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London

Britischer Ex-Abgeordneter missbrauchte 15-Jährigen sexuell: 18 Monate Haft

Ein britischer Abgeordneter, der bei seiner Wahl Gerüchte über seine Homosexualität dementiert hatte, muss wegen sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis.


Das ist selbst für britische Verhältnisse ungewöhnlich: Imran Ahmad Khan schaffte binnen drei Jahren den Sprung vom Unterhaus ins Gefängnis (Bild: House of Commons - UK Parliament)

  • 24. Mai 2022, 13:28h, noch kein Kommentar

Der frühere konservative Unterhaus-Abgeordnete Imran Ahmad Khan ist am Montag vom Southwark Crown Court im Süden Londons zu einer Haftstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden, weil er sich 2008 an einem 15-jährigen vergangen hatte. Richter Jeremy Baker erklärte, das Opfer habe tiefgreifende seelische Auswirkungen wegen der Attacke gehabt – außerdem nehme er Khan seine Reue nicht ab: "Sie empfinden nur Selbstmitleid, weil sie jetzt die Konsequenz für ihre Taten von vor 14 Jahren tragen müssen", sagte Baker.

Khan war bereits letzten Monat von einer Geschworenenjury schuldig befunden worden, den heute 29-Jährigen nach einer Privatparty in der mittelenglischen Grafschaft Staffordshire zunächst mit Gin and Tonic gefügig gemacht zu haben. Dann habe er den Jungen in ein Schlafzimmer mitgenommen, pornografische Filme vorgeführt und ihn schließlich an verschiedenen Körperstellen befummelt. In England liegt das Schutzalter bei 16 Jahren.

Gegen Khan liegen weitere Vorwürfe von sexuell motivierten Übergriffen auf männliche Jugendliche vor: So soll er 2015 einem 16-Jährigen angeboten haben, ihn in ein Hotel mitzunehmen, um zu koksen und eine Prostituierte zu bestellen (Prostitution und Kokain sind illegal in England).

Khan will in Berufung gehen

Der Anwalt Khans will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Er hält seinen Mandanten weiterhin für unschuldig. Bereits kurz nach der Tat hatte die Polizei die Vorwürfe aufgenommen, allerdings wollte das Opfer damals keine Anzeige erstatten. Es wandte sich erst an die Polizei, als es von der Kandidatur Khans für das britische Unterhaus erfuhr.

Khan wurde 2019 erstmals in das Unterhaus gewählt – er gewann dabei einen traditionell sozialdemokratischen Wahlkreis. Nach der Wahl wurde er vom queeren Verband der Konservativen als "erster offen schwuler muslimischer Abgeordneter" bezeichnet. Allerdings dementierte Khan sofort, schwul zu sein. Daraufhin entschuldigten sich die queeren Konservativen.


Im Unterhaus ist Khan kein Einzelfall: Laut der konservativen "Sunday Times" soll es gegen 56 der 650 Abgeordneten Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens geben. Ein konservativer Abgeordneter wurde kürzlich wegen Verdachts auf Vergewaltigung verhaftet; seine Identität gaben die Behörden jedoch nicht preis. (dk)