act nicht schön, wenn man ständig weiß, dass man eigentlich nur wegen der politischen Lage gewonnen hat. Und jemand anderem wurde dadurch der Sieg gestohlen."

    Genau, Großbritannien wird jetzt weinen und dazu aufrufen, den ESC nächstes Jahr zu boykottieren.
    Schließlich ist der 2. Platz eine krachende Niederlage und zugleich der letzte Platz.
    Der Sieger-Act fühlt sich nun ganz bestimmt nicht wohl mit dem Sieg und den Stimmen aus fast ganz Europa.
    Und Politik hat früher NOCH NIE nur irgendeine Rolle im ESC gespielt.
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#10 TimonAnonym
#11 ESC-FanAnonym
#12 Carsten ACAnonym
  • 15.05.2022, 12:10h
  • Wenn man jedes Jahr einen der letzten Plätze und oft sogar DEN letzten Platz macht, würde man in jedem anderen Land spätestens nach dem dritten oder vierten mal die für den Vorentscheid Verantwortlichen komplett austauschen, das System des Vorentscheids ändern, etc.

    Aber nicht so in Deutschland:
    da behält man stur alles beim alten.

    Dann macht man eben auch jedes Jahr den letzten Platz (oder nahe dran).
  • Antworten » | Direktlink »
#13 KopfschüttelAnonym
#14 KopfschüttelAnonym
#15 Carsten ACAnonym
  • 15.05.2022, 12:14h
  • Antwort auf #4 von Lothi
  • Also mir gefällt der Song der Ukraine leider auch überhaupt nicht.

    Ist wohl Geschmacksfrage, aber so einen Stil mag ich gar nicht. Und die Inszenierung fand ich auch furchtbar.

    Meine Favoriten waren der extrem gute Sänger aus England mit dem tollen Song, der jetzt auf Platz 2 gelandet ist und mit anderer weltpolitischer Situation vermutlich auf Platz 1 gelandet wäre. (Seine Stimme wird von vielen Stars wie Elton John, Alicia Keys, etc. mit der von Freddie Mercury verglichen, was schon alles sagt.)

    Und diese jazzige Ballade aus der Schweiz, mit dem Sänger mit dieser leicht rauchigen Stimme fand ich auch gut. Obwohl Großbritannien mein Favorit war.
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#16 BerlinisAnonym
  • 15.05.2022, 12:15h
  • Die Jurys gaben Deutschland als einzigem Land Null Punkte und ohne das wäre Deutschland zumindest nicht auf dem letzten Platz gelandet. So war die Startposition vor dem Publikumvoting denkbar ungünstig.
    Das Publikum bzw. die Anrufer gaben Harris wenig Punkte, aber immerhin überhaupt Punkte. Ein paar andere Länder, ich habe jetzt nicht gezählt wie viele, bekamen vom Publikum noch weniger Punkte als Deutschland.
  • Antworten » | Direktlink »
#17 snafuAnonym
  • 15.05.2022, 12:20h
  • @Italien: Habt Ihr den Kommentator gehört: "Wie das knister zwischen den beiden, wie zwischen Brüdern ;-) LOL
    @Ukraine: War zwar nicht mein TOP-Favorit, hat mir aber trotzdem gefallen, gerade auch wegen der Textzeile "Heimkehren in die zerstörte Heimat"
    @Spanien: War in meine Augen Heterosexismus pur, gerade die Performance der Frauen.
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#18 nichtbinärePersonAnonym
#19 TimonAnonym
  • 15.05.2022, 12:25h
  • Antwort auf #13 von Kopfschüttel
  • Wenn man andere unterstützt, ist das Solidarität.

    Wenn man sie aber nur aus Solidarität gewinnen lässt, obwohl sie sonst nicht gewonnen hätten, ist das Mitleid.

    Wenn jemand diesen Song am besten fand, soll er ruhig dafür abstimmen. Aber selbst diese Leute geben ja zu, dass sie glauben, dass die unter anderen Umständen nicht gewonnen hätten.

    Und dann ist es eben keine Solidarität, sondern Mitleid.
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#20 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 12:31h
  • Antwort auf #18 von nichtbinärePerson
  • "Du musst dann halt nur auch mit Widerspruch rechnen."

