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Beeindruckendes Debüt

Sie können nicht ohne, aber auch nicht miteinander

Mit "Vielleicht habe ich dich nur erfunden" hat Tatjana Scheel einen queeren Roman über zwei Frauen und die Unwägbarkeiten menschlicher Beziehungen veröffentlicht.

  • 18. Mai 2022, 07:39h, noch kein Kommentar

"Vielleicht habe ich dich nur erfunden" ist als gebundene Ausgabe und als E-Book erschienen

Und weil du eh nicht weißt, was du willst, machen wir jetzt einfach das, was ich will.

Der erste Sprung ins kalte Wasser ist belebend. Als Alex wieder auftaucht, ist da Sheela. Selbstbewusst, unberechenbar, der Blick durchdringend. Ein paar Tage unter der Sonne Siziliens nur haben die beiden, um auszufechten: wer es an die Oberfläche schafft, wem Luft zum Atmen bleibt. Wer von den beiden bestimmt, in welche Richtung das Ganze geht. Alex steht kurz vor dem Abitur und weiß nicht, wohin mit ihren Gefühlen. Viel zu viel von ihr will nach draußen und sucht nach Widerhall in Sheela. Alex sehnt sich danach, sich fallen lassen zu können. Doch Sheela schreibt – ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer – ihre eigenen Regeln. Und verschwindet nur einen Moment später wieder. Damit beginnt es, das unbestimmte Verlangen, das Alex antreibt.

Wie viel bleibt von uns, wenn wir lieben?

Jahre später lebt Alex in Berlin, sie möchte Regisseurin werden. Eigentlich könnte sie sich treiben lassen, das Leben genießen. Sich jeden Tag neu erfinden, ausleben, experimentieren mit der eigenen Sexualität und Identität. Alex bewegt sich in einer Welt, die ihr vermittelt: Selbstbestimmung und Erfüllung liegen nur einen Schritt außerhalb deiner Komfortzone. Erfüllt sich dieses Glücksversprechen für Alex? Was begehrt sie eigentlich? – Als Alex und Sheela in Berlin aufeinandertreffen, ist es, als hätten die letzten elf Jahre nicht existiert: Sheela übt immer noch Faszination auf Alex aus, aber auch Macht: psychisch, körperlich. Alex baut weiter Luftschlösser. Und gemeinsam mit Sheela an dem Netz, in dem sie sich immer weiter verfängt.

Ist das Liebe? Oder kann das weg?

In "Vielleicht habe ich dich nur erfunden" (Amazon-Affiliate-Link ) liegen Spannung, Verzweiflung und Witz so nah beieinander, wie Liebe und Obsession in Alex' und Sheelas Geschichte. Die beiden Frauen sind wie zwei Planeten, die sich auf ihren Umlaufbahnen näherkommen, aber doch immer wieder voneinander entfernen. Die nicht ohne, aber auch nicht miteinander können. Tatjana Scheel schreibt über das überwältigende Gefühl, verführt und geführt zu werden. Und über den Moment, in dem man merkt, dass man keine Luft mehr bekommt. Sie schreibt über Projektion und Begehren. Über Kontrolle und Macht. Über Sucht und das Suchen. Über die Notwendigkeit, die eigenen Bedürfnisse zu definieren und auszusprechen, über das Schälen aus der Abhängigkeit. Und über das Glück, nackt im Wald zu tanzen.


Autorin Tatjana Scheel schrieb mit sieben Jahren ihre erste Kurzgeschichte, in der die Liebe zwischen einem Apfel und einer Birne tragisch endete (Bild: Mike Auerbach)

Die Autorin Tatjana Scheel lebt als Drehbuchautorin in Berlin. Schon mit sieben Jahren schrieb sie ihre erste Kurzgeschichte, in der die Liebe zwischen einem Apfel und einer Birne tragisch endete. Später studierte sie Drehbuch an der Filmuniversität Babelsberg und entdeckte ihre Leidenschaft für das Schreiben von Serien. Die Autorin wird von dem Wunsch angetrieben, komplexe Themen mit Leichtigkeit zu erzählen. (cw/pm)

Infos zum Buch

Tatjana Scheel: Vielleicht habe ich dich nur erfunden. Roman. 280 Seiten. Gebundene Ausgabe: 13,2 x 20,6 cm, 22,90 € (ISBN: 978-3-7099-8156-6). E-Book: 17,99 € (ISBN: 978-3-7099-3973-4). Haymon Verlag. Innsbruck 2022.

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