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Großbritannien

Kevin Spacey wegen sexueller Übergriffe angeklagt

Dem amerikanischen Schauspieler droht in Großbritannien ein Prozess zu Vergehen gegenüber drei Männern in vier Fällen.


Mit "House of Cards" feierte Spacey seinen letzten großen Erfolg (Bild: Netflix)

  • 26. Mai 2022, 19:15h - 2 Min.

Der Hollywood-Schauspieler Kevin Spacey ist in Großbritannien von der Staatsanwaltschaft wegen sexueller Übergriffe auf drei Männer offiziell beschuldigt worden. Die Behörde habe eine entsprechende Anklage angewiesen zu drei Fällen in London aus den Jahren 2005 und 2008 sowie einen Fall in der südwestenglischen Grafschaft Gloucestershire von 2013, teilte die Staatsanwaltschaft, der Crown Prosecution Service, am Donnerstag in London in einer Stellungnahme mit.

Der Vorwurf lautet jeweils auf "sexual assault". In einem zusätzlichen Fall solle der 62-Jährige angeklagt werden, eine der drei Personen ohne Zustimmung zu "penetrierenden sexuellen Aktivitäten" genötigt zu haben, hieß es weiter. Dazu soll es 2008 gekommen sein.

Medienberichten zufolge wurde Spacey noch nicht offiziell angeklagt ("charged"), da er sich nicht im Land befinde. Der US-Schauspieler könne sich freiwillig einem Prozess stellen oder die Behörde müsste zunächst einen Auslieferungsantrag stellen.

Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass es sich um "ein laufendes Verfahren gegen Herrn Spacey handelt und dass er das Recht auf einen fairen Prozess" habe. Die Ankündigung der Anklage besage nicht, dass er schuldig ist, sondern sei eine Einschätzung, ob eine Anklage vor Gericht angemessen sei und beweisbar sein könnte. Eine Vorverurteilung des Schauspielers gelte es zu vermeiden.

Gegen Spacey waren im Herbst 2017 im Zuge der MeToo-Debatte Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Belästigungen laut geworden. Den Stein gegen Spacey ins Rollen gebracht hatte der offen schwule "Star Trek: Discovery"-Schauspieler Anthony Rapp, woraufhin sich Spacey in einer umstrittenen Stellungnahme für den möglicherweise vor über 30 Jahren begangenen sexuellen Übergriff entschuldigte und sich als schwul outete (queer.de berichtete). Zwei Anklagen in den USA führten nicht zu einer Verurteilung. Eines der vermeintlichen Opfer verstarb an Krebs, ein anderes verweigerte überraschend die Aussage, so dass die Staatsanwaltschaft die Klage fallenlassen musste.

Dennoch hatten die Anschuldigungen schwerwiegende Folgen für den Schauspieler: Netflix kündigte seinen Vertrag zu der Hit-Serie "House of Cards" und aus dem Kinohit "Alles Geld der Welt" wurde er herausgeschnitten und durch Christopher Plummer ersetzt. Danach endete die Karriere praktisch. Vor wenigen Wochen hieß es allerdings, Spacey sei für die britisch-ungarisch-mongolische Produktion "1242 – Gateway To The West" verpflichtet worden (queer.de berichtete).

Auch aus seiner Zeit als künstlerischer Direktor am Theater Old Vic in London hatte es Medienberichten zufolge Vorwürfe gegen Spacey von mindestens 20 Männern gegeben. Die Entscheidung vom Donnerstag erfolgte nach einem Überprüfungsprozess früherer polizeilicher Beweisaufnahmen, so die Staatsanwaltschaft. (cw/dpa/spot)