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Affenpocken

Schwule als "Risikogruppe": Aidshilfe kritisiert Lauterbach

Die Deutsche Aidshilfe mahnt das Gesundheitsministerium, in seiner Kommunikation nicht schwulenfeindliche Klischees zu fördern.


Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (li.) im Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Imo / photothek)

Die Deutsche Aidshilfe hat die Kommunikation des Bundesgesundheitsministeriums im Verbindung mit dem Affenpocken-Ausbruch kritisiert. Das Ministerium und ihr Chef Karl Lauterbach (SPD) hatten in diesem Zusammenhang von Männern, die Sex mit Männer haben, als "Risikogruppe" gesprochen (queer.de berichtete).

"Formulierungen wie 'Risikogruppe' wirken stigmatisierend, die vereinfachende Erwähnung anonymer Sexkontakte bedient ein abwertendes Klischee – zumal Affenpocken auch ohne Sex übertragen werden können", erklärte DAH-Pressesprecher Holger Wicht nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP.

Das Wort "Risikogruppe" sei großen Teilen der Bevölkerung erst seit der Corona-Pandemie bekannt. Schwule Männer würden dadurch jedoch "an eine Zeit erinnert, in der sie krass stigmatisiert" worden seien. Zu Beginn der Aids-Krise sei oftmals nicht das HI-Virus, sondern eine "Risikogruppe" als Gefahr gesehen worden. Um die richtigen Personen zu erreichen und Infektionen erfolgreich einzudämmen, brauche es jetzt eine Kommunikation, die "niemanden stigmatisiert und von den Menschen, an die sie sich richtet, akzeptiert werden kann", forderte Wicht.

Auch die Aidshilfe Köln warnte davor, bestimmte Gruppen für den Ausbruch pauschal verantwortlich zu machen: "Der Stigmatisierung von schwulen Männern und Menschen aus Afrika müssen wir entgegentreten", so Vorstandsmitglied Prof. Dr. Jürgen Rockstroh. Information und Aufklärung sollten im Vordergrund stehen. Panik und erneute Überlegungen zu Schließungen von Schutzräumen der Community, wie zum Beispiel Schwulensaunen, seien derzeit unangebracht.

Debatte um Impfungen

Gesundheitsminister Lauterbach hatte am Dienstag die prophylaktische Bestellung von bis zu 40.000 Dosen des Impfstoffs Imvanex angekündigt (queer.de berichtete). Eine präventive Impfung von "Risikogruppen" gegen die Affenpocken könnte laut dem Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sinnvoll sein. "Darüber wird derzeit nachgedacht", sagte Mertens der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. Im Gegensatz zur klassischen Pockenimpfung seien bei dem modernen Impfstoff keine Nebenwirkungen zu erwarten. Eine Impfung der gesamten Bevölkerung sei aber "sehr wenig wahrscheinlich".

Bei der Erstimpfung mit dem klassischen Pockenimpfstoff war es bei einem von rund 20.000 Geimpften zu Hirnhautentzündungen gekommen. "Der aktuelle Impfstoff – und nur dieser kommt in Frage – ist aber viel besser verträglich", sagte Mertens. Das Impfvirus könne sich nach der Impfung im Menschen nicht weiter vermehren.

Ältere Menschen, die gegen die Pocken geimpft wurden, verfügen laut dem Stiko-Chef auch über einen Impfschutz gegen die Affenpocken. "Ein gewisser Schutz hält wahrscheinlich lebenslang an", sagte Mertens. Zwar sei der Impfschutz nicht vollständig, er schütze aber zumindest gegen schwere Erkrankungen. (dk/AFP)

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#1 AtreusProfil
  • 25.05.2022, 15:37hSÜW
  • Vielen, vielen Dank, liebe AIDS-Hilfe! Auch wenn ich glaube, dass nicht einmal ihr es schafft, volle Gläser zu füllen.
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#2 LorenProfil
  • 25.05.2022, 17:56hGreifswald
  • SPIEGEL-Ausgaben des Jahres 1983, selbstverständlich total im Sinne der Aufklärung, berichteten von "Homoseuche" und "Schwulenkrebs", es wurde die Befürchtung geäußert, das Ganze könne "aus dem Getto der Homosexuellen ausbrechen". Es ging allerdings nicht um das jetzt diskutierte Virus:

    www.felix-bittmann.de/downloads/artikel/journalismus-im-ange
    sicht-der-apokalypse.pdf


    Es sollte nicht verwundern, dass viele derjenigen, die das damals erlebt haben und über sich ergehen lassen mussten, sich auf unangenehmste Weise sensibilisiert fühlen für jedes gesprochene und geschriebene Wort. So schnell kann kein Affe auf den Baum klettern, wie homofeindliche Kräfte auf diesen Zug aufspringen um mal wieder Hass und Hetze auszukotzen. Flankiert werden die im schlechtesten Fall noch von ein paar Monogamiedogmatikern, die sich auf dem einzig "wahren" Weg der Seligkeit zu wissen meinen und andere Praktiken und Vorstellungen mit Bausch und Bogen verdammen. Wer über dieses Thema kommuniziert, sollte also sehr achtsam sein. Die Erinnerung an Act Up ist noch wach und kann Feuer unter dem Hintern derjenigen entzünden, die sich als lernresistent erweisen.
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#3 OutAndProud
  • 25.05.2022, 22:58h
  • Lauterbach hat fertig.

    Seine ständige Panikmache bei Corona verfängt nicht mehr bei allen.

    Wie bestellt kommt jetzt ne neue Seuche und schon sitzt er heute Abend wieder bei Lanz.
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#4 JenyAnonym
  • 26.05.2022, 11:52h
  • Antwort auf #3 von OutAndProud
  • um zu sagen dass durch Affenpocken keine Pandemie droht. Also von wegen gemahnt.
    Corona wurde von den meisten übrigens runtergespielt und verharmlost und nicht aufgebauschtzum Beispiel die ständigen Erkältungsvergleiche. Da hat Lauterbach nicht immer, aber oft recht behalten.
    Kritik schön und gut, aber muss das so polemisch sein?
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