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Emir-Besuch in Berlin

Katar zu homo­sexuellen WM-Gästen: Alle willkommen, aber bitte Respekt für Kultur

Bei der Pressekonferenz mit Katars Emir wich der deutsche Bundeskanzler einer Frage zu Homosexuellenrechten in dem Golfstaat aus.


Deutschland und Katar wollen die Zusammenarbeit verstärken – Menschenrechte scheinen da eher lästig (Bild: Screenshot Phoenix)

  • 20. Mai 2022, 16:03h 22 3 Min.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft Ende des Jahres will Katar nach den Worten seines Emirs Tamim Bin Hamad Al Thani alle Gäste willkommen heißen – unabhängig ihrer sexuellen Orientierung. "Wir hindern niemanden daran, nach Doha zu kommen", sagte der Emir am Freitag nach einem Treffen mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin auf eine Frage des Journalisten Tilo Jung, ob homosexuelle WM-Gäste zu Hause bleiben müssten.

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Katar sei ein Land, das Menschen willkommen heiße, so der Emir weiter. "Aber wir erwarten und wollen, dass die Menschen unsere Kultur respektieren." Man lebe auf einem Planeten, aber jeder habe unterschiedliche Kulturen. Auf Homosexualität steht bei dem WM-Gastgeber eine bis zu siebenjährige Gefängnisstrafe, nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich. Geschlechtsangleichungen werden nicht anerkannt.

Scholz erwähnt wie Emir Homosexuelle nicht direkt

Die deutsche Mannschaft werde an der WM teilnehmen, erklärte Scholz auf die vom gleichen Journalisten gestellte Frage, ob das in einem Land opportun sei, "in dem die Rechte von Homosexuellen mit Füßen getreten werden". Auch viele Menschen aus Deutschland würden nach Katar reisen.

"Gleichwohl ist es auch so, dass wir natürlich auch Fragen, die Menschen und Bürgerrechte betreffen, miteinander diskutiert haben und diskutieren", so Scholz. Das habe man nun "ganz intensiv" getan mit Bezug auf die Frage von Arbeitnehmendenrechten. Katar war Ausbeutung ausländischer Arbeiter*innen beim Bau von Anlagen für die WM vorgeworfen worden, was die Regierung zurückweist. Scholz sagte, es habe Veränderungen wie die Einführung eines Mindestlohns gegeben und neue rechtliche Regelungen, die die Bedingungen für Arbeitnehmer*innen verbessert hätten.

"Als jemand, der vom Beruf her Arbeitsrechtsanwalt ist, kann ich sagen: Da ist immer Raum für Verbesserung", fügte Scholz an. Er werde nicht vergessen, dass der eigentliche Antrieb seines politischen und sozialen Engagements der Einsatz für Arbeitnehmer*innen gewesen sei. "Und das gilt umso mehr für alle anderen Fragen, die Bürger- und Menschenrechte betreffen."

Scholz ging in seiner Antwort allerdings trotz der entsprechenden Frage nicht auf die Lage Homosexueller in Katar ein. In seinem Einführungsmonolog bei der Pressekonferenz hatte er zunächst auch nicht zur allgemeine prekäre Menschenrechtslage in dem Staat mit 2,7 Millionen Einwohner*innen Stellung genommen. Bei dem Besuch war es um eine geplante Energiepartnerschaft gegangen, Deutschland will verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Katar beziehen und die Zusammenarbeit bei grünem Wasserstoff vorantreiben. Nach Angaben des Kanzlers wollten beide Länder insgesamt ihre Beziehungen vertiefen.

Hotelzimmer für schwule Paare abgelehnt

Die WM findet vom 21. November bis 18. Dezember statt. Seit der Vergabe 2010 hatte der Weltfußballverband immer wieder versucht, die Staatshomophobie in Katar herunterzuspielen. Fifa-Präsident Gianni Infantino sagte etwa erst kürzlich: "Jeder wird sehen, dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir über LGBTQ+ sprechen" (queer.de berichtete). Die Fifa hatte auch wiederholt betont, dass Regenbogenfahnen im Stadion erlaubt seien. Die katarischen WM-Organisatoren hatten daraufhin behauptet, dass sie Richtlinien des Weltverbands diesbezüglich respektieren würden. Ein hochrangiger Offizieller sagte im April hingegen, dass man Fans entsprechende Flaggen wegnehmen werde (queer.de berichtete).

Vor kurzem hatten mehrere Journalist*innen in Stichproben herausgefunden, dass mehrere katarische Hotels nicht an Schwule vermieten wollten (queer.de berichtete). Das WM-Organisationskomitee des Staates erklärte darauf: "Wir bitten die Menschen, unsere kulturellen Normen zu respektieren." Gleichzeitig gebe es im Land auch "Respekt für die Privatsphäre". Cheforganisator Hassan Al Thawadi hatte 2020 auf eine Journalistenfrage, ob homosexuelle Paare ihre Zuneigung auf den Straßen zeigen könnten, geantwortet: "Es gehört nicht zu unserer Kultur, öffentlich Zuneigung zu zeigen, unabhängig von der sexuellen Orientierung. Und wir bitten die Menschen, das zu respektieren." (queer.de berichtete). (dpa/cw)

-w-

#1 dellbronx51069Anonym
  • 20.05.2022, 18:30h
  • Wer bitte hat hier etwas anderes erwartet?
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#2 MarlonAnonym
  • 20.05.2022, 19:02h
  • Was haben wir nur für einen Bundeskanzler? Scholz hat doch keine Meinung zu gar nichts! Und mit solchen, aus seiner Sicht, Fremdworten, wie Homosexuelle und Katar, kann er eh nichts anfangen.

    Meiner Meinung nach ist er der unfähigste Bundeskanzler in der Geschichte der BRD.
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#3 MesonightAnonym
  • 20.05.2022, 19:07h
  • ...als ob unser Olaf überhaupt auf Fragen antworten würde, jetzt wo Deutschland auch noch Ei ab Deal bezüglich Gas mit Katar gemacht hat, bin ich mal gespannt, ob es überhaupt noch Kritik an diesem Land geben wird.
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