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Kita als Ort "ohne Stigma"

Queeres Netzwerk NRW veröffentlicht "Queer in der Kita"

Queere Vielfalt spielt in der Ausbildung von Kita-Personal bislang kaum eine Rolle. Das Queere Netzwerk möchte hier Abhilfe schaffen.


Die Broschüre kann als PDF heruntergeladen werden (Bild: Queeres Netzwerk NRW)

Der Queere Netzwerk NRW hat die 68-seitige Broschüre "Queer in der Kita" veröffentlicht (PDF). Sie richtet sich an Fachkräfte der frühkindlichen Bildung, die sich näher mit der Bedeutung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in ihrem Arbeitsalltag auseinandersetzen möchten. Das Werk beinhaltet Hintergrundwissen zu Geschlechterstereotypen und gesellschaftlichen Normen, zu politischen und rechtlichen Vorgaben bezüglich inklusiver frühkindlicher Bildung und Praxistips für den vielfaltssensiblen Kita-Alltag.

"Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist überall ein Thema, wo Menschen sind – und damit auch im Kita-Alltag", erklärte Netzwerks-Vorstandsprecherin Laura Becker. "Unsere Veröffentlichung bietet Fachkräften die Möglichkeit, anhand von Praxisbeispielen darüber zu reflektieren, wie sie zum Beispiel damit umgehen, wenn ein Kind, das sie als Junge kennen, Nagellack trägt oder wenn eine Familie mit zwei Müttern zum Vatertag eingeladen wird."

"Es geht darum, Kinder und Familien dort zu treffen, wo sie stehen"

Häufig werde behauptet, über queere Vielfalt zu sprechen hätte das Ziel, dass möglichst viele Kinder möglichst früh ihre heterosexuelle Orientierung oder ihr bei Geburt zugewiesenes Geschlecht in Frage stellten. Das sei nicht zutreffend, so Becker. "Es geht darum, Kinder und Familien dort zu treffen, wo sie stehen – und ihnen in Kindergarten und Kita einen Ort zu bieten, an dem sie ohne Stigma sein können."

Bislang sei laut dem Queren Netzwerk in der Ausbildung kaum auf den Umgang mit Kindern oder Familien, deren Lebensrealität von traditionellen gesellschaftlichen Normen abweichen, eingegangen worden. Fachkräfte stelle dies oft vor eine schwere Aufgabe. "Wir wissen, dass Ihr pädagogischer Alltag voller Aufgaben und Anforderungen ist. Deshalb wollen wir Ihnen keine neuen Aufgaben auferlegen, sondern Ihnen mit den Impulsen in diesem Heft dabei helfen, den Inklusionsauftrag umzusetzen", heißt es in der Broschüre.

Immer wieder nutzen rechte Aktivist*innen Inklusionsarbeit in Kita oder Kindergarten dazu, eine angebliche Benachteiligung der "klassischen Familie" zu konstruieren. Im September 2020 warnten Professor Bernd Ahrbeck und Professorin Marion Felder etwa in der FAZ vor "Transgenderpropaganda in Kindertagesstätten und Kindergärten" (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 Soft ButchAnonym
  • 19.05.2022, 17:50h
  • Danke für den Bericht über die Lektüre, liebe Redaktion! So eine wäre bei meinen cis hetero Ex-Kolleg:innen in dem Kindergarten, in dem ich meine erste Arbeitsstelle hatte, mehr als überfällig gewesen. Aber bei denen war nicht nur beim Thema Regenbogenfamilien, sondern schon in allgemein antisexistischer Hinsicht Hopfen und Malz verloren. Will sagen: Der demokratische Erziehungs- und Bildungsauftrag von Erzieher:innen, der u.a. dann wahrgenommen werden muss, wenn Kinder gesellschaftliche, verinnerlichte Geschlechterstereotypen (Jungs- und Mädchenfarben/-kleidung) äußern und wenn ein nicht-traditioneller, weil sehr sensibler Junge mit den Worten Du bist wie ein Mädchen von anderen Kindern ausgelacht wird, war bei diesen Leuten absolut Fehlanzeige, und sie haben hierbei auch keine Einsicht gezeigt.

    Es wundert mich von daher insbesondere nach dieser Arbeitserfahrung absolut nicht, dass zwei lesbische Mütter aus meinem Bekanntenkreis bei der Wahl des Kindergartens für ihre Tochter explizit darauf geachtet haben, dass antisexistische Pädagogik dort eine Selbstverständlichkeit ist.
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