    Habe ich auch kein Problem mit, oder habe ich hier irgendwem seine Meinung abgesprochen.

    Ich habe nur auf die Frage geantwortet, was ich jetzt dagegen tun möchte. Eben nichts. Ich habe nur meine Meinung gesagt, wie jeder andere auch.

    Aber ich habe kein Problem damit, wenn andere den Gewinnertitel am besten fanden und mit dem Ergebnis total happy sind. Aber selbst diese Leute werden vermutlich auch ahnen, dass in einer anderen Gesamt-Situation das Ergebnis anders gewesen wäre.
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#21 MertAnonym
#22 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 12:40h
  • Antwort auf #19 von Timon
  • Das ist ein guter Vergleich.

    Man kann das auch mit einem Sportwettbewerb vergleichen: Mal angenommen ich wäre ein guter Sprinter und würde bei einem Wettbewerb mitmachen. Und da macht auch jemand aus einem Kriegsgebiet mit:

    Solidarität wäre es, wenn er aufgrund seiner Situation keine guten Laufschuhe hat und ich ihm dann welche schenke, damit er keinen Startnachteil hat und die Bedingungen für uns beide gleich sind.

    Mitleid ist es dagegen, wenn ich dann absichtlich langsamer laufe, damit der andere gewinnt. Was wäre dieser Sieg dann für ihn wert? Nimmt man ihm damit nicht noch viel mehr seine Würde?

    Ich habe nichts dagegen, wenn man andere aus Mitleid gewinnen lässt. Auch das kann durchaus eine noble Geste sein. Aber dennoch kann ich sagen, dass ich es nicht gut finde und dass man damit nicht nur anderen schadet, sondern auch dem Betroffenen selbst.

    Ich persönlich würde mich auf jeden Fall mehr über einen ehrlich verdienten 2. Platz freuen als über einen 1. Platz aus Mitleid, Solidarität oder wie auch immer man es nennt...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#23 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 12:45h
  • Antwort auf #17 von snafu
  • "@Italien: Habt Ihr den Kommentator gehört: "Wie das knister zwischen den beiden, wie zwischen Brüdern ;-) LOL"

    Ja, da musste ich auch lachen...

    Wenn sich zwei Brüder so intensiv in die Augen sehen und dabei ansingen, dann ist mein erster Gedanke, dass das eben nicht zwei Brüder sind.

    Auch wenn ich schwul bin, aber meinen Bruder würde ich so nie ansehen.

    Ehrlich gesagt: wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich nach diesem Auftritt sogar gesagt, dass Mahmood und Blanco mehr als nur Kumpel sind.

    Man darf auch als Kommentator ruhig mal sagen, dass sich zwei verliebt angeguckt haben. Egal ob das real ist oder inszeniert.

    Aber auch Peter Urbans Kommentare sind leider nicht mehr das, was sie früher mal waren.
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#24 LothiAnonym
  • 15.05.2022, 12:46h
  • Antwort auf #15 von Carsten AC
  • Vielleicht liegst Du damit auch vollkommen richtig. Nur habe ich bisher diesen einen Song Stefania gehört und gesehen. Mir gefällt daran besonders der Rhythmus. Hat was afrikanisches. Den Soukous.
    Aber nun werde ich mir mit Sicherheit auch noch einige andere Songs zu Gemüte führen und das völlig unvoreingenommen.
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#25 nichtbinärePersonAnonym
  • 15.05.2022, 12:53h
  • Antwort auf #22 von ESC-Fan
  • "Mitleid ist es dagegen, wenn ich dann absichtlich langsamer laufe, damit der andere gewinnt."

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass kein Land schlechter gesungen hat, damit die Ukraine gewinnt.

    Übrigens, wofür die Deutschen weltweit nicht gerade bekannt sind, ist Empathie. Einfach mal anerkennen, mitfreuen ist offenbar Vielen nicht möglich. Anderen die Freude aberkennen ist noch schäbiger. Die Ukrainer haben sich gefreut und dürfen sich freuen. Und das hat ihnen auch niemand abzusprechen; es hat auch niemand zu relativieren.

