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England

Klopp nach Coming-out von Fußballprofi Daniels: "Bin stolz auf ihn"

In England gibt es weiter viel Lob für das Coming-out von Jake Daniels, auch vom deutschen Startrainer Jürgen Klopp. Sogar der eher nicht für seine Queerfreundlichkeit bekannte Premier findet warme Worte.


Jürgen Klopp ist seit 2015 Trainer beim FC Liverpool, einer der besten Mannschaften Großbritanniens (Bild: PAUL ROBINSON / wikipedia)

Nach dem Coming-out des englischen Fußball-Zweitligaprofis Jake Daniels hofft Liverpools Trainer Jürgen Klopp, dass auch weitere Profis in Zukunft diesen Weg gehen. "Wir leben im Jahr 2022 und dass wir so ein großes Ding daraus machen müssen, ist verrückt. Aber wir kommen dorthin, es ist ein guter Anfang. Jetzt hoffe ich, dass andere folgen und es auch können. Das wäre absolut herausragend", sagte Klopp am Dienstagabend nach dem 2:1-Sieg des FC Liverpool in der englischen Premier League gegen den FC Southampton.

Der 17-jährige Daniels vom FC Blackpool hatte am Montag seine Homosexualität öffentlich gemacht (queer.de berichtete). Er ist derzeit der einzige offen schwule Profifußballer in Europa. "Ich kenne ihn nicht, aber ich bin wirklich stolz auf ihn. Absolute Spitzenklasse", sagte Klopp und ergänzte: "Fantastisch, dass er mutig genug ist, das zu tun, mit 17 Jahren, ist es absolut außergewöhnlich. Die ganze Fußballgemeinde wird ihn unterstützen, was immer wir tun können, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher."

Klopp nennt homophobe Fans "Idioten"

Klopp hatte bereits in der Vergangenheit seine eigenen Liverpool-Fans wegen homophoben Gesängen scharf kritisiert. Derartige Anhänger seien "Idioten", sagte er vergangenes Jahr (queer.de berichtete). Außerdem erklärte der frühere BVB-Coach: "Wir leben gerade in einer Zeit, in der wir sehr viel Neues lernen. Ich bin jetzt 54, aber als ich 20 war, haben wir viele Dinge gesagt, über die wir nicht nachgedacht haben. In den letzten 34 Jahren haben wir Gott sei Dank dazugelernt."

Daniels war bereits von vielen Seiten für sein Coming-out gelobt worden, etwa von Thomas Hitzlsperger oder Ian McKellen (queer.de berichtete). Selbst der britische Premierminister Boris Johnson, der sich zuletzt gegen LGBTI-Rechte positioniert hatte, erklärte auf Twitter: "Danke für deinen Tapferkeit, Jake. Es muss viel Mut brauchen für ein Coming-out und du wirst eine Inspiration für viele auf dem Spielfeld und anderswo sein." (dpa/cw)

Twitter / BorisJohnson
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#1 Julian SAnonym
  • 18.05.2022, 14:10h
  • Das zeigt wieder mal, dass all diese Sorgen, wie dramatisch das Outing eines Fußballers angeblich wäre, unbegründet sind.

    Die Welt ist längst viel weiter als manche Menschen fürchten (oder hoffen).

    Also:
    hört auf Euch zu verstecken und mit der ständigen Angst vor Enttarnung zu leben. Das bleibt irgendwann nicht ohne Folgen für Psyche und Seele. Outet Euch. Es ist nichts dabei...
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#2 starkAnonym
  • 18.05.2022, 15:02h
  • Sehr beeindruckend dieser Jake Daniels. Hoffentlich auch inspirierend für andere. Ob inner- oder außerhalb der Fußballwelt.
    Als ich das gestern zum ersten Mal las, war ich positiv geschockt. Mit 17 und als Fußball-Profi ist leider immer noch außergewöhnlich und historisch. Auch wenn es so selbstverständlich sein sollte, wie nur was.

    Das Interview von Klopp schließt sich dem nahtlos an. Hab mir das im Orginal angehört. Stark und klar.
    Respekt Kloppo!
    Wenn du auch ansonsten bei mir als alten Gladbacher nicht zu den Lieblingen gehörst.

    Jake drücke ich jederzeit alle Daumen.
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#3 AlexAnonym
  • 18.05.2022, 20:13h
  • "Die ganze Fußballgemeinde wird ihn unterstützen, was immer wir tun können, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher."

    Ja klar, weil das zu 100% sicher ist, können wir uns auch vor Coming-Outs gar nicht mehr retten.

    Ich übersetze mal: Das einzige Problem sind die schwulen Spieler selbst und ihre unbegründete Feigheit. Alles andere ist nämlich schon tippitoppi. Es gibt überhaupt kein Risiko.

    Es gibt viele Möglichkeiten, Sportler*innen beim Coming-Out zu unterstützen. Blinder Optimismus, der implizit das einzige Problem im mangelnden Mut der Betroffenen verortet und alle anderen Probleme im Umfeld negiert, gehört nicht dazu.

    Die Leute brauchen keine schönrednerischen Phrasen, sondern konkrete Aktionen, die irgendwann zu einer realen Sicherheit führen, auf die man sich wirklich verlassen kann.
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#4 ngumgmwegAnonym
  • 19.05.2022, 03:49h
  • Das Coming Out ist natürlich gut.

    Aber es ist mal wieder kein Coming Out eines Spielers in der ERSTEN Profiliga.

    Außerdem ist er nur in der U19-Mannschaft.
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#5 nichtbinärePersonAnonym
  • 19.05.2022, 06:26h
  • Antwort auf #4 von ngumgmweg
  • "Außerdem ist er nur in der U19-Mannschaft."

    Du meine Güte - der Mensch ist SIEBZEHN!
    Ihm daraus nun einen Strick drehen zu wollen, ist nachgerade eine Unverschämtheit. Im Gegenteil: in diesem Alter schon so ein öffentliches Standing hinzulegen, verdient allerhöchste Anerkennung und größten Respekt.
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#6 LothiAnonym
#7 Oh bitteAnonym
  • 19.05.2022, 10:53h
  • Antwort auf #4 von ngumgmweg
  • Meine Güte, was ist das denn? Ausgang für verbohrte Boomer (auch solche im Geiste)? Frei nach dem lieben Motto: "dEr soLL erStMal wAs äLtEr werDeN uNd wAs leiStEn!!! DanN kAnN mAn weiTer sEheN!!!"?

    Der Kerl hat mehr Eier in der Hose als der gesamte europäische Profifußball. Er bricht als aktiver Profispieler (die Liga ist da völlig egal) aus der widerwärtig katzbuckelnden Heteronormativitätshörigkeit des Systems aus und ist damit durchaus ein Hoffnungsschimmer für andere und vor allem für die, die gerade oder in einigen Jahren vor dieser Frage stehen. Und dir fällt nichts besseres ein als hier so eine Abwertung rauszuhauen?

    PS: Wie immer gilt nämlich auch hier: Alles vor dem ", ABER..." egal.
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#8 KopfschüttelAnonym