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Köln

Hörspielpreis der Kriegsblinden für Werk über trans Opernsängerin

Die Film- und Medienstiftung NRW und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband zeichnen die SWR-Produktion "Die Arbeit an der Rolle" über das Leben von Bariton-Sängerin Lucia Lucas aus.


Die Bariton-Sängerin Lucia Lucas hat mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrem engagierten Schauspiel in den letzten Jahren internationale Aufmerksamkeit errungen (Bild: Josh New)

  • 18. Mai 2022, 03:48h, noch kein Kommentar

Der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden geht dieses Jahr an die Produktion "Die Arbeit an der Rolle" von Noam Brusilovsky und Lucia Lucas. Das Hörspiel des Südwestrundfunks von 2021 wurde in Köln ausgezeichnet, wie die Film- und Medienstiftung NRW am Dienstag mitteilte. Der Preis für Radiokunst ist in diesem Jahr erstmals mit einem Preisgeld von 5.000 Euro versehen.

Das prämierte Werk handelt vom Leben der amerikanischen Opernsängerin Lucia Lucas, die zugleich Mitautorin ist. Lucas wurde jahrelang als Mann wahrgenommen. Dann outete sie sich 2014 als trans Frau. Die äußerliche Erscheinung veränderte sich stark, die Stimme blieb unverändert. Lucas, die seit zehn Jahren in Deutschland lebt, spielt und singt nur männliche Rollen. Ihr Debüt als Wotan in Wagners "Walküre" am Theater Magdeburg wurde von der Kritik gelobt. Ebenso erfolgreich war ihr erster Auftritt in der Titelrolle des "Don Giovanni" im Jahr 2019.

"Innere Welt eines teils aufgezwungenen Rollenspiels"

Die "Geschmeidigkeit, Lässigkeit und Durchlässigkeit" der Sprechstimme von Lucia Lucas seien "ein perfektes Transportmedium nicht nur für die Arien, die hier auch hörbar werden, sondern vor allem für die vielen Stationen ihrer Lebensgeschichte", heißt es in der Jury-Begründung. "Das Stück bietet seinen Zuhörerinnen und Zuhörern mit freundlicher Geste an, einzutauchen in die verschachtelte innere Welt eines teils aufgezwungenen Rollenspiels."

Zwei weitere Stücke waren nominiert. Das dokumentarische Hörspiel "Adolf Eichmann – Ein Hörprozess" erzählt die Geschichte des Prozesses zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen aus Sicht der Radiomacher*innen beim damaligen öffentlich-rechtlichen israelischen Rundfunk. "Saal 101. Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess" verdichtet Protokolle und Notizen des NSU-Prozesses zu einem Stück Zeitgeschichte.

Der Hörspielpreis wurde 1950 vom Bund der Kriegsblinden begründet. Inzwischen wird die Auszeichnung getragen von der Film- und Medienstiftung NRW und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. (cw/dpa)