    Diese Diskussion hier nimmt erstaunlich schnell absurde Züge an. Habe eigentlich keine Lust, mich jetzt den ganzen Sonntag auf diesem Niveau damit auseinanderzusetzen. Es gibt ein schönes deutsches Sprichwort:

    Man muss auch gönnen können.

    Bitte einfach mal sacken lassen; ggf. sogar berücksichtigen, falls die eigene Empathiefähigkeit das zulässt.
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#26 kein VergleichAnonym
  • 15.05.2022, 12:59h
  • Antwort auf #22 von ESC-Fan
  • Im Gegensatz zu einem Sprintlauf den man mit Stoppuhr messen kann, sind die Bewertungsmöglichkeiten bei einem Musikwettbewerb völlig anders.
    Die Sache ist auch, selbst wenn die Ukraine gewonnen hat weil die Mehrheit den Song am besten findet, wird jetzt unfairerweise von Mitleidssieg gesprochen.
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#27 LothiAnonym
#28 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 13:58h
  • Antwort auf #26 von kein Vergleich
  • "Die Sache ist auch, selbst wenn die Ukraine gewonnen hat weil die Mehrheit den Song am besten findet"

    Genau das ist aber der Punkt:
    die ukrainische Band wird das niemals wissen, ob sie auch unter anderen Umständen den ersten Platz gemacht hätten.

    Und ganz ehrlich:
    dass ein Land im Televoting 439 Punkte (!!) bekommt (also aus fast allen (!!) Staaten die 12 Punkte und aus den wenigen anderen zumindest 10) hat es noch nie in der Geschichte gegeben.

    Da weiß doch jeder, dass sowas (unabhängig vom eigenen Geschmack) in normalen Zeiten schon rein statistisch nicht sein kann.

    Also wird diese Band niemals wissen, ob sie auch in anderen Zeiten (wenn auch mit weniger Vorsprung) gewonnen hätten oder nicht. Das finde ich auch dieser Band gegenüber sehr unfair, dass ihr Sieg jetzt immer mit diesem Beigeschmack belegt ist.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#29 SakanaAnonym
  • 15.05.2022, 13:59h
  • Hatte das ukrainische Siegerlied auch einige Tage im Vorfeld des ESC gehört und fand, dass es aufgrund seiner Struktur, Instrumentierung und Gesang durchaus Chancen auf den ersten Platz hätte, weil die Mischung aus Hip Hop und Volksmusik sowohl für Ältere wie Jüngere sehr ansprechend sein kann und das Lied eine Form von "Seele" entwickelt, die auch abgekoppelt vom Auftritt funktioniert. Deshalb hat die Ukraine für mich verdient gewonnen, auch wenn mir andere Acts auch gefallen haben (zB Polen oder Litauen)
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#30 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 14:11h
  • Antwort auf #25 von nichtbinärePerson
  • "Übrigens, wofür die Deutschen weltweit nicht gerade bekannt sind, ist Empathie."

    Interessant, wie Du mit Klischees um Dich wirfst.

    Ich bin übrigens nicht Deutscher, sondern halb Niederländer und halb Italiener. Ich wohne zwar seit meinem 8. Lebensjahr in Deutschland, habe aber nach wie vor nicht die deutsche Staatsbürgerschaft und fühle mich auch nicht als Deutscher.

    "Anderen die Freude aberkennen ist noch schäbiger. Die Ukrainer haben sich gefreut und dürfen sich freuen. Und das hat ihnen auch niemand abzusprechen; es hat auch niemand zu relativieren."
    "Man muss auch gönnen können. [...] falls die eigene Empathiefähigkeit das zulässt.

    STOP !!

    Jetzt unterstelle mir bitte keine Sachen, die ich niemals gesagt habe.

    Ich zitiere mal mich selbst:
    in Beitrag 3:
    "Natürlich freue ich mich auch über dieses Zeichen, das wir damit diesem Land und seinen Menschen senden."

    in Beitrag 20:
    "Aber ich habe kein Problem damit, wenn andere den Gewinnertitel am besten fanden und mit dem Ergebnis total happy sind."

