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Seltene Viruserkankung

Affenpocken-Ausbruch in Gay-Sauna und bei Fetisch-Festival

In der spanischen Hauptstadt Madrid wurde die Sauna "Paraíso" von den Behörden geschlossen. Die belgischen Affenpocken-Fälle stehen offenbar in Zusammenhang mit dem schwulen "Darklands Festival".


Als "Vorsichtsmaßnahme" geschlossen: Hinweisschild zur Sauna "Paraíso" in Madrid (Bild: El Paraíso)

Zu Update springen: Infektionen wohl auch beim Maspalomas Pride / Erster Fall in Berlin

Die Affenpocken-Fälle in Belgien hängen offenbar mit einem großen Fetisch-Festival in Antwerpen zusammen. Die Organisatoren des Anfang Mai abgehaltenen "Darklands Festival" erklärten am Freitag, dass die belgischen Behörden die Ansteckungen mit dem Festival in Verbindung gebracht hätten. Belgien hat bisher drei Affenpocken-Fälle offiziell bestätigt. In Spanien musste eine von schwulen und bisexuellen Männern frequentierte Sauna wegen eines mutmaßlichen Zusammenhangs mit einem Affenpocken-Ausbruch vorübergehend schließen.

Die belgischen Festival-Organisatoren erklärten auf ihrer Website, es gebe "die berechtigte Annahme", dass das Virus vermutlich von Besuchern aus dem Ausland übertragen worden sei. Die Festival-Leitung sei von der belgischen Regierung gebeten worden, die Festival-Gäste zu informieren.

Das "Darklands-Festival" richtet sich nach Veranstalter-Angaben an die "verschiedenen Gruppen der schwulen Fetisch-Community". Hinter dem Festival stehen nach Angaben der Veranstalter Clubs und Organisationen, mehr als 150 Freiwillige sind dort tätig. Tagsüber finden demnach kommerzielle Events statt, abends Partys.

Madrid: Viele Infizierte besuchten die Sauna

In Spaniens Hauptstadt Madrid ordneten die Gesundheitsbehörden die vorübergehende Schließung einer Gay-Sauna wegen eines mutmaßlichen Zusammenhangs mit einem Affenpocken-Ausbruch an. Der Sauna-Club "Paraíso" werde als "Vorsichtsmaßnahme" in den nächsten Tagen geschlossen bleiben, teilten die Betreiber am Freitag auf Twitter mit.

Die Behörden hätten 21 bestätigte Fälle und 19 Verdachtsfälle registriert, sagte Enrique Ruiz Escudero, ein Vertreter der Gesundheitsbehörden der Region Madrid. Die meisten positiv Getesteten hätten eine Verbindung zu der Sauna.

Bislang überwiegend schwule und bisexuelle Männer betroffen

Die vor allem in Zentral- und Westafrika verbreiteten Affenpocken wurden seit Anfang Mai in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern nachgewiesen. Nach ersten Fällen in Großbritannien gab es auch Meldungen aus den USA und mehreren europäischen Ländern. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich bislang vor allem schwule oder bisexuelle Männer. Das Robert-Koch-Institut rief diese Personengruppe zu Wachsamkeit auf. Bei ungewöhnlichen Hautveränderungen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden (queer.de berichtete). Die Deutsche Aidshilfe warnte indes vor einer Panik und vor Stigmatisierung (queer.de berichtete)-

Zu den Symptomen der Affenpocken beim Menschen gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Schüttelfrost sowie ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit, ein tödlicher Verlauf ist selten.

