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Seltene Viruskrankheit

Affenpocken: RKI ruft schwule und bisexuelle Männer zur Wachsamkeit auf

In Spanien, Portugal, Großbritannien, Kanada und den USA sind Dutzende Fälle der seltenen Affenpocken beim Menschen aufgetreten. Betroffen sind derzeit überwiegend Männer, die Sex mit Männern haben.


Ausschlag bei Affenpocken (Bild: WHO / Nigeria Centre for Disease Control)
  • 19. Mai 2022, 02:24h 26 3 Min.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat wegen mehrerer Fälle von Affenpocken in Europa zur Wachsamkeit aufgerufen. Reiserückkehrer*innen aus Westafrika sowie Männer, die Sex mit Männern haben, sollten bei ungewöhnlichen Hautveränderungen "unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen", teilte das RKI am Mittwoch mit (PDF). Erst am Mittwoch meldeten die Behörden in Spanien und Portugal rund 40 neue Verdachtsfälle.

Zu den Symptomen der Affenpocken beim Menschen gehören ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift, Fieber, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Der Ausschlag sehe je nach Phase unterschiedlich aus und könne Windpocken und Syphilis ähneln. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit. Üblicherweise wird die Krankheit durch engen Kontakt mit infizierten Tieren wie Nagetieren und Affen übertragen und ist vor allem in Zentral- und Westafrika verbreitet.

Ansteckung bei sexuellen Aktivitäten

Wie die Gesundheitsbehörden von Madrid mitteilten, haben sie "23 mögliche Fälle von Affenpocken" festgestellt. Obwohl Affenpocken normalerweise durch die Luft übertragen werden, hätten sich die Patienten allesamt durch sexuelle Aktivitäten angesteckt. Dabei handelte es sich zumeist um schwule Männer, aber nicht immer. Auch in der Region um Lissabon entdeckten die Behörden 20 Verdachtsfälle, vor allem bei jungen Schwulen. Die in Deutschland standardmäßig genutzte Formulierung "Männer, die Sex mit Männer haben", meint zugleich nicht zwangsläufig eine sexuelle Übertragung, sondern umschreibt auch eine spezifische Community.

Zuvor hatten die britischen Behörden mehrere Fälle registriert. Dabei handelte es sich meist um schwule oder bisexuelle Männer, die sich in London angesteckt haben sollen (queer.de berichtete). Bei den jüngsten vier Fällen konnte allerdings keine direkte Verbindung zu drei früher erkannten Infizierten festgestellt werden, was den Verdacht einer weiteren Verbreitung als bislang bekannt nährt.

Jeder Mensch kann Affenpocken verbreiten

Wie kanadische Medien am Mittwoch berichteten, untersuchen die Behörden in der Metropole Montréal ebenfalls mehr als ein Dutzend Verdachtsfälle von Affenpocken. Diese seien von auf sexuell übertragbare Infektionen spezialisierten Kliniken gemeldet worden.

Auch die USA stellten bei einem kürzlich aus Kanada zurückgekehrten Erwachsenen Affenpocken fest. Die US-Gesundheitsbehörde CDC betonte, dass "jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, die Affenpocken verbreiten kann".

Die Pocken des Menschen gelten seit 1980 nach einer großen Impfkampagne weltweit als ausgerottet. Wie das RKI erläutert, haben weite Teile der Weltbevölkerung mittlerweile allerdings keinen Impfschutz mehr. In Nigeria würden nun seit 2017 vermehrt Affenpockeninfektionen beim Menschen diagnostiziert – und Fälle in Verbindung mit Reisen dorthin vor allem im Vereinigten Königreich. (cw/AFP/dpa)

-w-

#1 LoranAnonym
  • 19.05.2022, 06:59h
  • in Kürze hier zu lesen:

    Religionsfaschisten wissen was der Grund für diese Plage ist, denn diese hasszerfressenen unbelehrbaren wissen einfach Alles.
  • Direktlink »
#2 Oli BeckAnonym
#3 DestroyaAnonym