    Ich gönne JEDEM Sieger seinen Titel. Egal aus welchem Grund. Und dieses Jahr ganz besonders, weil ich das (wie bereits in Beitrag #3 gesagt) für ein starkes Zeichen gegenüber diesem Land und seinen Menschen halte.

    Ich habe nur zwei Dinge gesagt:

    1. Dass ich glaube, dass in anderen Zeiten das Ergebnis anders gewesen wäre.

    (Oder glaubt irgendwer, dass es in anderen Zeiten im Rahmen des Möglichen wäre, von fast jedem (!) Land 12 Punkte bzw. von einigen wenigen 10 Punkte, aber aus keinem Land weniger oder gar keine Punkte zu bekommen.)

    2. Dass ich das dann unter der Voraussetzung, dass der Sieg also offensichtlich nicht nur mit dem Act zu tun hatte, unfair anderen gegenüber finde, sondern auch dem Act gegenüber, der jetzt niemals weiß, ob er unter anderen Bedingungen auch (wenn auch vielleicht weniger deutlich) gewonnen hätte, oder eben nicht.

    Das ist einfach nur eine Analyse, ohne dass ich damit sage, dass ich denen den Sieg nicht gönne.

    Und ich bitte auch darum, mir sowas nicht zu unterstellen, wenn ich doch jetzt schon in mehreren Beiträgen das Gegenteil gesagt habe.
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#31 daVinci6667
  • 15.05.2022, 14:23h
  • Der ESC war schon immer politisch trotz aller gegenteiligen Behauptungen. Und das wird auch immer so bleiben. Das ist überhaupt rein gar nichts negatives! Seien wir doch bitte ehrlich, das war auch beim verdienten Sieg von Conchita 2014 der Fall als Reaktion aufs russische Homopropaganda-Gesetz.

    Genauso klar: der Song, die Performance muss gleichzeitig neben der politischen Aussage sehr stark sein! Das passte 2014 perfekt und gilt auch für 2022! Zur Erinnerung, schon vor Kriegsbeginn war die Ukraine mit ihrem Song in den Top Ten.

    Ich habe gestern einmal für alle meine Favoriten gestimmt und für meinen Top Favorit den jetzigen Siegersong so oft es eben ging. Aus ganzem Herzen.

    Habe mir die Televiting Statistik angeschaut, etwa zwei Drittel aller teilnehmenden Staaten gaben der Ukraine 12 Points, der Rest meist 10 Points und sogar aus dem sehr Russland-freundlichen Serbien vergab das Publikum 7 Punkte.

    Wie ich hier schon einmal postete: Ein ESC 2023 in einer freien, demokratischen Ukraine wäre für ganz Europa wohl sehr friedensstiftend und heilsam. Das hat eine überwältigende Mehrheit der Europäer und Australier offensichtlich genauso gesehen.
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#32 Paula RoydAnonym
  • 15.05.2022, 14:26h
  • Diesem Sieg wird immer der Makel des Mitleids anhaften - ob zu Recht (meiner Meinung nach ja) oder nicht.
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#33 clepto86Anonym
#34 Paula RoydAnonym
  • 15.05.2022, 14:45h
  • Wieso wird Kritik am Sieg der Ukraine auf eine spezifisch deutsche Missgunst zurückgeführt? Bestünde Missgunst nicht darin, wenn man sagte, dass die Ukraine die eigentlich uns zustehenden Punkte abgegriffen und den Sieg deswegen nicht verdient hat?

    Wenn der Vereinigte Königreich, Spanien oder Schweden gewonnen hätten, hätte vermutlich niemand den Verdacht eines unfairen Wettbewerbsvorteils erhoben (außer bei Spanien; ich sage das als schwuler Mann, aber die Sängerin hat in Sachen Sexyness des gesamte Teilnehmerfeld hinter sich gelassen).

    Es ist äußerst schwierig, wenn jede Art von Nichtzustimmung als Angriff betrachtet und zusätzlich noch auf eine vermeintlich kollektive Charakterschwäche, die zudem angeblich der ganzen Welt bekannt sei, zurückgeführt wird.

