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Bildungspolitik

GEW fordert angstfreie Schulzeit für queere Jugendliche

Eine NDR-Umfrage unter den 16 Landesschülervertretungen und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zeigt: Für die Akzeptanz queerer Schüler*innen wird zu wenig getan.


Szene aus der Doku "Jeder Tag ein Kampf? Queere Menschen in Deutschland" (Bild: NDR)
  • 30. Mai 2022, 00:48h 17 2 Min.

An deutschen Schulen werde zu wenig für die Akzeptanz queerer Schüler*innen getan. Das zeigt eine NDR-Umfrage unter den 16 Landesschülervertretungen in Deutschland und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Queerfeindlichkeit, Homophobie, Transphobie und Diskriminierung sind in der Schule leider immer noch Alltag", sagt Julius van der Burg von der Landesschüler*innenvertretung NRW. Gerade in den unteren Klassenstufen sei das Thema stark tabuisiert und ein Coming-out ohne negative Konsequenzen oft nicht möglich.

Die GEW kritisiert zudem: Es werde nicht genug dafür getan, dass queere Jugendliche eine angstfreie Schulzeit haben können. Ein Teil des Problems sei, dass selbst im Sexualkunde-Unterricht queere Themen zu wenig vorkämen. "An den Schulen liegt immer noch der Fokus auf gegengeschlechtlicher heterosexueller Liebe, oftmals gebunden an traditionelle Rollenklischees", sagt Janina Glaeser aus dem GEW-Hauptvorstand.

Fehlendes Wissen und Verständnis bei Lehrkräften

Viele Landesschülervertretungen bemängeln fehlendes Wissen und Verständnis bei Lehrkräften. "Leider ist es für viele Schülerinnen und Schüler lediglich Glück, auf engagierte Lehrkräfte zu treffen, die diese Themen ansprechen und sich für Vielfalt an ihrer Schule einsetzen", sagt die Sprecherin des bayerischen Landesschülerrats Fabia Klein. Der Vorsitzende des Landesschülerrats Sachsen-Anhalt, Moritz Eichelmann, fordert "dringend Workshops, Fortbildungen und weitere Aufklärungskampagnen für die Lehrer*innenschaft". Zudem müssten Lehrpläne und Schulbücher auf den neuesten Stand gebracht werden.

Ein Sprecher der Kultusministerkonferenz (KMK) bezeichnet die Kritik als "Bewertungen zur Praxis in den Schulen, auf die die KMK nur schwer reagieren kann" und verweist an die einzelnen Länder. Die KMK sei aber für konkrete Anregungen dankbar, was verbessert werden könne.

Die NDR-Recherche ist Teil der Dokumentation "Die Story im Ersten: Jeder Tag ein Kampf? Queere Menschen in Deutschland" am Montag, den 30. Mai um 22.50 Uhr im Ersten. (cw/ots)

-w-

#1 PeerAnonym
  • 30.05.2022, 09:04h
  • In ALLEN Bundesländern wird viel zu wenig für LGBTI-Schüler getan.

    Das betrifft sowohl Aufklärung und Förderung von Akzeptanz als auch Schutz vor Mobbing und Gewalt.

    Deutschland hat keine Bodenschätze. Unser einziges Kapital ist Bildung. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, dass gute Bildung verhindert wird, weil Schüler Angst haben müssen.

    Schule muss ein angstfreier Raum sein. Für ALLE Schüler.
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#2 Julian 80Anonym
  • 30.05.2022, 09:23h
  • Solange es nicht mehr Aufklärung an allen Schulen gibt, wird sich das auch nicht ändern.

    Besonders problematisch sind Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Die zahlt zwar auch der Staat (also der Steuerzahler) und die Kirche gibt nur ihren Namen, will aber dennoch mitbestimmen und mischt sich immer wieder in die Lehrpläne ein.

    Aber auch an manch anderer Schule sieht es düster aus.
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#3 FennekAnonym
  • 30.05.2022, 11:04h
  • Nach wie vor sind "Schwuchtel", "schwule Sau", etc. die häufigsten Schimpfwörter an deutschen Schulen - sogar schon an Grundschulen.

    Würde es der Politik wirklich ums Kindeswohl gehen, wie sie so oft behaupten, dann würden sie das mit aller Macht bekämpfen. Denn hier werden bereits Kinderseelen verletzt und das beeinflusst dann das ganze weitere Leben und kostet dann häufig auch die Volkswirtschaft viel Geld.

    Und das betrifft nicht nur die LGBTI-Opfer, sondern es werden auch Schüler so beschimpft, die gar nicht LGBTI sind, aber vielleicht dennoch Außenseiter.

    Und auch die Urheber solchen Mobbings haben es später deutlich schwerer im Leben, wenn sie bereits in ihrer Jugend vom Hass zerfressen wurden. Auch die würden später ein viel besseres Leben haben, wenn sie offen und fröhlich durchs Leben gingen.

    Alle, die dagegen nichts unternehmen, versündigen sich an kommenden Generationen.
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