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Frankreich

Nach Regenbogentrikot-Boykott: Fußballbund befragt Spieler

Idrissa Gueye wollte beim Ligaspiel am Wochenende aus "persönlichen Gründen" nicht auflaufen – just an jenem Tag, an dem der Verein in Regenbogenfarben auflief, um für Toleranz zu werben.


Spielte Idrissa Gueye am Samstag aus Queerfeindlichkeit nicht?

Frankreichs Fußballverband will die Umstände der Abwesenheit des 32-jährigen Profis Idrissa Gueye von Paris Saint-Germain beim Samstagsspiel im südfranzöischen Montpellier aufklären. In dieser Partie hatte die Mannschaft kurz vor dem Internationalen Tag gegen Queerfeindlichkeit (IDAHOBIT) Trikots mit Regenbogenfarben auf dem Rücken getragen. Der Ethikrat der Fédération Française de Football (FFF) habe den Mittelfeldspieler nun mit der Bitte um Klarstellung angeschrieben. Gueye soll aufklären, ob er gefehlt habe, weil er an der Aktion nicht teilnehmen wollte, berichtete "L'Équipe" am Mittwoch.

Twitter / PSG_English | PSG gewann im Regenbogentrikot mit 4:0

Entweder seien entsprechende Gerüchte unbegründet und er könne sie schnell mit einer Nachricht aus dem Weg räumen, beispielsweise begleitet von einem Foto, das ihn in einem solchen Trikot zeigt, meinte der Ethikrat. Falls die Gerüchte aber zutreffend seien, würde es sich um ein schweres Fehlverhalten handeln. Wenn sich der Profi der kollektiven Aktion verweigere, legitimiere er diskriminierendes Verhalten.

Gueye war schon im letzten Jahr nicht bei Regenbogenspiel dabei

Das Spitzenteam PSG hatte die Aktion "Hetero oder Homo, wir tragen alle das gleiche Trikot" bereits zum vierten Mal durchgeführt. Schon im letzten Jahr war Gueye an diesem Tag nicht aufgelaufen – damals gab der Verein als Grund eine Magen-Darm-Infektion an.

Twitter / PSGindonesia | Gueye in einem Spiel ohne Regenbogenfarben

Französische Medien hatten in den letzten Tagen gemeldet, der gläubige Muslim habe seine Teilnahme aus religiösen Gründen abgesagt – und diese Absage auch so gerechtfertigt. PSG hatte nur mitgeteilt, Gueye habe aus "persönlichen Gründen" bei der Partie gegen Montpellier gefehlt. Der Ethikrat hat allerdings keine disziplinarischen Befugnisse.

Gueye ist senegalesischer Nationalspieler und lief bislang mehr als 90 Mal für die Nationalmannschaft auf, mit der er im Februar den Afrika-Cup, die Kontinentalmeisterschaft, gewann. Im mehrheitlich muslimischen Senegal stehen auf Homosexualität Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. (dpa/dk)



#1 AtreusProfil
  • 18.05.2022, 17:58hSÜW
  • Natürlich aus religiösen Gründen, was auch sonst? Wer entgegen der konfessionellen Zwangsjacke rational und ideologiefereit denken kann, hätte und fände auch keinen Grund, ein Zeichen gegen die Diskriminierung und Kriminalisierung von Menschen zu abzulehnen.
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#2 SchonProfil
#3 NevermindAnonym
  • 18.05.2022, 20:45h
  • Wenn die Fußballer Solidarität zeigen wollen, ist das doch prima. Aber Solidarität kann man nicht erzwingen. Sie sollte freiwillig sein und die tatsächliche Meinung der Spieler widerspiegeln. Wenn dieser Ethikrat jetzt Druck ausübt und diesen Spieler, der gefehlt hat, an den Pranger stellt, finde ich das voll daneben.
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#4 Pranger SchprangerAnonym
  • 18.05.2022, 22:01h
  • Antwort auf #3 von Nevermind
  • Und ich finde es "voll daneben", Leute verteidigen, die ihren Hass zur Schau stellen, damit einen Scheiß auf diverse Menschenrechtskonventionen geben UND Diskriminierung Vorschub leisten.

