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Seltene Krankheit

UNAIDS kritisiert einige Affenpocken-Berichte als homophob und rassistisch

Eine Stigmatisierung der Virusinfektion könne den "Kampf gegen die Epidemie schnell untergraben", warnt die UN-Organisation. Die Union fordert Präventionsmaßnahmen für besonders gefährdete Personengruppen.


UNAIDS-Hauptquartier in Pregny-Chambésy nahe Genf in der Schweiz (Bild: Guilhem Vellut / flickr)

Die UN-Organisation UNAIDS hat einige Berichte und Kommentare über Affenpocken-Fälle als homophob und rassistisch kritisiert. Eine Stigmatisierung der Virusinfektion könne den "Kampf gegen die Epidemie schnell untergraben", warnte die Organisation deshalb am Sonntag. Zwar betreffe ein großer Teil der bislang bestätigten Fälle von Affenpocken schwule und bisexuelle Männer, doch die Krankheit könne durch engen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen werden und "somit jeden treffen".

Die UN-Organisation fürchtet, dass Stigmata und Vorwürfe schnell die auf Wissenschaft und Fakten basierenden Bemühungen zur Bekämpfung der Krankheit beeinflussen können. Rassistische oder homophobe Angriffe "schaffen einen Kreislauf der Angst". Dieser bringe Menschen dazu, Gesundheitszentren zu meiden, womit sich die Ausbreitung schlechter einschränken lasse, erklärte UNAIDS.

Drei Infektionsfälle in Deutschland


Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote: "Kein Grund zur Panik, aber Grund zur Vorsicht" (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bis Samstag über 90 Infektionen in Ländern bestätigt, in denen das in West- und Zentralafrika heimische Virus normalerweise nicht auftritt.

Drei Infektionsfälle wurden in Deutschland nachgewiesen – nach dem ersten in Bayern folgten am Samstag zwei weitere in Berlin. In Österreich bestätigte sich der erste Verdachtsfall.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) erklärte nach dem Nachweis von zwei Fällen in ihrer Stadt, es bestehe "kein Grund zur Panik, aber Grund zur Vorsicht, da viele wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krankheit noch vorläufig sind, weil sie so selten ist". Expert*innen gingen davon aus, "dass wir keine neue Pandemie fürchten müssen". Es müsse aber jetzt "schnell und konsequent" gehandelt werden.

Bayerns Gesundheitsminister fordert Impfkampagne

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sprach sich dafür aus, nach dem Vorbild Londons umfangreiche Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. "Ich glaube, es ist schon wichtig, dass wir Impfstoff jetzt auch ordern", sagte Holetschek Bild-TV. Es gehe dabei um die Frage, ob präventiv im Bereich der Kontaktpersonen Impfungen möglich und richtig seien, und wenn ja, mit welchen Impfstoffen.

Die Union forderte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf, kurzfristig Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen für besonders gefährdete Personengruppen zu verstärken. "Sollte sich bestätigen, dass besonders viele Infektionen auf ungeschützte sexuelle Kontakte zurückgehen, muss gerade in exponierten Milieus auf das neue Risiko hingewiesen werden", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Tino Sorge, dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. (cw/AFP)

Wöchentliche Umfrage

» Machen dir die Affenpocken Sorgen?
    Ergebnis der Umfrage vom 23.05.2022 bis 30.05.2022


#1 ElfolfProfil
  • 23.05.2022, 08:54hHamburg
  • Jetzt werden wieder alle Homosexuellen mit der kleinen Gruppe der sehr ausschweifenden ihr Sexualverhalten praktizierenden Leute in einen Topf geworfen. Für die Masse der Bevölkerung ist das ein und das selbe. Dabei übersieht man dann wieder die Tinder Klienten unter den Heten. Diese sind genau so viel oder wenig gefährdet.
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#2 MoralAnonym
  • 23.05.2022, 09:37h
  • Antwort auf #1 von Elfolf
  • Höre ich da die moralische Keule raus?
    Was schreibst Du denn als Kommentar auf Beiträge, die darüber informieren, dass Männer idR kürzer leben als Frauen. Prangerst Du da auch auch schlechteren Lebenswandel einiger Männer.
    Übrigens, die Gruppe, die es wild treiben, ist nicht so klein wie das manch pseudo-intellektueller Schwester recht wäre.
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#3 nichtbinärePersonAnonym
  • 23.05.2022, 10:24h
  • Antwort auf #1 von Elfolf
  • Und was wäre nun gegen die "sehr ausschweifend ihr Sexualverhalten praktizierenden Leute" zu sagen (ich gehöre übrigens nicht dazu)?

