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Bulgarien

Kind von lesbischem Paar endlich nicht mehr staatenlos

Die Stadt Sofia muss einem 2019 geborenen Kind mit zwei Müttern – die eine aus Bulgarien, die andere aus Gibraltar – eine Geburtsurkunde ausstellen, urteilte das Verwaltungsgericht der bulgarischen Hauptstadt.


Symboldbild: Ein kleines Mädchen hält sich die Augen zu (Bild: caleb_woods / unsplash)

Ein Gericht in Bulgarien hat die Behörden der Hauptstadt Sofia angewiesen, dem Kind eines lesbischen Paares eine Geburtsurkunde auszustellen. Die Stadtverwaltung sei verpflichtet, ein offizielles bulgarisches Dokument auszustellen, das unter anderem auch das Geschlecht der beiden Elternteile angibt, erklärten die Anwälte des Ehepaares am Montag unter Verweis auf eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts der Hauptstadt.

Die beiden homosexuellen Frauen – die eine aus Bulgarien, die andere aus Gibraltar – hatten im Jahr 2019 in Spanien ihre Tochter Sara bekommen. Die britische Staatsbürgerschaft konnte dem Mädchen nicht verliehen werden, da ihre Mutter aus Gibraltar selbst weder in dem britischen Gebiet noch in Großbritannien geboren war. Also wandte sich das Paar an die bulgarischen Behörden.

Geburtsurkunde nur bei hetero Eltern

Da Bulgarien jedoch gleichgeschlechtliche Ehen verbietet und im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen nicht anerkennt, lehnten die Behörden einen Antrag auf Staatsbürgerschaft ab. Sie bestanden darauf, dass das Kind für einen bulgarischen Personalausweis oder Reisepass eine bulgarische Geburtsurkunde benötige, in der nicht zwei Menschen desselben Geschlechts als Eltern aufgeführt sind. Sara galt bislang als staatenlos.

"Bulgarien kann die Anerkennung, dass Sara von beiden Elternteilen abstammt, nicht mit der Begründung verweigern, dass die nationale Gesetzgebung die Institution der gleichgeschlechtlichen Ehe nicht vorsieht", urteilte das Gericht nun. Es folgte damit einer Entscheidung des Europäische Gerichtshof, der im vergangenen Dezember die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare in der EU entsprechend gestärkt hatte (queer.de berichtete). (cw/AFP)