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Katholische Kirche

Jesuitenpater: "Mindestens die Hälfte" der Priester schwul

Klaus Mertes glaubt, dass die Mehrheit der Priesterschaft schwul ist. Dabei müssen Priester nach einer Anweisung des Vatikans eigentlich heterosexuell sein.


Laut Klaus Mertes umgehen viele Katholiken das Homo-Verbot im Priesteramt (Bild: Mattfrigerio / pixabay)

Der Jesuitenpater Klaus Mertes schätzt die Zahl der schwulen Priester in der katholischen Kirche in einem "taz"-Interview auf mehr als 50 Prozent ein. Direkt auf die geschätzte Zahl von Homosexuellen in der Priesterschaft angesprochen, sagte der 67-Jährige: "Wenn ich mich so umschaue, habe ich das Gefühl, mindestens die Hälfte."

Ferner erklärte er: "Ich erinnere mich, dass der Augsburger Pastoraltheologe [Hanspeter] Heinz vor 25 Jahren mal von 20 Prozent sprach und sich für diese Offenherzigkeit dann bei der Bischofskonferenz entschuldigen musste. Ich glaube, dass es viel mehr sind."

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In der Vergangenheit hätten viele katholische Würdenträger nicht gewusst, dass sie schwul seien. "Der entscheidende Unterschied ist eben heute das Wissen um die eigene Sexualität", so Mertes. Viele jüngere Katholiken drückten heute ihre Homosexualität weg und glauben mit dem Job als Priester "einen Weg zu finden, der besonders geeignet ist, um in kirchlicher Anerkennung zu leben". Aus diesem Grund hätten sie ein besonderes Interesse daran, die ablehnende Haltung der Kirche gegenüber Homosexuellen zu rechtfertigen. "Deswegen kommt ja die härteste Homophobie ganz oft von homosexuellen Klerikern, die sich vielleicht sogar ihrer eigenen Homosexualität gar nicht bewusst sind."

Klaus Mertes war von 2000 bis 2011 Rektor des Jesuitengymnasiums Canisius-Kolleg Berlin und im Anschluss bis 2020 Direktor des Kollegs St. Blasien im Schwarzwald. Er hatte bereits wiederholt eine Änderung der katholischen Lehre von Homosexualität angemahnt.

Franziskus will keine schwulen Priester akzeptieren

Eigentlich dürfen schwule Männer laut dem Vatikan nicht Priester werden: Das Verbot von homosexuellen Priestern entspricht den vatikanischen Richtlinien gegenüber Priesterschülern, die Ende 2016 unter Franziskus erneuert wurden (queer.de berichtete). Später bekräftigte der Papst das Verbot: 2018 sagte er etwa vor italienischen Bischöfen, dass man Seminaristen nicht akzeptieren dürfe, wenn nur "der geringste Zweifel" an deren Heterosexualität bestehe (queer.de berichtete).

Allerdings wird das Verbot derzeit insbesondere von deutschen Amtsträgern vermehrt in Frage gestellt: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx erklärte etwa erst im Januar, dass Homosexualität "keine Einschränkung" für das Priesteramt sei (queer.de berichtete).

Auch in Deutschland geht die Kirche mit harter Hand gegen vermutete Homosexualität bei ihren Priesterseminaristen vor: Letztes Jahr wurde etwa Henry Frömmichen aus einem Priesterseminar geworfen. Sein Vergehen: Er hatte auf Instagram ein Selfie mit dem schwulen Realitystar Alexander Schäfer ("Prince Charming") veröffentlicht (queer.de berichtete). (dk)



#1 nichtbinärePersonAnonym
  • 25.05.2022, 14:57h
  • "Dabei müssen Priester nach einer Anweisung des Vatikans eigentlich heterosexuell sein."

    Schon witzig: sie müssen Sex mit Frauen haben wollen, aber gleichzeitig dürfen sie das natürlich auf gar keinen Fall.

    Allein das zeigt schon, wie absurd das ganze Gebäude "RKK" ist. Und wie lebensfern.

    www.kirchenaustritt.de/
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#2 SchonProfil
  • 25.05.2022, 16:18hFürth
  • Das ist jetzt aber eher eine empirisch gemachte Schätzung die auf der Basis von nichts gemacht wurde.
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#3 StrottiAnonym
  • 25.05.2022, 21:08h
  • Schon bei meinen Großeltern, die noch im 19. Jahrhundert geboren wurden, war die Rede davon, dass ein Drittel der Pfarrer was mit der Haushälterin hat, ein Drittel homosexuell ist und das letzte Drittel sich so in die Arbeit als Pfarrer stürzt, dass es nicht an Sex denkt.
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#4 AyidaProfil
  • 25.05.2022, 21:26hHessen
  • Man sollte bei solchen Schätzungen nicht auf die "Gefühlte Anzahl" setzen. Es gab ein ähnliches Phänomen bei der gefühlten Anzahl von Muslim*innen in Deutschland: Die meisten Befragten hielten den Anteil von Muslim*innen für weit höher als er eigentlich war. Die Anzahl queerer Männer in der Priester Community kann gut und gerne über dem Durchschnitt liegen, aber über die Hälfte klingt unrealistisch ohne Beweise. Schließlich gibt es auch diverse heterosexuelle Skandale, von unehelichen Kindern bis hin zu Besuchen von professionellen Damen.
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#5 StaffelbergblickAnonym
  • 25.05.2022, 23:22h
  • Ich lese gerade das Buch "Sodom" ... schwule Verhältnisse im Vatikan ... die Hälfte schwul? scheint so zu sein. Gibt vermutlich die unterschiedlichsten Gründe dafür
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#6 fredinbkkkAnonym
  • 26.05.2022, 10:54h
  • es gab schon oeffters Aussagen von Insidern, welche es wissen muessten.

    Immer wieder taucht die Zahl um 50% auf...ich glaube es auch.
    .in einem Gespraech mit einem alten Kath.Priester
    den wir am Boys- Strand von Pattaya trafen,
    ich hattes es schon mal hier erwaehnt,der Priester war im Amt in Niederbayern und fuer mehrere Gemeinden zustaendig und ist 100 % ATHEIST nach eigenen Aussagen, er sagte er habe im Kilianeum in Wuerzburg studiert, ..auch er sagte etwa die Haelfte seien schwul gewesen,einige davon seien deshalb nicht Priester geworden sondern in Lehraemter gewechseld.
    Ich war manchmal auch in Wuerzburg,es gab kaum Schwulenkneipen,die welche ich besuchte waren voll mit Theologiestudenten.....das ist ueber 50 Jahre her.......und ich habs in Erinnerung als waere ich gestern Abend dort gewesen.....

    50 % Schwule,
    10 % Paedos
    20% Frauenbesteiger
    20 % selbstbegluecker

    oder so aehnlich....

    derRazi und sein Georg ,auch derFranzi wirds genauer wissen......
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#7 stephan
  • 26.05.2022, 16:56h
  • Als ehemaliger Benediktinermönch gehen meine Schätzungen durchaus höher Aber gleichgültig! Kein queerer Mensch sollte in Vereinen sein, die queere Menschen diskriminieren, beschimpfen, herabsetzen etc. Niemals sollte für seine Diskriminierung auch noch bezahlen: Die dümmsten Kälber
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