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Rheinland-Pfalz

Landesregierung stellt die ersten "QueerWeine" vor

Ein Rotwein aus Maikammer in der Pfalz und ein Riesling aus Selzen in Rheinhessen wurden nach einer Weinprobe als "rheinland-pfälzische Vielfaltsbotschafter" ausgewählt.


Symbolbild: Wein ist eines der wichtigsten Exportgüter von Rheinland-Pfalz (Bild: matt_j / unsplash)
  • 19. Mai 2022, 03:38h, noch kein Kommentar

Winzer*innen sind so verschieden wie ihre Weine – mit diesem Gedanken hat Rheinland-Pfalz am Mittwoch die ersten "QueerWeine" vorgestellt. Für den vom Integrationsministerium ins Leben gerufenen Wettbewerb waren alle nichtbinären Menschen der Branche ebenso wie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Weinerzeuger*innen aufgerufen, jeweils zwei Weine einzusenden (queer.de berichtete). Ausgewählt wurden ein Rotwein aus Maikammer in der Pfalz und ein Riesling aus Selzen in Rheinhessen.

Auffüllung des landeseigenen Weinkellers

Staatssekretär David Profit (Grüne) erklärte die Idee zu der Initiative mit einem ganz sachlichen Grund: "Als ich Staatssekretär wurde, habe ich festgestellt: Der Weinkeller ist leer." Für offizielle Weinpräsente des Ministeriums habe er daher mit Staatssekretär Andy Becht (FDP) im Weinbauministerium des Landes die Idee zu dem Wettbewerb entwickelt. "Wir hatten eine sehr schöne Weinprobe, wir haben 20 Weine durchprobiert." Profit ist auch Queer-Beauftragter von Rheinland-Pfalz (queer.de berichtete).

Die Präsentation der "QueerWeine" passe gut zu dem am Mittwoch gefeierten Verfassungstag des Landes, sagte Becht. Das Bundesland sei aus verschiedenen Regionen historischer und kultureller Prägung "zusammengerührt" worden. Wenn der Wein nicht gewesen wäre mit den sechs Weinanbaugebieten von Rheinland-Pfalz, hätte es das Land mit der Identitätsfindung nicht so weit gebracht. Insgesamt 500 Flaschen der "QueerWeine" will die Landesregierung als "rheinland-pfälzische Vielfaltsbotschafter" ankaufen.

Julia Klöckner ätzte gegen die Ausschreibung

Vom Weingut Felix Schädler in Maikammer kommt der "QueerWein Merlot". Der Winzer Felix Schädler engagiert sich mit seinem Mann Uwe Reusch im Netzwerk der "Gayfarmer", singt außerdem in der Gesangsgruppe "RosaKehlchen" mit. Christian Schätzel vom Weingut Kapellenhof in Selzen sagte zu seinem "QueerWein Riesling", Sexualität sei eine private Angelegenheit. Es gehe aber auch weiter darum, für mehr Toleranz einzutreten.

Rechte Medien hatten sich Anfang des Jahres wochenlang über die Akzeptanzkampagne empört oder lustig gemacht. Scharfe Kritik an der "QueerWein"-Ausschreibung übte auch die langjährige CDU-Landeschefin Julia Klöckner (queer.de berichtete). "Unsere Winzer an der Ahr treibt ganz Anderes um: Keller sind komplett weggespült worden von der Flut, ganze Ernten verloren gegangen. Da steht die sexuelle Identität nicht im Vordergrund", sagte die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin und deutsche Weinkönigin im Interview mit der "Bild"-Zeitung. (cw/dpa)