    Die Deutschen gelten als humorlos, penibel/pedantisch, strukturiert, pünktlich und was einem sonst noch so an Sekundärtungenden einfällt, aber ich habe noch nie gelesen oder gehört, dass es einen Konsens über eine angebliche typisch deutsche Missgunst gibt...
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#35 Julian 80Anonym
  • 15.05.2022, 14:46h
  • Meine Top 5 Favoriten beim gestrigen Finale waren:

    Platz 1:
    Großbritannien
    Sam Ryder: Space Man

    Platz 2:
    Schweden
    Cornelia Jakobs: Hold me closer

    Platz 3:
    Italien
    Mahmood & Blanco: Brividi

    Platz 4:
    Schweiz
    Marius Bear: Boys Do Cry

    Platz 5:
    Australien
    Sheldon Riley: Not the same

    Hätte ich entscheiden müssen, wären das definitiv meine Top 5 gewesen.

    Übrigens:
    hat Euch der Blanco von Mahmood & Blanco auch an irgendwen erinnert? Mich hat der an irgendjemanden erinnert, aber ich weiß nicht, ob an irgendeinen Promi oder an jemanden, den ich nur privat kenne.
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#36 nichtbinärePersonAnonym
#37 nichtbinärePersonAnonym
  • 15.05.2022, 15:02h
  • Antwort auf #34 von Paula Royd
  • "Bestünde Missgunst nicht darin, wenn man sagte, dass die Ukraine die eigentlich uns zustehenden Punkte abgegriffen und den Sieg deswegen nicht verdient hat?"

    Ich zitiere da nur aus Kommentar #3: "Und jemand anderem wurde dadurch der Sieg gestohlen."

    Und klar, man kann natürlich auch als Nichtdeutsche_r missgünstig sein. Insofern korrigiere ich mich gern.
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#38 Julian 80Anonym
  • 15.05.2022, 15:08h
  • Antwort auf #28 von ESC-Fan
  • >>>>>>>>
    dass ein Land im Televoting 439 Punkte (!!) bekommt (also aus fast allen (!!) Staaten die 12 Punkte und aus den wenigen anderen zumindest 10) hat es noch nie in der Geschichte gegeben.

    Da weiß doch jeder, dass sowas (unabhängig vom eigenen Geschmack) in normalen Zeiten schon rein statistisch nicht sein kann.
    <<<<<<<<<<

    Das ist genau das Problem, das ich mit dem Sieg des ukrainischen Beitrags habe.

    Mir hat der zwar eh nicht gefallen und meine Top 5 sahen anders aus (s.o.), aber wenn der gewonnen hätte, weil die Mehrheit in Europa einen anderen Geschmack hat als ich, hätte ich gut damit leben können.

    Aber das weiß man eben nicht. Denn wenn ein Beitrag (egal welcher) aus ALLEN Staaten entweder 10 oder 12 Punkte bekommt, aber niemals weniger Punkte, dann ist das schon extremst ungewöhnlich.

    Bei so einem Ergebnis muss doch selbst den Fans dieses Beitrags klar sein, dass das in normalen Zeiten anders ausgegangen wäre und so nicht möglich gewesen wäre.

    Ob man das jetzt Solidarität oder anders nennt, ist Wortklauberei. Aber auch wenn ich Solidarität gut finde, finde ich es dennoch schade, wenn bei einem Musikwettbewerb nicht mehr Musik, sondern äußere Umstände am Ende entscheiden.

    Das haben die anderen Beiträge (die sich genauso gegen den Krieg ausgesprochen haben und genauso Solidarität zeigen) nicht verdient, das hat aber auch der Siegerbeitrag nicht verdient, weil die jetzt nie wissen, wo sie reell gelandet wären.

    Solidarität: Ja. Aber nicht aus Solidarität für einen Beitrag stimmen, wenn man unter anderen Umständen eigentlich für einen anderen gestimmt hätte.