    Übrigens: "An den Pranger" hat sich dieser Mensch höchstselbst gestellt. Wer öffentlich bekundet - nicht nur einmal, dass er für Diskriminierung von Menschen ist, muss mit den entsprechenden Reaktionen leben. Ist das gleiche Muster wie bei der sehr ähnlich tickenden Fraktion "nichts darf man mehr sagen".
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#5 SchonProfil
  • 18.05.2022, 22:23hFürth
  • Ich denke Herr Gueyes soll einfach Farbe bekennen, warum er nicht teilgenommen hat, und dann kann jede(r) urteilen, ob er/sie diesen Grund akzeptabel findet oder nicht.
    Natürlich kann jedes Handeln auch Konsequenzen haben. Aber Herr Gueyes ist erwachsen und geschäftsfähig und damit eigenverantwortlich.
    Ich persönlich habe kein Verständnis für ein Verweigern von Solidarität gegen Diskriminierung, außer aus medizinischen Gründen.
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#6 achjaAnonym
  • 18.05.2022, 22:58h
  • Antwort auf #4 von Pranger Schpranger
  • Ich finde Deine Reaktion und Interpretation etwas überzogen.
    Dein zweiter Absatz lässt sich aus dem Text heraus so nicht ableiten.

    Erzwungene Solidarität nutzt gar nichts und ist im Zweifel eher schädlich. Der Weg zu einer besseren Welt für alle führt, unter anderem, über Aufklärung und Bildung. Hier ist, eventuell, etwas schief gelaufen bei dieser Person.
    Aber da jetzt einen Aufstand zu machen ist, mMn, eher kontraproduktiv. Was juckt mich ein unbedeutender Fußballspieler während Entscheidungsträger anderen Kalibers uns, nicht nur in diesem Bereich, wesentlich hinderlicher sind; siehe hier auch gerade den Part: Bildung.
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#7 WayneAnonym
  • 18.05.2022, 23:17h
  • "Religiöse Gründe" sind eigentlich immer die Ausreden der Feiglinge. Diese Wahrheit zieht sich mit beeindruckender Konsequenz durch die gesamte Menschheitsgeschichte. Mehr muss man dazu nicht sagen.
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#8 WorfAnonym
#9 Sven-LeonAnonym
  • 19.05.2022, 01:19h
  • Der Mann ist auch nicht unbedeutend, sondern ein hervorragender B2B-Player.

    Bin etwas geschockt von diesem obskuren Ethikrat, das hat schon etwas von Gesinnungspolizei.

    Ich bin um jeden froh, der aus eigenem Antrieb Solidaritaet zeigt. Erzwungende Solidaritaet ist wertlos und blosses Showgehabe. Das brauche ich nicht. Wenn Gueye also nicht will, dann soll er nicht; ist seine Sache.
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#10 StockholmsyndromAnonym
  • 19.05.2022, 07:08h
  • Antwort auf #9 von Sven-Leon
  • Interessanter Ansatz: Menschrechtszugewandte und/oder pro-gesellschaftliche Freiwilligkeit funktioniert ja auch bekanntlich ganz wundervoll.

    Vielleicht sollten wir diesen Denkansatz auch auf andere Bereiche übertragen? Angeklagte/Verurteilte sollten auch frei bestimmen dürfen, ob sie eine Strafe, bzw. überhaupt schon die Teilnehme an einem Prozess, akzeptieren oder nicht. Denn wie jemand so passend schrieb: Erzwungenes "nutzt gar nichts und ist im Zweifel eher schädlich. Der Weg zu einer besseren Welt für alle führt, unter anderem, über Aufklärung und Bildung."

    Oder: "Ich bin um jeden froh, der aus eigenem Antrieb seine Strafe akzeptiert. Erzwungende Akzeptanz ist wertlos und blosses Showgehabe. Das brauche ich nicht. Wenn (Tätername) also nicht will, dann soll er nicht; ist seine Sache."

    Überspitzt? Vielleicht ein wenig. Doch die logische Fortsetzung dieser Menschenfeinden wohlgesonnen (falschen) Toleranz. Über den Stammtisch hinaus empfiehlt sich da nämlich ein Blick in Karl Poppers immer noch aktuelle "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde", insbesondere das Toleranzparadoxon. Und bei diesem dann auch gern weiter als die eine Zeile, die gern zitiert wird.
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