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"Das ist scheinbar eure Art von Müll"

US-Abgeordneter verbreitet Falschmeldung: Schulmassaker-Schütze soll trans sein

Der Hass auf trans Menschen in den USA erreicht bislang unbekannte Ausmaße: Jetzt behauptet ein Abgeordneter des US-Kongresses, der Todesschütze beim Amoklauf an einer Grundschule in Texas sei eine transsexuelle Frau.


Für Paul Gosar ist scheinbar immer klar, wer schuld ist: trans Linke ohne Aufenthaltserlaubnis (Bild: United States House of Representatives)

  • 25. Mai 2022, 08:41h 23 3 Min.

Der US-Kongressabgeordnete Paul Gosar hat mit einem inzwischen gelöschten Tweet für Empörung gesorgt: Der 63-jährige Republikaner schrieb am Dienstag auf Twitter, dass eine trans Frau für das Grundschulmassaker im texanischen Städtchen Uvalde verantwortlich sei. Ein 18-jähriger ehemaliger Schüler hatte kurz zuvor in der Einrichtung mindestens 19 Kinder und zwei Erwachsene erschossen. Der Attentäter, der die genutzten Waffen laut CNN legal eingekauft hatte, ist von der Polizei getötet worden.

/ ZDFheute
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Gosar behauptete in dem Tweet, er wisse, um wen es sich bei dem Todesschützen handle: "Es war eine transsexuelle, linke illegale Einwanderin [...]. Das ist scheinbar eure Art von Müll." Der Eintrag wurde zwei Stunden später kommentarlos gelöscht. Gosar hat sich bislang noch nicht weitergehend zu den Tweet geäußert.


Gosar gilt als extrem LGBTI-feindlicher Abgeordneter, der sich etwa für eine Wiedereinführung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben engagiert. Der Abgeordnete aus Arizona, der 2020 seinen Wahlkreis mit 70 Prozent der Stimmen gegen eine demokratische Herausforderin behauptete, galt auch als Unterstützer des Putschversuchs vom 6. Januar 2021, als Trump-treue Menschenmassen das Kapitol in Washington stürmten; dabei starben fünf Menschen.

Online-Gerüchte, dass der Täter trans sei, machten sofort nach dem Attentat in sozialen Medien die Runde. Dabei wurde laut US-Medienberichten ein Bild verbreitet, das eine trans Frau, die dem Schützen ähnlich sieht, mit der Transgender-Flagge zeigt. Bei dem Bild handelte es sich aber um eine andere Person, die nicht in Texas lebt. Sie meldete sich bereits über Reddit, um die Gerüchte zu entkräften.

Trotzdem verbreitete sich die angebliche Transsexualität des Täters in sozialen Netzwerken schnell. Dabei machten viele Tweets die angebliche Geschlechtsidentität für den Amoklauf verantwortlich.


Twitter-Eintrag nach dem Amoklauf

Die Attacke führte sofort zu weiteren bizarren Debatten um das amerikanische Waffenrecht. Während der demokratische Senator Chris Murphy im US-Parlament einen Kompromiss bei der Regulierung von Schusswaffen forderte, erklärte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton im Fox News Channel, man müsse nun Lehrerinnen und Lehrer bewaffnen. Texas hatte erst vor wenigen Monaten die Waffengesetze gelockert.

Texas zählt zu den transfeindlichsten Bundesstaaten der USA. So dürfen dort Behörden gegen Eltern von trans Kindern und Jugendlichen wegen Kindesmissbrauchs ermitteln, wenn diese die Geschlechtsidentität ihres Kindes akzeptieren (queer.de berichtete). Außerdem beschloss der Bundesstaat letztes Jahr ein Gesetz, das es trans Schüler*innen nicht mehr erlaubt, am Schulsport ihres Geschlechts teilzunehmen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 PerversAnonym
  • 25.05.2022, 11:03h
  • ""Es war eine transsexuelle, linke illegale Einwanderin""

    Die Republikaner schrecken vor NICHTS zurück.

    Selbst den Tod zahlreicher unschuldiger Kinder missbrauchen die für ihre Propaganda gegen all ihre Feindbilder, die angeblich immer an sowas schuld sind. Nur nie die Waffenlobby.

    Das ist so pervers. Nicht LGBTI sind die Perversen, sondern die Konservativen, die, weil sie keine Fakten und Argumente haben, irgendwelche Lügen erfinden um selbst schlimmste menschliche Schicksale für ihre Hass-Propaganda zu missbrauchen.
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#2 AtreusEhemaliges Profil
  • 25.05.2022, 11:06h
  • Bei solchen und anderen Berichten kehre ich immer wieder zum Opener einer leider abgesetzten Serie zurück, die "The Newsroom" heißt und in der Jeff Daniels als Nachrichtensprecher eine Rede hält, die "America is not the greatest country in the world" heißt. Es lohnt sich:

    youtu.be/bIpKfw17-yY
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#3 tychi
  • 25.05.2022, 11:46hIrgendwo im Nirgendwo
  • Antwort auf #1 von Pervers
  • Das schlimme ist, dass von solchen Statements immer etwas hängen bleibt. Und das wissen solche Politiker ganz genau! Darum machen sie es ja!

    Dabei weiss man bis jetzt, dass der Schütze ein gebürtiger US-Amerikaner ist (geboren in North Dakota) und wegen den arämlichen Verhältnissen seiner Familie aufs grausamste gemobbt wurde.

    Vielleicht schmerzt diese Wahrheit einfach zu sehr, dass in einem so reichen Land so viele Menschen in ärmlichsten Verhältnisses leben müssen.
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