    Nur meine bescheidene Meinung dazu. Kann man gerne auch anders sehen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#39 DelfinoProfil
  • 15.05.2022, 15:14hPlaya del Ingles
  • Antwort auf #12 von Carsten AC
  • das sehe ich genauso. Was sind das beim NDR fuer Nullnummern, fast jedes Jahr nur noch den oder einen der letzten Plaetze. Als ich die Auswahl gehoert hatte, fand ich von den ganzen schlechten Beitraegen den von Malik noch am Besten aber es war mir schon klar , dass wir den letzten Platz machen werden. Vorteil: Da unsere Clique Wetten zu unserem Beitrag geschlossen hatte, habe ich die Flasche Sekt gewonnen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »
#40 PrideProfil
#41 ESC-FanAnonym
  • 15.05.2022, 16:01h
  • Antwort auf #36 von nichtbinärePerson
  • "Wie schon gesagt, keine Lust, das hier über den ganzen Sonntag auszudehnen."

    Hattest Du schonmal gesagt.

    Wenn Du mir aber Aussagen unterstellst, die ich nie gemacht habe und wo ich sogar in zwei Beiträgen das genaue Gegenteil gesagt habe, dann darf ich das schon geraderücken und muss das nicht falsch im Raum stehen lassen, nur weil Du "keine Lust" mehr hast.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#42 AlexAnonym
  • 15.05.2022, 16:28h
  • Die Mitglieder des Kalush Orchestra werden nächste Woche als Soldaten in den Krieg in ihrem Land zurückkehren. Einer der Tänzer ist während des Auftritts dort geblieben. Ich kann natürlich auch nur spekulieren, aber ich vermute, dass die andere Sorgen haben als sich zu fragen, ob sie nun wirklich wegen der musikalischen Qualitäten ihres Songs gewählt wurden. Ich vermute, dass auch die Zahl der anderen Ukrainer*innen, die vor allem diese Sorge umtreibt, eher gering sein dürfte.

    Die Zuschauer*innen haben hier ein Zeichen der Solidarität gesetzt. Die ukrainische Bevölkerung sieht, dass ihre Situation dem Rest Europas nicht egal ist, und die Vorstellung, dass es einen ESC 2023 in Mariupol geben könnte - auch wenn das vielleicht unrealistisch ist - kann ein Zeichen der Hoffnung sein, dass es im nächsten Jahr noch eine freie ukrainische Kultur geben wird.

    Ich kann all dem nichts Schlechtes abgewinnen. Solidarität ist für mich etwas anderes als Mitleid.

    Klar, Gesten ersetzen kein praktisches politisches und militärisches Handeln. Und es mag Menschen geben, die sich mit symbolischen Handlungen vor praktischer Mithilfe drücken. Alles das spricht aber nicht per se gegen solidarische Gesten.

    Dieser Krieg ist auch einer um Ideologie. Gerade hier sind auch symbolische Handlungen wichtig.

    Ich fand andere Songs besser. Trotzdem freue ich mich sehr über den Sieg der ukrainischen Band.
  • Antworten » | Direktlink »
#43 LorenProfil
  • 15.05.2022, 16:57hGreifswald
  • Antwort auf #28 von ESC-Fan
  • Ich kann mir vorstellen, dass die Band dies Zeichen der Solidarität sehr wohlwollend zur Kenntnis nimmt und ansonsten momentan ganz andere Sachen im Kopf hat. Der ESC kann politische Einflussfaktoren nicht "ausschalten", da selbst Leute, die daran aktiv per Voting teilnehmen wollen und sich nicht für Polititk interessieren, bestimmte politische Ereignisse nicht "verpassen" (wie eben einen Krieg). Mir hat Sam Ryders Lied "Space Man" am besten gefallen (als alter Freddie Mercury und Elton John der 1970er Fan nicht verwunderlich, denke ich), aber der 2. Platz ist für die Briten ja auch ein sehr beachtliches Ergebnis, wenn man an die vielen niedrigeren Platzierungen der Vergangenheit denkt. Das Lied "Stefania" hat einen Text, der mich aus sehr persönlichen Gründen berührt, eine mir einprägsame Hookline und wurde m.E. gut performt. Das Video mit englischsprachigen Untertiteln finde ich sehr gelungen:

