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"Ich war eindeutig als schwuler Mann zu erkennen"

Leipzig: Mann aus Homophobie von Security-Mitarbeitern verprügelt?

Ein Mann ist am Wochenende in Leipzig von offenbar homophoben Security-Personal angegriffen und verletzt worden. Noch ist aber unklar, was sich genau ereignet hat.


Robert H. wurde von Security-Mitarbeitern verletzt (Bild: Instagram)

Ein 32-jähriger Clubbesucher ist am frühen Sonntagmorgen in Leipzig bei einer Auseinandersetzung mit Security-Mitarbeitern verletzt worden. Der Berliner Robert H. behauptete danach, er sei aus Homophobie vom Personal attackiert worden. Dadurch habe er einen Kieferbruch, einen Nasenbruch und einen fünffachen Jochbeinbruch erlitten. Er veröffentlichte auf Instagram kurz nach dem Vorfall Bilder, die ihn mit geschwollener Nase und blutverschmiertem Gesicht zeigen.

Laut Polizei gehen die Aussagen über die Vorfälle im Club "Spizz" direkt am Leipziger Markt über den Tathergang allerdings auseinander. Laut Berichten wurden die Security-Mitarbeiter von einer externen Firma beschäftigt.

"Ich war eindeutig als schwuler Mann zu erkennen, habe Nagellack und eine Perlenkette getragen und ein Tattoo, auf dem sich zwei Männer küssen", so H. laut der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ-Bezahlartikel). Er sei möglicherweise attackiert worden, weil er oberkörperfrei getanzt habe. "In Berlin wirst du dafür gefeiert, hier krieg ich einmal mein komplettes Gesicht gebrochen, alles gebrochen", so H. laut "Tag24".

Opfer erstattete Anzeige

Der Berliner habe bereits Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt gegenwärtig gegen einen 44-jährigen Deutschen, einen 36-jährigen Iraner sowie einen 22-jährigen Afghanen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Es gebe gegensätzliche Beschreibungen des Vorfalls. So gebe es Berichte, wonach sich das Opfer "daneben benommen" haben könnte, heißt es in der LVZ. H. dementierte dies und erklärte auch, er habe keine Drogen eingenommen.

H. rief auch auf Instagram dazu auf, in sozialen Netzwerken keinen Hass auf den Club zu verbreiten. "Dafür kann der Club nichts", schrieb er. Die Einrichtung erklärte unterdessen: "Das SPIZZ steht für Toleranz, Weltoffenheit und Diversität. Am Samstagabend gab es in unserem Club einen Vorfall, bei dem ein Gast verletzt wurde. Es tut uns sehr leid, was ihm widerfahren ist."

Die Polizei Leipzig bittet Zeug*innen, sich beim Revier Leipzig-Zentrum unter der Telefonnummer (0341) 96634224 zu melden. (cw)



#1 PetterAnonym
  • 25.05.2022, 14:22h
  • "Es gebe gegensätzliche Beschreibungen des Vorfalls. So gebe es Berichte, wonach sich das Opfer "daneben benommen" haben könnte, heißt es in der LVZ."

    Und selbst wenn (was ja nicht mal klar ist, sondern auch eine Schutzaussage des Security-Personals sein kann oder vielleicht ist für die schon schwul zu sein "daneben benehmen"), ist das kein Grund für solch massive Verletzungen.

    Kieferbruch, Nasenbruch und fünffacher Jochbeinbruch deuten auf massive Gewaltanwendung hin. Selbst wenn er sich "danebenbenommen" haben sollte müssen doch drei Security-Mitarbeiter das anders lösen können.

    Es gibt immer wieder Probleme mit Security-Firmen, die eigentlich nicht für mehr, sondern für weniger Sicherheit sorgen. Solche Firmen locken Schlägertypen an, die sonst keinen Job kriegen würden und da dann mal den dicken Macker raushängen lassen wollen.
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#2 AtreusProfil
  • 25.05.2022, 14:28hSÜW
  • Wer sich "daneben benimmt" sollte erst verwarnt und danach der Szenerie verwiesen werden. Um das Hausrecht umzusetzen, wählt man 110.

