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"Strafweise aus Klerikerstand entlassen"

Papst schmeißt schwulen Ex-Mönch Anselm Bilgri raus

Der schwule Priester Anselm Bilgri zeigt sich enttäuscht über das "Nachtreten" des Vatikans.


Anselm Bilgri verbrachte die meiste Zeit seines Lebens als katholischer Priester – jetzt steht er aber zu seiner sexuellen Orientierung und ist damit in seiner alten Glaubensheimat eine unerwünschte Person

Papst Franziskus hat den offen schwulen Ex-Mönch Anselm Bilgri "strafweise wegen Verharrens in Kirchenspaltung aus dem Klerikerstand entlassen". Das teilte der Vatikan dem 68-Jährigen per Post als Einschreiben mit. Mit dem Schritt ist Bilgri nun offiziell exkommuniziert und darf etwa keine Sakramente mehr empfangen oder spenden. In dem Brief erklärte der Papst weiter: "Ich ermahne Sie eindringlich, in die volle Gemeinschaft der römisch-katholischen Kirche zurück zu kehren."

Bilgri erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass er das Schreiben für überflüssig halte: "Es hat mal wieder deutlich gemacht, dass sich die römisch-katholische Hierarchie, auch die bischöfliche, in einer Blase befindet und die Realität unserer Gesellschaft überhaupt nicht mehr wahrnimmt", erklärte er. Er habe den Brief abgeheftet, nun werde er verstauben.

"Nach 42 Jahren als Priester bekomme ich jetzt so einen Fußtritt"

Gegenüber der "Bild"-Zeitung empörte sich Bilgri weiter: "Dieses Nachtreten ist menschenverachtend. Die römisch-katholische Kirche lebt in einer Blase", so der gläubige Christ. "Nach 42 Jahren als Priester bekomme ich jetzt so einen Fußtritt."

Der Hintergrund: Vor rund 40 Jahren war Bilgri vom späteren Papst Joseph Ratzinger zum Priester geweiht worden – und stieg später zum Prior des bekannten bayerischen Benediktinerklosters Andechs auf. 2020 gab er aber bekannt, aus der römisch-katholischen Kirche aus- und zu der deutlich liberaleren Altkatholischen Kirche übergetreten zu sein. Diese katholische Abspaltung gilt laut dem Vatikan als Häresie, also als Ketzerei. Die altkatholische Kirche akzeptiert anders als die römisch-katholische Kirche gleichgeschlechtliche Paare sowie Frauen als Priesterinnen. Bilgri arbeitet dort jetzt als ehrenamtlicher Priester.

Kurze Zeit nach seinem Übertritt machte er öffentlich, dass er schwul ist und seit Jahren mit seinem knapp 30 Jahre jüngeren Partner Markus Achter zusammenlebt. Bereits im Kloster habe er mit seiner sexuellen Orientierung gekämpft, so Bilgri weiter. Erst seit seinem Austritt aus dem Kloster könne er dazu stehen. Letztes Jahr heiratete er seinen Freund – Standesbeamter war der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (queer.de berichtete). (dk)



#1 AtreusProfil
  • 23.05.2022, 13:54hSÜW
  • "Diese katholische Abspaltung gilt laut dem Vatikan als Häresie, also als Ketzerei."

    Das erinnert nicht an das 21. Jahrhundert, sondern an mittelalterliche Kuttenträger, die "Gott will es" rufen.
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#2 KopfschüttelAnonym
  • 23.05.2022, 14:51h
  • Der Vatikan gibt sich ja wirklich Mühe, seinem Ruf gerecht zu werden und für tolle PR zu sorgen.
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#4 mmmmAnonym
#5 remixbeb
  • 23.05.2022, 17:09h
  • der lustigste Part ist der "ich ermahne Sie eindringlich".. Lol. Soll da jemand Angst davor haben?
    ich freue mich für Herrn Bilgri, dass er damit (spät aber besser als nie) gesehen hat, in was für einem Verein er sich jahrelang engagiert hat. Bedauern Sie den fußtritt nicht! Freuen Sie sich stattdessen über das neue, freie Leben :-)
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#6 OlamarAnonym
  • 23.05.2022, 18:26h
  • Antwort auf #4 von mmmm
  • ich hatte heute eine Eingebung:

    Religionen sollten nur für diejenigen gelten die auf der "Suche nach Gott" sind. Diese Menschen sind dann auch mit den Regelungen und Gesetzmäsigkeiten usw. der jeweiligen Religion die sie sich suchen und die zu ihnen passt, einverstanden. Dass man einfach so per Geburt irgendeiner Religion angehört obwohl man noch gar nicht nach Gott gesucht hat, ist wirklich lächerlich.

    Ein Vater (Gott) freut sich doch mehr über ein Kind das freiwillig nach ihm sucht und zu ihm zurückkehrt, als dass es zu ihm quasi "hingeprügelt" wird.
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#7 KirchenaustrittAnonym
  • 23.05.2022, 23:29h
  • Ein offen schwuler Priester wird entlassen, aber Kinderschänder werden weiterbeschäftigt und gedeckt...

    Dieser Verein ist an menschenverachtendem Zynismus und Perversion echt nicht mehr zu überbieten.

    Kirchenaustritt JETZT.
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#8 Sven100Anonym
#9 PetterAnonym
  • 24.05.2022, 14:27h
  • Die Kirche wird sich niemals ändern...

    Die können einfach nicht anders, weil ihre gesamte Weltanschauung auf Hass, Hetze und Bevormundung basiert.
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#10 PetterAnonym
  • 24.05.2022, 15:57h
  • Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat einen Priester befördert, obwohl gegen den nicht nur Vorwürfe sexueller Belästigung erhoben wurden, sondern er sogar von Bätzing persönlich deswegen "getadelt" wurde.

    Aber wehe, ein Priester outet sich als schwul. Der wird sofort entlassen...

    Noch verlogener und scheinheiliger geht echt nicht mehr.
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