    www.youtube.com/watch?v=Z8Z51no1TD0&list=LLP3OasiIpCwioZ
    CPLlB7_fw&index=2


    Malik Harris hätte ich mit seinen "Rockstars" ein paar Punkte mehr gegönnt. Die 0 Punkte der Jurys fand ich schon ziemlich ernüchternd. But the show will go on!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#44 LothiAnonym
#45 LorenProfil
  • 15.05.2022, 17:14hGreifswald
  • Antwort auf #30 von ESC-Fan
  • Das mit der Empathie ist sowieso so eine Sache für sich. Die meisten zeigen doch Empathie, wenn sie sich persönlich identifizieren können. Kriege gab und gibt es beispielsweise mehr als genug in Afrika, aber Empathie mit Kriegsflüchtlingen von dort? In Deutschland werden gelegentlich große Spendensummen aufgebracht für die Menschen in anderen Ländern, die sich in schweren Sittuationen befinden. Die Bundesregierung engagiert sich gelegentlich mit erheblichen finanziellen Mitteln woanders, ohne dass ich deswegen Aufstände derjenigen wahnehme, die die Mittel erwirtschaften. Es wäre vielleicht mal eine wissenschaftliche Untersuchung vonnöten, die der Frage nachgeht, ob Empathie nicht vor allem dann empfunden wird, wenn das engere soziale Umfeld betroffen ist, womit ich auch Nachbarländer oder Länder mit ähnlicher Geschichte oder Kultur meine.
    Wer interessiert sich beispielsweise in Europa (nicht nur Deutschland) dafür, was in Ghana mit "unserem," Elektroschrott passiert und wer die Leidtragenden sind? Empathie? Ein Aufschrei in Paris, London, Warschau, Berlin, Rom, Madrid usw. usw.?

    www.planet-wissen.de/kultur/afrika/ghana/pwiegiftigerelektro
    muell100.html


    Aber das führt weit weg von diesem Liedwettbewerb, bei dem jetzt mal ein Zeichen der Solidarität gezeigt worden ist (vermute ich mal).
  • Antworten » | Direktlink » | zu #30 springen »
#46 PetterAnonym
  • 15.05.2022, 17:24h
  • Antwort auf #42 von Alex
  • - "Ich kann all dem nichts Schlechtes abgewinnen. Solidarität ist für mich etwas anderes als Mitleid."

    - "Ich fand andere Songs besser. Trotzdem freue ich mich sehr über den Sieg der ukrainischen Band."

    Für mich ist Solidarität auch ganz klar etwas anderes als Mitleid. Und auch ich freue mich über die symbolische Geste der Unterstützung, die die Leute hoffentlich erreicht.

    ABER: Dennoch geht es mir genauso wie Dir und vielen anderen auch. Andere Songs fand ich einfach besser. Und deswegen hätte ich mir deren Sieg auch mehr gewünscht. Denn es war ja ein Musikwettbewerb und kein Benefizkonzert.

    Nur weil man andere Songs besser fand, heißt das ja nicht, dass man keine Solidarität mit diesem Land will.

    Und ich muss auch denjenigen zustimmen, die sagen, dass alleine schon das Faktum, das die aus JEDEM anderen Land 10 oder 12 Punkte bekommen haben, ein Beleg dafür ist, dass es da vielleicht weniger um die Qualität als um Solidarität ging.

    Das kann man gut finden oder auch nicht. Aber man muss das Faktum offen benennen dürfen, ohne dass man gleich als herzlos gilt. Nur weil ich auch denke, dass die aus Solidarität gewonnen haben, heißt das ja nicht, dass ich keine Solidarität fordere. Ich hätte mir halt nur beim ESC einen anderen Sieger gewünscht, was aber NICHT bedeutet, dass ich keine Solidarität mit denen will.

    Und natürlich wünsche ich den Bandmitgliedern und allen anderen Menschen dort von ganzem Herzen alles Gute und hoffe, dass sie dort heil rauskommen.