Erster Fall in Deutschland

Am Freitag war auch in Deutschland erstmals eine Infektion mit Affenpocken nachgewiesen worden. Dabei handelte es sich nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums um einen 26-jährigen Brasilianer, der von Portugal über Spanien nach Deutschland einreiste und sich seit etwa einer Woche in München aufhält (queer.de berichtete). Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Ausbruch eingegrenzt werden kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer raschen Ausbreitung der Affenpocken in Europa in den kommenden Monaten gewarnt. "Ich mache mir Sorgen, dass sich die Übertragung beschleunigen könnte", sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Freitag unter Verweis auf Veranstaltungen, Festivals und Partys, die häufig im Sommer stattfinden. Die Ausbreitung der seltenen Krankheit verläuft Kluge zufolge "atypisch". "Alle bis auf einen der jüngsten Fälle haben keine relevante Reisegeschichte in Gebiete, in denen Affenpocken endemisch sind", führte Kluge aus. (cw/AFP)

 Update  13.15 Uhr: Infektionen wohl auch beim Maspalomas Pride / Erster Fall in Berlin

Die spanischen Behörden gehen der Vermutung nach, dass schwule Partys auf der Urlauberinsel Gran Canaria ein weiterer Ansteckungsherd für Affenpocken gewesen sein könnten. Das berichtete die Zeitung "El País" am Samstag unter Berufung auf Quellen im Gesundheitssektor. So nahmen am Maspalomas Pride vom 5. bis 15. Mai etwa 80.000 Menschen aus Spanien und vielen anderen Ländern teil, wie die Zeitung berichtete. Männer aus Italien, aus Madrid sowie von der Nachbarinsel Teneriffa, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, sollen an den Feierlichkeiten teilgenommen haben.

Unterdessen ist auch in Berlin ein erster Fall von Affenpocken bestätigt worden. Dies berichtete RTL unter Bezug auf eine schwule Kiezpraxis. Der Mann, der sich vermutlich am vergangenen Wochenende in einem Berliner Club angesteckt habe, leide unter leichten Symptomen wie Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und habe zwei der für die Erkrankung typischen Pocken. Die Praxis betreut nach eigenen Angaben einen weiteren Verdachtsfall mit ausgeprägteren Symptomen. Für die nächste Woche erwartet sie eine "Häufung der Fälle in Berlin". (dpa/cw)



#1 silomari74Anonym
#2 Thom_ass1973
  • 21.05.2022, 14:47h
  • Betrifft wahrscheinlich "nur Jüngere" - bis 1980 galt in der BRD die Impfpflicht gegen Pocken, jetzt hat die "Generation 175" wenigstens mal was von Ihrem Alter . . .
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#3 MomosAnonym
#4 andreAnonym
#5 LarsAnonym
  • 21.05.2022, 20:11h
  • COVID-19 ist vorbei; jetzt kommen die Affenpocken da kann man ja schön wieder Einrichtungen (zB Saunen, Darkrooms etc) vorsorglich schließen.
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#6 impf-schlauiAnonym
  • 21.05.2022, 21:09h
  • Antwort auf #2 von Thom_ass1973
  • Eine Pockenimpfung gab es bis 1972. Allerdings hätte die nach ca. 10, spätestens 20 Jahren aufgefrischt werden müssen. Es ist erwiesen, dass die Säuglingsimpfung heute nicht mehr schützt. Wobei Affenpocken nur ähnlich, aber nicht gleich sind.
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#7 AlexAnonym
#8 JustbecauseAnonym
  • 21.05.2022, 21:37h
  • Antwort auf #6 von impf-schlaui
  • Also im Berliner Tagesspiegel stand heute, dass Mediziner meinen, die früheren Pockenimpfungen würden reichen, im Widerspruch dazu steht die Aussage des Berliner Arztes, der den 55 jährigen Betroffenen behandelt, der sagte, der Patient hatte eine Pockenimpfung.
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#9 daVinci6667
  • 21.05.2022, 22:06h
  • Antwort auf #5 von Lars
  • Nö, nicht vorbei. Nur im Moment aus den Augen, aus dem Sinn. Mein Mann und ich haben uns vor kurzem übrigens den zweiten Booster geholt. Einfach damit man ein paar Monate an COVID nicht mehr denken muss und einen sorgenlosen Sommer verbringen kann.

    Doch wie immer, langsam lässt der Schutz wieder nach. Spätestens im Dezember wird COVID wieder überall Gesprächsthema sein. Leider. Hoffen wir das dieses Affenzeugs uns keinen Strich durch die Rechnung macht. Und nicht auszudenken gäbe es auf Weihnachten hin Kreuzungsmutationen mit Corona und Affenpoken.
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#10 Mario3Anonym