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Filmfestspiele in Südfrankreich

Cannes: Kirill Serebrennikow stellt Film über schwulen Tschaikowski vor

Regisseur Kirill Serebrennikow ist erstmals in Cannes dabei. Sein Film ist der einzige russische Film im Wettbewerb.


Kirill Serebrennikow zeigt in Cannes seinen Film "Tchaikovsky's Wife" (Bild: Facebook / Kirill Serebrennikow)

  • 18. Mai 2022, 14:28h, noch kein Kommentar

Mit vielen Stars auf dem roten Teppich, einer Zombie-Komödie und einer überraschenden Video-Ansprache des ukrainischen Präsidenten hat am Dienstagabend das Filmfestival von Cannes begonnen. Mit dabei war auch der schwule Regisseur Kirill Serebrennikow aus Russland. Das Festival hat ihn als unabhängigen Filmemacher eingeladen und zugleich betont, dass keine offizielle russische Delegation empfangen werde. Es ist das dritte Mal, dass Serebrennikow einen Film im Wettbewerb in Cannes hat, aber das erste Mal, dass er zu der Premiere nach Cannes auch anreisen konnte.

Serebrennikow hatte in Moskau lange unter Hausarrest gestanden. Der Putin-Kritiker verlor letztes Jahr auch seinen Posten als Theater-Chef des international bekannten Gogol-Zentrums in Moskau (queer.de berichtete). Er konnte nach eigenen Angaben Russland legal verlassen und lebt inzwischen in Berlin.

Sein Film "Tchaikovsky's Wife" erzählt die Geschichte der unglücklichen Ehe des russischen Komponisten Pjotr Tschaikowski zu seiner Frau, die er heiratete, um seine Homosexualität zu verbergen. Dabei handelt es sich um den einzigen russischen Film im Wettbewerb (queer.de berichtete). Er soll am Mittwoch dem Publikum vorgestellt werden.

Eröffnungsfilm war die Zombie-Komödie "Final Cut" des französischen Filmemachers Michel Hazavanicius. Der ursprüngliche Titel "Z" war geändert worden, weil das russische Militär den Buchstaben für seine Invasion in der Ukraine verwendet.

Twitter / glass_cell | Serebrennikow werden offenbar gute Chancen eingeräumt
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Selenskyj macht Anspielung auf den "großen Diktator"

Für Schlagzeilen sorgte aber insbesondere die Video-Ansprache von Präsident Wolodymyr Selenskyj: "Wir brauchen einen neuen Chaplin um zu beweisen, dass die Filmwelt nicht stumm ist", sagte der ukrainische Staatschef in Anspielung auf den Filmklassiker "Der große Diktator" von und mit Charlie Chaplin, eine Satire auf Adolf Hitler. Auch im Programm des knapp zweiwöchigen Festivals an der Croisette spiegelt sich der Ukraine-Krieg wieder.

"Wird die Filmwelt still bleiben oder wird sie die Stimme erheben?", fragte Selenskyi mit Blick auf den Ukraine-Krieg in seiner Video-Ansprache. Beim Publikum erntete er dafür stehende Ovationen.

Vor dem überraschenden virtuellen Auftritt des ukrainischen Staatschefs hatten der französische Jury-Präsident Vincent Lindon und Stars wie US-Schauspielerin Eva Longoria ("Desperate Housewives"), ihre deutsche Kollegin Emilia Schüle, die deutsche Influencerin Caroline Daur und die spanische Schauspielerin Rossy De Palma bei sommerlichen Temperaturen auf dem Roten Teppich vor dem Festivalpalast posiert. Im Wettbewerb um die Goldene Palme, die am 28. Mai verliehen wird, sind 21 Filme vertreten.

Für Mittwochabend steht ein spektakulärer Auftritt des US-Schauspielers Tom Cruise auf dem Programm: Die französische Kunstfliegerstaffel Patrouille de France soll die Croisette überfliegen. Cruise hatte den Piloten am Vorabend einen Besuch abgestattet und sich für ein Foto in eine ihrer Maschinen gesetzt. Der Scientologist spielt in der außer Konkurrenz laufenden Fortsetzung des Actionsfilms "Top Gun" die Hauptrolle. Lady Gaga lieferte den Song für das Action-Spektakel (queer.de berichtete).

Als einzige deutsche Regisseurin dieses Jahr stellt Emily Atef ihren Film "Mehr denn je" vor. Das Drama der deutsch-französischen Filmemacherin, die mit "3 Tage in Quiberon" über Romy Schneider mehrere Preise gewann, läuft in der Nebenreihe "Un certain regard". (AFP/cw)