    Ich scheine den Moment versäumt zu haben, ab dem es Normalität wurde, für falsches Benehmen von drei Angestellten ins Krankenhaus geschlagen zu werden. E
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#3 Schwer zu ertragenAnonym
  • 25.05.2022, 14:43h
  • Ach, kein Problem - dafür werden von den Parteien, die gegen diese gesellschaftlichen Auswüchse vorgehen könnten, besser: müssten, in ein paar Tagen wieder medienwirksam die Regenbogenflaggen gehisst und in jede sich bietende Kamera und jedes sich bietende Mikrofon salbungsvolle Beteuerungen gesprochen wie "wir müssen mehr tun...", "es kann nicht sein, dass sich Mitbürger*innen unsicher fühlen", "Gewalt darf nicht hingenommen werden". Und sobald die Kameras und Mikros weg sind, war's das auch wieder.

    Wenn man im Fall des Opfers wenigstens die Gewissheit hätte, dass in diesem Land zumindest noch auf juristischem Wege Gerechtigkeit gefunden werden könnte - aber auch da sieht es immer wieder "recht ernüchternd" aus.
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#4 LothiAnonym
  • 25.05.2022, 15:07h
  • Antwort auf #2 von Atreus
  • Es überrascht Dich also wenn ein Club Security Mitarbeiter einstellt von außerhalb, die dann auch noch entscheiden dürfen, ob sich jemand in solch einen Club daneben benimmt? Und dann tritt auch noch der Clubbetreiber scheinheilig an und entschuldigt sich für so ein Vorfall.
    Himmel noch was waren das noch Zeiten, wo es nur einen Türsteher gegeben hatte, der zwar Gesichtskontrolle machte, aber keine Rausschmeißer nötig waren. Und wenn jemand sich daneben benahm, wußte man wie damit zu verfahren ist. Heutzutage scheint ohne Security kein Club mehr auszukommen. Aber hey, ich bin da raus weil zu alt.
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#5 OlamarAnonym
  • 25.05.2022, 15:37h
  • Antwort auf #3 von Schwer zu ertragen
  • Als Protest dazu müsste man ja mal gerade (heimlich) dazu aufrufen am CSD NICHT teilzunehmen, und statt dessen nur ferngesteuerte Motiv-Wagen fahren lassen nach dem Motto "kein Queerer traut sich in dieser Gesellschaft mehr in die Öffentlichkeit".

    Dann Stehen die Personen an ihren Mikrofonen ziemlich dumm da!
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#6 RabaukeAnonym
#7 KonsequenzenAnonym
  • 26.05.2022, 13:30h
  • Bitte an der Sache dranbleiben, würde gerne wissen, welche Konsequenzen das für die Beteiligten hat.
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#8 PeerAnonym
  • 26.05.2022, 14:39h
  • Antwort auf #2 von Atreus
  • Volle Zustimmung:
    Selbst wenn er sich "daneben benommen" haben sollte, was ja alles andere als klar ist, ist das kein Grund, ihn krankenhausreif zu prügeln.

    Das Gewaltmonopol liegt aus guten Gründen bei der Polizei und dann hätten die die Polizei rufen sollen, statt selbst Hilfssheriffs zu spielen.

    Offenbar sind die mit diesem Job überfordert und gehören fristlos entlassen. Und natürlich sollten die auch wegen schwerer Körperverletzung vor ein Gericht gestellt werden.
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#9 stephan
  • 26.05.2022, 16:53h
  • Und natürlich ist der Club verantwortlich für sein Security-Personal, selbst wenn das bei einem Subunternehmen angestellt sein sollte!
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#10 ReisewarnungAnonym
  • 01.06.2022, 15:18h
  • Wir reisen seit den haushohen Wahlergebnissen für die AfD nicht mehr nach Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern. Ist uns zu dunkelbraun dort.
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