    Aber dennoch darf man auch sagen, wenn man einen anderen Beitrag besser fand.
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#47 AlexAnonym
  • 15.05.2022, 18:05h
  • Antwort auf #46 von Petter
  • Du, ich sage gar nicht, dass deine Argumente *an sich* nicht gültig seien. In jeder anderen Situation kann ich es verstehen, wenn Abstimmungen kritisiert werden, die allein auf (teils jahrzehntelang kultivierten) politischen Zu- oder Abneigungen von Teilnehmerstaaten beruhen.

    Aber hier befindet sich ein Teilnehmerland in einem brutalen Krieg und muss um den eigenen Fortbestand bangen.

    Ganz ehrlich, wenn in dieser Situation die meisten Menschen in Europa entschieden hätten, dass politische Solidarität beim Voten keine Rolle spielen sollte, weil doch die musikalische Qualität wichtiger ist, dann wäre ich ziemlich entsetzt gewesen.
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#48 remixbeb
  • 16.05.2022, 12:38h
  • Antwort auf #3 von ESC-Fan
  • Ja. Der Song hatte auch ohne die politische Lage durchaus Potential und gehörte meiner Meinung nach zu den besseren. War zwar nicht mein Favorit, aber unter den Top 5. Wohingegen ich diesen Push für Spanien und UK nicht nachvollziehen konnte. Aber gut, ich fand auch Konstrakta (Serbien) geil, gehöre wohl nicht zum klassischen Radio-Hörer.
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#49 SebiAnonym
  • 17.05.2022, 20:58h
  • Antwort auf #48 von remixbeb
  • Ich glaube, die meisten Leute hier wollten auch nicht behaupten, dass das Lied keinem gefallen dürfe, sondern dass es halt nicht sein kann, dass irgendein Lied (egal welches) aus nahezu allen Staaten volle Punktzahl oder knapp darunter bekommt.

    Natürlich muss da jedem klar sein, dass das keine musikalische Entscheidung sein kann, sondern eher eine Solidaritätskundgebung.

    Ich persönlich habe auch nichts dagegen. Ich vote jedes Jahr beim ESC mit und auch ich habe z.B. in einigen Fällen nicht nach musikalischer Qualität, sondern nach Cuteness der Interpreten abgestimmt.

    Wenn ich also auch nicht nur nach Musik gehe, wie könnte ich dann andere dafür kritisieren, wenn sie das auch nicht tun. Und da ist ja Solidarität mit einem Land, das brutal überfallen wurde, eigentlich sogar noch der bessere Grund als danach zu entscheiden, ob man einen Typen süß findet.

    Insofern habe ich nichts dagegen, dass die aus Solidarität gewonnen haben. Aber umgekehrt darf man jetzt auch nicht sagen, dass diejenigen, die vielleicht für jemand anderen gevotet haben, deswegen unsolidarisch sind. Dann wären ja auch die Jurys aus ganz vielen Staaten unsolidarisch gewesen.

    Ich selbst fand z.B. musikalisch auch den Beitrag aus Polen nicht schlecht. Oder auch diese Frau aus Litauen. Und den Briten, dessen Song ich gar nicht so toll fand, aber sein Gesang und seine Personality haben mich fasziniert.

    Ich selbst habe aber für die Schweiz abgestimmt. Auch wenn die dann ziemlich weit hinten gelandet ist und nur Jurystimmen aber keine einzige Zuschauerstimme bekommen hat.

    Das heißt aber nicht, dass ich unsolidarisch bin oder denen den Sieg nicht gönne. Es heißt halt nur, dass ich nach meinem ganz persönlichen Musikgeschmack abgestimmt habe. Aber dennoch gönne ich der Ukraine den Sieg nicht nur, sondern ich freue mich sogar darüber. Auch wenn ich nicht für sie angerufen habe, weil das so gar nicht mein Musikgeschmack war. Aber ich hatte eh schon gedacht, dass die ziemlich weit vorne landen und deshalb war mein Anruf dieses Jahr kein Anruf für Platz 1, sondern eher für Plätze 2, 3, 4 oder 5. Auch wenn mein Favorit letztlich keinen dieser Plätze bekommen hat.

    Dennoch: Herzlichen Glückwunsch an die Sieger. Möge das Ergebnis ihnen zeigen, dass ganz Europa an sie denkt. Und möge ihnen das Kraft und Stärke geben.
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