    Weshalb muss dieses Verhalten moralisch bewertet werden? Weshalb hast Du Angst, mit diesen Menschen "in einen Topf geworfen" zu werden"?

    Unsere Community ist ohnehin schon gespalten - in die "braven", möglichst verheirateten und (zumindest laut eigener Aussage) strikt monogam Lebenden einerseits und den Teil andererseits, der diesen Regeln nicht folgen kann oder will. Weshalb sind die "Braven" etwas Besseres?

    Im Artikel wird angekreidet, im Umgang mit den Affenpocken zeigt sich bereits Homophobie und Rassismus. War an sich ja klar, dass da jetzt Slutshaming dazukommt, damit sich wieder Manche als etwas Besseres fühlen können als Andere.

    STOP IT.

    Das Sexualverhalten Anderer geht Dich nichts an.
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#4 PiakAnonym
  • 23.05.2022, 10:54h
  • Antwort auf #3 von nichtbinärePerson
  • Da wir einen gemeinsam Planeten bewohnen, geht uns das Verhalten anderer natürlich und ständig etwas an. Das sollte doch nach Corona endgültig jedem klar geworden sein.
    Warum das Sexualverhalten eine Ausnahme darstellen sollte, verstehe ich nicht.
    Man sollte nicht in den Denkschemata der 70er/80er verhaftet bleiben, STOP IT.

    @ #1 Der Vergleich mit den Datingapps hinkt ziemlich, bislang geht es um die Verbreitung in größeren Einrichtungen mit viel Publikum, nicht um irgendwelche Privattreffen.

    Ich gehe übrigens auch davon aus, dass bei einer weiteren Verbreitung der Affenpocken wieder einmal für bestimmte Kreise nicht die Seuchenbekämpfung, sondern die Ausschlachtung für eigene ideologische Ziele im Vordergrund stehen wird.
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#5 nichtbinärePersonAnonym
  • 23.05.2022, 11:11h
  • Antwort auf #4 von Piak
  • "Ich gehe übrigens auch davon aus, dass bei einer weiteren Verbreitung der Affenpocken wieder einmal für bestimmte Kreise nicht die Seuchenbekämpfung, sondern die Ausschlachtung für eigene ideologische Ziele im Vordergrund stehen wird."

    Ich würde Dich herzlich bitten, Dich dabei zunächst an die eigene Nase zu fassen.

    Es passiert schon jetzt genau das, was vorauszusehen war: statt effektiver und moralisch neutraler Seuchenbekämpfung werden bestimmte Menschengruppen stigmatisiert und in die Ecke gestellt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Anfänge der AIDS-Krise, da lief es genauso.

    Ich bin eindeutig für maximale Verantwortung gegenüber Anderen. Aber genau zu dieser gehört auch, sie nicht auf Grund ihrer Sexualität zu verurteilen. Das ist schon einmal gründlich in die Hose gegangen - auf eine Wiederholung lege ich keinerlei Wert.
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#6 YomenAnonym
#7 LothiAnonym
  • 23.05.2022, 11:37h
  • Antwort auf #5 von nichtbinärePerson
  • Oh wie recht Du doch damit hast. Ich beschrieb an anderer Stelle ebenso wie mich das jetzt wieder an diese verdammte AIDS Hysterie erinnert. Meine damalige Mitbewohnerin schmiss mich aus ihrer Wohnung raus. Aber vorher lag das Blöd Blatt sorgfältig ausgebreitet auf mein Bett. Stop it.
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#8 OutAndProud
  • 23.05.2022, 11:39h
  • Antwort auf #1 von Elfolf
  • ""Jetzt werden wieder alle Homosexuellen mit der kleinen Gruppe der sehr ausschweifenden ihr Sexualverhalten praktizierenden Leute""

    Was soll ich zu diesem Satz sagen außer das das Onkel Tom Syndrom auch in unserer Community weit verbreitet ist.
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#9 ChristSamUlliAnonym
  • 23.05.2022, 12:14h
  • Willkommen in den 80ern! "Schwulenseuche!" "Wer nur züchtig lebt hat nichts zu fürchten!", "separieren!", "kennzeichnen!". Und auch wenn es sich bei dieser Erkrankung eher um Peanuts handelt... die AFD, CSU, BILD, Spiegel usw.... werden voll drauf aufspringen! Springt da nicht mit auf!
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#10 PeerAnonym
  • 23.05.2022, 12:23h
  • Man macht wieder exakt dieselben Fehler wie zu Beginn der AIDS-Epidemie...

    Dass Menschen nie was aus der Geschichte lernen können...
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