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"Ich war eindeutig als schwuler Mann zu erkennen"

Leipzig: Mann aus Homophobie von Security-Mitarbeitern verprügelt?

Ein Mann ist am Wochenende in Leipzig von offenbar homophoben Security-Personal angegriffen und verletzt worden. Noch ist aber unklar, was sich genau ereignet hat.


Robert H. wurde von Security-Mitarbeitern verletzt (Bild: Instagram)

  • 25. Mai 2022, 12:05h 11 2 Min.

Ein 32-jähriger Clubbesucher ist am frühen Sonntagmorgen in Leipzig bei einer Auseinandersetzung mit Security-Mitarbeitern verletzt worden. Der Berliner Robert H. behauptete danach, er sei aus Homophobie vom Personal attackiert worden. Dadurch habe er einen Kieferbruch, einen Nasenbruch und einen fünffachen Jochbeinbruch erlitten. Er veröffentlichte auf Instagram kurz nach dem Vorfall Bilder, die ihn mit geschwollener Nase und blutverschmiertem Gesicht zeigen.

Laut Polizei gehen die Aussagen über die Vorfälle im Club "Spizz" direkt am Leipziger Markt über den Tathergang allerdings auseinander. Laut Berichten wurden die Security-Mitarbeiter von einer externen Firma beschäftigt.

"Ich war eindeutig als schwuler Mann zu erkennen, habe Nagellack und eine Perlenkette getragen und ein Tattoo, auf dem sich zwei Männer küssen", so H. laut der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ-Bezahlartikel). Er sei möglicherweise attackiert worden, weil er oberkörperfrei getanzt habe. "In Berlin wirst du dafür gefeiert, hier krieg ich einmal mein komplettes Gesicht gebrochen, alles gebrochen", so H. laut "Tag24".

Opfer erstattete Anzeige

Der Berliner habe bereits Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt gegenwärtig gegen einen 44-jährigen Deutschen, einen 36-jährigen Iraner sowie einen 22-jährigen Afghanen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Es gebe gegensätzliche Beschreibungen des Vorfalls. So gebe es Berichte, wonach sich das Opfer "daneben benommen" haben könnte, heißt es in der LVZ. H. dementierte dies und erklärte auch, er habe keine Drogen eingenommen.

H. rief auch auf Instagram dazu auf, in sozialen Netzwerken keinen Hass auf den Club zu verbreiten. "Dafür kann der Club nichts", schrieb er. Die Einrichtung erklärte unterdessen: "Das SPIZZ steht für Toleranz, Weltoffenheit und Diversität. Am Samstagabend gab es in unserem Club einen Vorfall, bei dem ein Gast verletzt wurde. Es tut uns sehr leid, was ihm widerfahren ist."

Die Polizei Leipzig bittet Zeug*innen, sich beim Revier Leipzig-Zentrum unter der Telefonnummer (0341) 96634224 zu melden. (cw)

#1 PetterAnonym
  • 25.05.2022, 14:22h
  • "Es gebe gegensätzliche Beschreibungen des Vorfalls. So gebe es Berichte, wonach sich das Opfer "daneben benommen" haben könnte, heißt es in der LVZ."

    Und selbst wenn (was ja nicht mal klar ist, sondern auch eine Schutzaussage des Security-Personals sein kann oder vielleicht ist für die schon schwul zu sein "daneben benehmen"), ist das kein Grund für solch massive Verletzungen.

    Kieferbruch, Nasenbruch und fünffacher Jochbeinbruch deuten auf massive Gewaltanwendung hin. Selbst wenn er sich "danebenbenommen" haben sollte müssen doch drei Security-Mitarbeiter das anders lösen können.

    Es gibt immer wieder Probleme mit Security-Firmen, die eigentlich nicht für mehr, sondern für weniger Sicherheit sorgen. Solche Firmen locken Schlägertypen an, die sonst keinen Job kriegen würden und da dann mal den dicken Macker raushängen lassen wollen.
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#2 AtreusEhemaliges Profil
  • 25.05.2022, 14:28h
  • Wer sich "daneben benimmt" sollte erst verwarnt und danach der Szenerie verwiesen werden. Um das Hausrecht umzusetzen, wählt man 110.

    Ich scheine den Moment versäumt zu haben, ab dem es Normalität wurde, für falsches Benehmen von drei Angestellten ins Krankenhaus geschlagen zu werden. E
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#3 Schwer zu ertragenAnonym
  • 25.05.2022, 14:43h
  • Ach, kein Problem - dafür werden von den Parteien, die gegen diese gesellschaftlichen Auswüchse vorgehen könnten, besser: müssten, in ein paar Tagen wieder medienwirksam die Regenbogenflaggen gehisst und in jede sich bietende Kamera und jedes sich bietende Mikrofon salbungsvolle Beteuerungen gesprochen wie "wir müssen mehr tun...", "es kann nicht sein, dass sich Mitbürger*innen unsicher fühlen", "Gewalt darf nicht hingenommen werden". Und sobald die Kameras und Mikros weg sind, war's das auch wieder.

    Wenn man im Fall des Opfers wenigstens die Gewissheit hätte, dass in diesem Land zumindest noch auf juristischem Wege Gerechtigkeit gefunden werden könnte - aber auch da sieht es immer wieder "recht ernüchternd" aus.
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