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Themenschwerpunkt zum "Pride Month"

SOS-Kinderdörfer fordern Ende der Kriminalisierung queerer Menschen

Die Hilfswerk für Kinder in Not bezeichnet die Verfolgung von LGBTI als "massiven Verstoß gegen Kinder- und Menschenrechte".


Auch die bekannte Kinderschutzorganisation wehrt sich gegen Homo- und Transphobie (Bild: SOS-Kinderdörfer weltweit)

Die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit aus München hat am Donnerstag im Vorfeld des Pride-Monats Juni gefordert, dass Kriminalisierung und Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten weltweit beendet werden müsse. "Es ist schockierend, welcher Gewalt und Diskriminierung sie immer noch ausgesetzt sind. Das ist ein massiver Verstoß gegen Kinder- und Menschenrechte", erklärte Boris Breyer, der Pressesprecher der Organisation. Anlässlich der CSD-Saison will das internationale Hilfswerk für Kinder in Not verstärkt auf das Thema aufmerksam machen.

So würden queere Menschen in mehr als 80 Ländern regelrecht verfolgt, aber auch in westlichen Gesellschaften gebe es deutliche Missstände und besorgniserregende Entwicklungen, klärte die Organisation auf. Sie verwies etwa auf das kürzlich beschlossene "Don't Say Gay"-Gesetz im US-Bundesstaat Florida (queer.de berichtete). "Unsere Antwort auf all dies kann nur sein: Homophobie und Diskriminierung müssen weltweit in all ihren Facetten beendet werden!", so Breyer.

"Mein Sohn heißt jetzt Anna"

Bereits jetzt hat SOS-Kinderdörfer mehrere queere Informationen auf seiner Website bereit gestellt. So hat die Organisation etwa einen Ratgeber zur Geschlechtsidentität bei Kindern veröffentlicht ("Mein Sohn heißt jetzt Anna").

Heute ist Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie ? Vielfalt ist wichtig. Das gilt auch für die...

Posted by SOS-Kinderdörfer weltweit on Tuesday, May 17, 2022
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Außerdem erzählt das Hilfswerk die Geschichten mehrere queerer Menschen – etwa von Kiko, einer nichtbinären und pansexuellen Person aus Mazedonien. Kiko verbrachte die Teenagerzeit in einer Jugendeinrichtung der SOS-Kinderdörfer – und fand dort den Mut, sich als genderfluid zu outen.

In der weltweiten Arbeit versuchten die SOS-Kinderdörfer jungen Menschen zu helfen, "deren Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung nicht der gängigen Vorstellung entspricht". Das Hilfswerk sehe es als seine Aufgabe, diese Menschen "mit viel Fingerspitzengefühl zu unterstützen – in zahlreichen Ländern eine Gratwanderung".

Die SOS-Kinderdörfer sind heute in 137 Ländern aktiv. Die 1949 in Österreich gestartete Organisation besteht heute aus einem über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerk von über 100 Vereinen, die im jeweiligen Land verwurzelt und unter einem gemeinsamen Dach vereint sind. (dk)



#1 Still on 180Anonym
  • 19.05.2022, 17:36h
  • Verständliches und extrem wichtiges Anliegen. Ärgerlich nur, wenn der Feind nicht nur in gewissen Parteien oder in religiösen Führungsriegen sitzt, sondern auch in Form von wahlweise Ignoranz oder rundheraus gegen die Durchsetzung von Menschenrechten für queere Menschen argumentierend/agierend, in den eigenen Reihen, der eigenen "Community" sitzt.

    Ich könnte jedes Mal im Strahl kotzen, wenn irgendwer meint, Menschenrechte seien Verhandlungssache oder müssten vor "Meinungsfreieheit" oder "Religionsfreiheit" zurückstehen.
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#2 PrideProfil
  • 19.05.2022, 17:58h...
  • Antwort auf #1 von Still on 180
  • Du schreibst es richtig. Menschenrechte, wie es die der geschlechtlichen und sexuellen Freiheit sind, stehen über denen der Religions- und Meinungsfreiheit. Und das haben sie absolut auch in jeder demokratischen Gesellschaft schon vom Prinzip her zu tun.
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#3 LorenProfil
  • 19.05.2022, 19:56hGreifswald
  • Sehr gut, dass SOS-Kinderdörfer dies auf die eigene Agenda gesetzt hat. Ich habe mehrere Patenschaften bei einer anderen Hilfsorganisation für Kinder in Afrika, Asien und Südamerika übernommen und es wird in den Jahresberichten und Zielangaben für das kommende Jahr immer auf die in "traditionellen Vorstellungen" beruhende Geschlechterdiskriminierung (zum Nachteil von Mädchen und Frauen) hingewiesen, gegen die ebenso wie allgemein gegen gewalttätige Erziehungsmethoden, Frühverheiratung usw. mit den Ortskräften Projekte geplant und realisiert werden . Da kann ich mir gut vorstellen, was es für einen Mensch bedeutet, nicht heteronormativen Vorstellungen und "Traditionen" zu entsprechen.
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#4 LernprozessAnonym
  • 20.05.2022, 00:26h
  • O. K. Das bringt mich zum Nachdenken.

    Bislang hatte ich ein diffuses Bild von den SOS Kinderdörfern.

    Das klingt unterstützenswert. Da bleibe ich dran.

    Danke, queer.de, für diese Info.
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#5 ZukunftAnonym
  • 20.05.2022, 07:08h
  • Antwort auf #4 von Lernprozess
  • Nachdem ich schon 1980 die römisch-katholische Kirche verlassen hatte, spende ich regelmäßig u.a. für SOS Deutschland und SOS Weltweit.
    Jetzt weiß ich, dass es sich auch queerpolitisch gelohnt hat.
    Hoffen wir auf eine bessere Welt für alle, die uns überleben ...
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