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Frankreich

Nach Regenbogentrikot-Boykott: Fußballbund befragt Spieler

Idrissa Gueye wollte beim Ligaspiel am Wochenende aus "persönlichen Gründen" nicht auflaufen – just an jenem Tag, an dem der Verein in Regenbogenfarben auflief, um für Toleranz zu werben.


Spielte Idrissa Gueye am Samstag aus Queer­feindlichkeit nicht?

  • 18. Mai 2022, 15:45h 21 2 Min.

Frankreichs Fußballverband will die Umstände der Abwesenheit des 32-jährigen Profis Idrissa Gueye von Paris Saint-Germain beim Samstagsspiel im südfranzöischen Montpellier aufklären. In dieser Partie hatte die Mannschaft kurz vor dem Internationalen Tag gegen Queerfeindlichkeit (IDAHOBIT) Trikots mit Regenbogenfarben auf dem Rücken getragen. Der Ethikrat der Fédération Française de Football (FFF) habe den Mittelfeldspieler nun mit der Bitte um Klarstellung angeschrieben. Gueye soll aufklären, ob er gefehlt habe, weil er an der Aktion nicht teilnehmen wollte, berichtete "L'Équipe" am Mittwoch.

/ PSG_English | PSG gewann im Regenbogentrikot mit 4:0

Entweder seien entsprechende Gerüchte unbegründet und er könne sie schnell mit einer Nachricht aus dem Weg räumen, beispielsweise begleitet von einem Foto, das ihn in einem solchen Trikot zeigt, meinte der Ethikrat. Falls die Gerüchte aber zutreffend seien, würde es sich um ein schweres Fehlverhalten handeln. Wenn sich der Profi der kollektiven Aktion verweigere, legitimiere er diskriminierendes Verhalten.

Gueye war schon im letzten Jahr nicht bei Regenbogenspiel dabei

Das Spitzenteam PSG hatte die Aktion "Hetero oder Homo, wir tragen alle das gleiche Trikot" bereits zum vierten Mal durchgeführt. Schon im letzten Jahr war Gueye an diesem Tag nicht aufgelaufen – damals gab der Verein als Grund eine Magen-Darm-Infektion an.

/ PSGindonesia | Gueye in einem Spiel ohne Regenbogenfarben

Französische Medien hatten in den letzten Tagen gemeldet, der gläubige Muslim habe seine Teilnahme aus religiösen Gründen abgesagt – und diese Absage auch so gerechtfertigt. PSG hatte nur mitgeteilt, Gueye habe aus "persönlichen Gründen" bei der Partie gegen Montpellier gefehlt. Der Ethikrat hat allerdings keine disziplinarischen Befugnisse.

Gueye ist senegalesischer Nationalspieler und lief bislang mehr als 90 Mal für die Nationalmannschaft auf, mit der er im Februar den Afrika-Cup, die Kontinentalmeisterschaft, gewann. Im mehrheitlich muslimischen Senegal stehen auf Homosexualität Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. (dpa/dk)

-w-

#1 AtreusEhemaliges Profil
  • 18.05.2022, 17:58h
  • Natürlich aus religiösen Gründen, was auch sonst? Wer entgegen der konfessionellen Zwangsjacke rational und ideologiefereit denken kann, hätte und fände auch keinen Grund, ein Zeichen gegen die Diskriminierung und Kriminalisierung von Menschen zu abzulehnen.
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#2 Schon
#3 NevermindAnonym
  • 18.05.2022, 20:45h
  • Wenn die Fußballer Solidarität zeigen wollen, ist das doch prima. Aber Solidarität kann man nicht erzwingen. Sie sollte freiwillig sein und die tatsächliche Meinung der Spieler widerspiegeln. Wenn dieser Ethikrat jetzt Druck ausübt und diesen Spieler, der gefehlt hat, an den Pranger stellt, finde ich das voll daneben.
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