Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?42060

Filmfestspiele

Serebrennikow in Cannes: "Nein zum Krieg"

Nach der Premiere seines queeren Films "Tchaikovsky's Wife" bei den Filmfestspielen in Cannes begeisterte der schwule russische Regisseur Kirill Serebrennikow mit einem Statement zum Ukraine-Krieg.


Kirill Serebrennikow (Bild: Ira Polyarnaya)
  • 19. Mai 2022, 06:11h, noch kein Kommentar

Der im Exil lebende russische Regisseur Kirill Serebrennikow hat sich bei den Filmfestspielen in Cannes unter tosendem Applaus gegen den Krieg in der Ukraine ausgesprochen. "Nein zum Krieg", rief er am Mittwoch nach der Vorstellung seines Films "Tchaikovsky's Wife" (Tschaikowskis Frau), mit dem der Wettbewerb um die Goldene Palme eröffnet wurde (queer.de berichtete). "Ich bin absolut davon überzeugt, dass die Kultur und die Menschen in der Kulturbranche in der Lage sind, dafür zu sorgen, dass dieser Krieg in der Ukraine aufhört."

"Dieses Ende wird kommen, es wird irgendwann kommen und es wird Frieden sein", fügte er, versteckt hinter seiner Sonnenbrille, hinzu.

Film über heimlich schwulen Komponisten

Der offen schwule Serebrennikow ist für seine gewagten Filme und seine Unterstützung für die LGBTI-Community bekannt. Sein Eröffnungsfilm in Cannes erzählt die Geschichte der unglücklichen Ehe des russischen Komponisten Pjotr Tschaikowski zu seiner Frau, die er heiratete, um seine Homosexualität zu verbergen. Bereits im vergangenen Jahr kämpfte Serebrennikow um die Goldene Palme, konnte jedoch wegen eines Ausreiseverbots nicht an dem Festival teilnehmen.


Szenenfoto aus "Tchaikovsky's Wife" (Bild: PROKINO Filmverleih GmbH / Charades Productions)

In Russland zu Bewährungsstrafe verurteilt

Serebrennikow war im Juni 2020 wegen angeblicher Unterschlagung öffentlicher Gelder zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden (queer.de berichtete). Nach Verbüßung der Hälfte seiner Strafe durfte der 52-Jährige jedoch Anfang April ausreisen und lebt nun in Berlin. Das Verfahren gegen Serebrennikow war im In- und Ausland als politisch motiviert kritisiert worden, der Regisseur wies die Vorwürfe zurück.

Die Filmfestspiele in Cannes stehen dieses Jahr im Zeichen des Ukraine-Krieges. Überraschend wurde das Event am Dienstagabend mit einer Videobotschaft des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eröffnet. (cw/AFP)